Wirtschafts-Wochenrückblick: 25. Juni bis 1. Juli

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Die tschechische Wirtschaft zieht wieder an, sowohl Strom als auch Cerealien gehören zu den Exportschlagern aus Tschechien. Das sind nur einige der Wirtschaftsthemen, zu denen in der vergangenen Woche wieder interessante Neuigkeiten oder aktuelle Zahlen vermeldet wurden. Die Berichte dazu sind im aktuellen WirtschaftsCzech zusammengefasst, es sind Meldungen von 25. Juni bis 1. Juli 2014.

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In der zurückliegenden Woche wurden erneut aktuelle Meldungen aus der tschechischen Wirtschaft veröffentlicht. Beginnen wir mit einer erfreulichen: Das Ergebnis der tschechischen Wirtschaft im ersten Quartal dieses Jahres hat die Experten positiv überrascht. Laut dem Statistikamt stand im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Plus von 2,9 Prozent zu Buche, und im Vergleich zum letzten Quartal des vergangenen Jahres ein Anstieg von 0,8 Prozent. Beide Werte lagen um 0,4 Prozentpunkte über den Schätzungen von Anfang Juni. Die Wirtschaftsanalysten hoben daher vor allem die gesunde Struktur des Aufschwungs hervor.

Das Statistikamt informierte am Dienstag, dass die revidierten Zahlen das kräftigste Wachstum seit dem dritten Quartal 2008 und damit vor Beginn der Wirtschaftskrise bedeuteten. Positiv beeinflusst worden sei die Entwicklung sowohl durch die ausländische als auch durch die einheimische Nachfrage.


Und damit sind wir auch schon beim Export. Die Ukraine hat vergangene Woche den wirtschaftlichen Teil des Assoziierungsabkommens mit der EU unterzeichnet. Die Abschaffung der Zollgrenzen ist für tschechische Exporteure günstig, wie eine Analyse zeigt.

Nach der Beseitigung der Zollbarrieren zwischen der Ukraine und den EU-Ländern könnten die tschechischen Firmen, die in die Ukraine exportieren, umgerechnet bis zu 16,6 Millionen Euro jährlich an Kosten sparen. Der tschechische Export hat damit die Chance, pro Jahr um etwa 37 Millionen Euro zu wachsen. Die Tschechische Republik ist der fünftgrößte Exporteur in die Ukraine unter den EU-Ländern und der sechstgrößte Importeur.


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Zu einem wahren Exportschlager haben sich mittlerweile Cerealien aus Tschechien gemausert. Die tschechische Firma Racio, die sich vor allem auf gepuffte Cerealien spezialisiert hat, exportiert über 60 Prozent der tschechischen Gesamtproduktion. Racio-Produkte werden beispielsweise nach Frankreich, Kanada oder in die USA geliefert. Für den israelischen Markt entwickelte die Firma speziell ein koscheres Produkt.

Der Lebensmittelproduzent aus dem südmährischen Břeclav / Lundenburg verkaufte in den ersten fünf Monaten dieses Jahres Produkte im Wert von umgerechnet 8,4 Millionen Euro. Das sind 27 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dieses gute Ergebnis ist der Firma zufolge vor allem auf den gestiegenen Absatz der Cerealien im Ausland zurückzuführen. Nach Frankreich exportiert die Firma zum Beispiel seit fünf Jahren, der Absatz der Produkte ist dort inzwischen auf das Vierfache gewachsen.


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Die Tschechische Republik führt zudem jährlich rund 20 Prozent ihrer Stromproduktion aus. Den neuen energiepolitischen Plänen zufolge soll sich dies aber grundsätzlich ändern: 2040 sollen ungefähr fünf Prozent des Strombedarfs hierzulande eingeführt werden.

Derzeit ist Tschechien noch der fünfgrößte Stromexporteur der Welt. Künftig soll aber der Handel andersherum laufen: Elektrischer Strom wird dann eingeführt. Experten befürchten nämlich in den nächsten Jahren einen Verfall der Strompreise in Folge des Ausbaus erneuerbarer Energiequellen. Der europäische Energiemarkt werde in Folge von staatlichen Subventionen so in Schieflage geraten, dass sich der Export nicht mehr lohnen werde. Das geht aus den Entwürfen für ein neues Staatliches Energiekonzept hervor, das gegenwärtig im Industrieministerium ausgearbeitet wird. Der Energieplan für die nächsten 25 Jahre soll der Regierung bis Ende dieses Jahres vorgelegt werden.


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Der Umfang der Bankenkredite in Tschechien ist zu Ende April im Jahresvergleich um 5,4 Prozent auf nunmehr 92 Milliarden Euro gestiegen. Der Umfang der Kredite von Unternehmen erhöhte sich im selben Jahr um 1,8 Prozent, die den privaten Bankkunden eingeräumten Kredite wuchsen um 4,8 Prozent. Das geht aus den Daten hervor, die der Tschechische Banken-Verband (ČBA) am Freitag veröffentlichte.

Die Privatkunden aus der Bevölkerung leihen sich das meiste Geld zum Erwerb von Häusern oder Wohnungen aus. Die Nachfrage nach einer Hypothek ist ständig steigend, den neuesten Zahlen zufolge ist sie in den zurückliegenden zwölf Monaten um 6,8 Prozent auf umgerechnet 27,2 Milliarden Euro gestiegen. Die durchschnittlichen Hypothekenzinsen dagegen nehmen weiter ab, sie lagen zuletzt bei 3,31 Prozent.