Wieder allerlei los in der Partnerstadt Berlin

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Das elftägige 12. Berliner Bohemicum/Slowacicum schloß im Slowakischen Institut mit einem literarisch-musikalischen Programm - Silvie Richterová und Peter Milcák lasen Lyrik als gleichzeitige Auftaktveranstaltung LYRIK DER SPÄTMODERNE in OST-MITTELEUROPA und Adriena Bartosová, von Martin Breznický am Clavichord begleitet, sang Jazz, Pop und Folkloristisches mit modulationsreicher volltönender Stimme, dann dankte Botschafter Fojtyn allen am Bohemicum/Slovacicum Beteiligten, angefangen bei Prof. Dr. Manfred Jähnichen.

Das elftägige 12. Berliner Bohemicum/Slowacicum schloß im Slowakischen Institut mit einem literarisch-musikalischen Programm - Silvie Richterová und Peter Milcák lasen Lyrik als gleichzeitige Auftaktveranstaltung LYRIK DER SPÄTMODERNE in OST-MITTELEUROPA und Adriena Bartosová, von Martin Breznický am Clavichord begleitet, sang Jazz, Pop und Folkloristisches mit modulationsreicher volltönender Stimme, dann dankte Botschafter Fojtyn allen am Bohemicum/Slovacicum Beteiligten, angefangen bei Prof. Dr. Manfred Jähnichen.

Es war umstrukturiert - weg von den zahlreichen Vorträgen, dafür das Erlebnis von Begegnungen.

Lenka Reinerová las und plauderte mit dem Publikum in der propenvollen Tschechischen Botschaft, nicht minder gut besucht (die Stühle reichten nicht) war der Vortrag von Prof. Jirí Pesek im Tschechischen Zentrum, das Thema: Die Benes-Dekrete und ihre Bedeutung für das Verhältnis zwischen der Tschechischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland, etwas für am Hintergrund und Hinterfragen Interessierte. Pesek ist Leiter der Tschechischen Sektion der Deutsch-Tschechischen und Deutsch- Slowakischen Historikerkommission. Gespannt verfolgten die Zuhörer seinen erfreulich sachlichen, sprich emotionsfreien Informationen, nur so ist das heiße Eisen abzukühlen. Daß es ein Dauerbrenner ist, zeigten die anschließenden Fragen aus dem Publikum.

Aus Prag war weiters der Schriftsteller Lubomír Feldek gekommem, las und plauderte, seine temperamentvolle Tochter Olinka kam aus Essen, sang und pantomimte zwischen den Bildern und Grafiken des L´ubomír Guman im Slowakischen Zentrum, und im Tschechischen Zentrum um die Ecke flankierten die Veranstaltungen Fotografien und Rauminstallationen von Veronika Bromová und Karikaturen von Lubomir Lichý, Erich Rauschenbach und TITUS.

Und in Großbild-Video zeigte das Tschechische Zentrum im Original das Divadlo Járy Cimrmana - das Theater Jara Cimrman.

Zeitgleich präsentierte insideout UNDABDIEPOST 2002 sein Fünftes Festival der Neuen Kunst im Bunker an der Reinhardtstraße Berlin Mitte, wo in der DDR Champignons gezüchtet wurden und im Krieg die Menschen Schutz vor Bomben gesucht hatten, Werke von jeweils sechs Künstlern aus Prag, Berlin und New York. Mit seiner Antiarchitektur erwies sich der Bunker als gestaltendes Ambiente für den Versuch, Worte, Bilder und Sound zu einer Bewußtseinserweiterung zu fokusieren. An das Mono-Disziplinäre gewöhnt, wird der Betrachter von einer Allround-Attacke überrascht, etwa dem Mitschnitt von Gesprächen in einem Panzerfahrzeug von Omer Fast, zu dem eine Schlafende aus Styropor von Erika Bornová herb kontrastiert.

Autor: Julius Eschka
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