Tschechischer Senatschef spricht an der Universität in Taipeh über Havels Vermächtnis

Der Vorsitzende des tschechischen Senats, Miloš Vystrčil (Bürgerdemokraten), hat am Mittwoch an der Nationaluniversität in Taipeh über das Vermächtnis des ersten Präsidenten der selbständigen Tschechischen Republik, Václav Havel, gesprochen. Vystrčil betonte die gemeinsamen Werte Tschechiens und Taiwans, den Zusammenhang zwischen der Freiheit und der Verantwortung sowie die Notwendigkeit, dem Populismus und Autoritarismus nicht zu unterliegen. Mit seiner Rede eröffnete der Senatschef die Konferenz mit dem Titel „Václav Havels Gespräche – die Menschenrechte und die Verantwortung in einer sich ändernden Welt“. Vystrčil beschrieb Havel als einen „tapferen Menschen, einen Dissidenten und später einen außergewöhnlichen charismatischen Staatsmann mit großem Einfluss und zeitlosen Visionen“. Auf der Konferenz sprach auch die ehemalige taiwanesische Staatspräsidentin Tsai Ing-wen, die 2004 mit Havel während der Prager Konferenz Forum 2000 zusammentraf.

Vystrčil hatte Taiwan zum ersten Mal im August 2020 besucht. Sein jetziger viertägiger Besuch des Inselstaats findet statt, obwohl das tschechische Kabinett sich geweigert hatte, dem Senatspräsidenten ein Regierungsflugzeug zur Verfügung zu stellen. Der tschechische Premier Andrej Babiš (Partei Ano) kritisierte Vystrčils Taiwan-Reise.