Wirtschafts-Wochenrückblick: 16. - 22. April

Foto: Ladislav Bába, Archiv des Tchechischen Rundfunks

Die Mehrwertsteuer in Tschechien bleibt ein heißes Eisen. Nach dem Willen der Regierung soll schon im nächsten Jahr ein dritter Mehrwertsteuersatz hinzukommen. Die vergangene Woche hat zudem neue Zahlen aus den Wirtschaftsbilanzen von größeren und mittelständischen Unternehmen zu Tage gefördert. Die Berichte dazu sind im aktuellen Wirtschafts-Czech zusammengefasst, es sind Meldungen vom 16. April bis zum 22. April 2014.

Foto: Ladislav Bába, Archiv des Tchechischen Rundfunks
Mitte vergangener Woche sorgte eine Entscheidung des Kabinetts von Premier Bohuslav Sobotka für Aufsehen: Zum 1. Januar 2015 soll die Mehrwertsteuer für Medikamente, Bücher, Babywindeln und Babyersatznahrung nur noch zehn Prozent betragen. Die Nachrichtenagentur ČTK führte daraufhin eine Blitzumfrage unter den anerkanntesten Analysten des Landes durch. Sie kamen zu dem Schluss, dass die mögliche Einführung des dritten Mehrwertsteuersatzes in Tschechien vermutlich zu einer Reduzierung der Inflationsrate um 0,1 Prozentpunkte führen werde. Allerdings sei es nicht sicher, ob sich die niedrigere Mehrwertsteuer auch in den Preisen der steuerbegünstigten Waren niederschlagen werde, so die Ökonomen. Über die Senkung der Mehrwertsteuer für Babywindeln müsse die Prager Regierung zudem noch mit der Europäischen Kommission verhandeln, hieß es.


Foto: Archiv Gino Paradise Tbilisi
Neben dem Thema Mehrwertsteuer machten jüngst auch wieder einige tschechische Firmen auf sich aufmerksam. Zum Beispiel die Firma PSJ, die zu den größten tschechischen Bauunternehmen gehört. Seit 1990 hat sie Bauprojekte in 27 Ländern der Welt verwirklicht. Erst im März beendete die Firma den Bau eines großen Aquaparks in der georgischen Hauptstadt Tiflis. Der Aquapark sei das größte Projekt dieser Art in ganz Georgien, bedeutete PSJ-Sprecher Miroslav Fuks. In den letzten drei Jahren sind die ausländischen Aufträge von PSJ mit mehr als 50 Prozent am Umsatz der Firma beteiligt. Die meisten Bauprojekte setzte das Unternehmen in Russland, der Slowakei und in mehreren Ländern Asiens um. Im Jahr 2012 lagen die Gewinne der Firma PSJ bei umgerechnet 275 Millionen Euro.


Foto: Kristýna Maková
Die Familienbrauerei Bernard in Humpolec steigert ihre Produktion. Im ersten Quartal dieses Jahres verkaufte sie um 9,4 Prozent mehr Bier als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Insgesamt hat Bernard im ersten Quartal 48.245 Hektoliter Bier gebraut. Und auch der Absatz hat sich erhöht: Der Brauerei gelingt es, ihre Produkte in immer mehr Restaurants in Tschechien und der Slowakei zu liefern. Dazu haben nicht zuletzt das milde Winterwetter und die Erweiterung des Biersortiments beigetragen. So habe Bernard in letzter Zeit eine neue Reihe von nicht filtrierten Biersorten auf den Markt gebracht, bestätigte der Sprecher der Brauerei, Zdeněk Mikulášek. Bernard ist der größte Bierproduzent in der Region der Böhmisch-Mährischen Höhe.


Foto: Štěpánka Budková
Der größte Zündholzverkäufer in Tschechien ist die Aktiengesellschaft Solo Matches & Flames. Die Firma steht weiterhin gut da: In Tschechien hat sie einen Marktanteil von 90 Prozent, in der Slowakei sind es 60 Prozent. Hervorgegangen ist die Firma aus dem Zündholzhersteller Solo Sušice. Dieses Unternehmen im Böhmerwaldstädtchen Sušice / Schüttenhofen hatte im Februar 2009 seine Produktion nach 170 Jahren eingestellt. Die Solo Matches & Flames AG indes ist ein reines Handelsunternehmen mit sechs Angestellten, der Umsatz der Firma bewegte sich in den vergangenen vier Jahren bei umgerechnet knapp zwei Millionen Euro. Die Firma, die jährlich 120 bis 130 Millionen Schachteln Streichhölzer auf dem Markt bringt, vertreibt auch die weltbekannten Zündholzmarken The Scissors, The Key und The Pipe.