Union-Banka ohne Geld

Geschlossene Filiale (Foto: CTK)

Geschlossene Filialen, abgeschaltete Bankautomaten, unzugängliche Konten. Diese Lage herrscht seit Freitag im tschechischen Bankinstitut "Union-Banka". Markéta Maurová berichtet.

Geschlossene Filiale (Foto: CTK)
Die Union-Banka betreut etwa eine Viertelmillion Kunden und verwaltet Einlagen im Umfang von etwa 20 Milliarden Kronen, das sind etwa 600 Millionen Euro. Ihre Krise verursacht besonders in den mährischen Landkreisen um Ostrava und Zlin ernste Probleme, in denen viele kleine und mittlere Unternehmer ihre Finanzen gerade der Union-Banka anvertraut haben. Die dortige Handelskammer forderte die Regierung bereits auf, diesen Leuten zu helfen. Wie jedoch Premier Spidla dem Tschechischen Rundfunk sagte, verfüge das Kabinett diesbezüglich über keine außerordentlichen Instrumente.

"Die Regierung wird nach jenen Intentionen vorgehen, die ihr die Verfassung ermöglicht. Die Einlagen sind versichert und dieses Versicherungssystem wird natürlich genutzt."

Im Moment haben die Kunden der Union-Banka keinen Zugang zu ihren Finanzen. Die Zentralbank hat gegenüber dem Geldinstitut bereits ein Verfahren über einen Lizenzentzug gestartet, dem auch die Auszahlung der Kundeneinlagen folgen soll. Die Sprecherin der Nationalbank, Alice Frisaufova, dazu:

"Die Kundeneinlagen sind laut dem Bankgesetz versichert, und zwar bis zur Höhe von 90 %, höchstens jedoch bis 25 Tausend Euro je nach dem aktuellen Devisenkurs. Wir haben gleichzeitig den Einlagenversicherungsfonds benachrichtigt, das Verwaltungsverfahren eingeleitet zu haben, so dass die Kunden spätestens innerhalb von drei Monaten ihre Einlagen zurückbekommen sollen."

Die Union-Banka ist ein weiteres der kleinen Bankhäuser in Tschechien, die Bankrott gegangen sind. Sie hat bereits längere Zeit mit ernsten Problemen gekämpft. Seit fünf Jahren suchte sie einen strategischen Partner, der die Probleme mit dem mangelnden Kapital und der Belastung durch faule Kredite lösen sollte. Schließlich kaufte die italienische Finanzgruppe Invesmart der Bank 70 % der Aktien ab, bedingte jedoch deren Bezahlung mit der Gewährung einer Unterstützung seitens des Staates. Nachdem das Finanzministerium am vergangenen Donnerstag es ablehnte, diese Hilfe zu gewähren, wurde das Verfahren zum Entzug der Banklizenz eingeleitet. Die Union-Banka hat nun bis zum 3. März Zeit, zu den momentanen Problemen Stellung zu nehmen. Danach wird die Nationalbank die Situation noch einmal beurteilen und dann über den Lizenzentzug entscheiden.