Wirtschafts-Wochenrückblick: 28. Mai bis 3. Juni

Foto: Eva Odstrčilová, Archiv des Tschechischen Rundfunks

Tschechiens Banken machen immer größere Gewinne, das Bausparen hierzulande indes wird stetig unattraktiver. Das sind nur zwei der Wirtschaftsthemen, zu denen in der vergangenen Woche interessante Neuigkeiten oder aktuelle Zahlen vermeldet wurden. Die Berichte dazu sind im aktuellen Wirtschafts-Czech zusammengefasst, es sind Meldungen vom 28. Mai bis zum 3. Juni 2014.

Foto: Archiv Radio Prag
In der zurückliegenden Woche konnten einige Firmen und Branchen aus Tschechien erneut auf geschäftliche Erfolge verweisen. Zu ihnen gehört das Unternehmen Tonak Nový Jičín, einer der größten europäischen Hersteller für Hüte und Kopfbedeckungen. In diesem Jahr will es seine Ausfuhr nach Südamerika erweitern. Bereits im vergangenen Jahr hat die Firma dazu 7000 Zwischenprodukte für die Hutherstellung dorthin geliefert. In diesem Jahr plant man, die Ausfuhr auf 20.000 Stück zu erhöhen. Tonak liefert seine Ware zurzeit in drei Länder Südamerikas – nach Ecuador, Bolivien und Brasilien. Das Unternehmen exportiert indes keine fertigen Hüte dorthin, sondern Halbfabrikate, die von Hutmachern vor Ort weiter bearbeitet werden. Laut dem Generaldirektor und Vorstandsvorsitzenden von Tonak, Dalibor Andree, habe das neue Absatzgebiet eine echte Perspektive.


Foto: Eva Odstrčilová, Archiv des Tschechischen Rundfunks
Die tschechischen Banken haben mehr Gewinn eingefahren. Im ersten Quartal dieses Jahres nahmen sie insgesamt 14,5 Milliarden Kronen (537 Millionen Euro) netto ein. Dies waren 225 Millionen Kronen (8,3 Millionen Euro) mehr als im Vergleichszeitraum des vergangenen Jahres. Einige große Kreditinstitute verbuchten aber auch Gewinneinbußen, wie aus einer Analyse der Tschechischen Nationalbank hervorgeht.

Die Gewinneinbußen waren indes nicht unbedingt Folgen schlechterer Geschäfte. So schrieb die Česká spořitelna (Tschechische Sparkasse) im Quartal zum Beispiel Eigentum ab, wodurch das Wirtschaftsergebnis bedeutend gesenkt wurde. Gewinneinbußen vermeldeten auch die Komerční banka (Kommerzbank) und die Raiffeisenbank.


Foto: Ludek, Wikimedia CC BY-SA 3.0
Der Verbrauch von Milchprodukten stagniert in Tschechien. Im vergangenen Jahr lag er bei 234 Kilogramm pro Person. Das war ein ähnlicher Wert wie im Vorjahr, zu der Stagnation trug vor allem der spürbare Preisanstieg bei diesen Produkten bei. Zudem sei die einheimische Produktion durch das große Angebot an Billigprodukten aus dem Ausland bedroht. Insbesondere aus Deutschland, Belgien und Polen komme starke Konkurrenz, sagt der Vorsitzende des Böhmisch-Mährischen Verbands der Milchproduzenten, Jiří Kopáček.

Die Milchproduktion in Tschechien stieg 2013 nur geringfügig auf 2,77 Milliarden Liter. Davon wurden 1,08 Milliarden Liter ausgeführt. Geliefert wurde die Milch vor allem an Molkereien in das benachbarte Grenzgebiet Deutschlands. Exportiert wird vor allem Rohmilch, beim Import liegt der Anteil der fertigen Milchprodukte höher.


Foto: Filip Jandourek, Archiv des Tschechischen Rundfunks
Bausparen ist in Tschechien immer weniger gefragt. Die Zahl der im ersten Quartal dieses Jahres neu abgeschlossenen Bausparverträge stieg zwar im Jahresvergleich, doch insgesamt ist die Zahl der Vertragsklienten rückläufig. Zu Ende März hatten die hiesigen Bausparkassen laut der Presseagentur ČTK rund vier Millionen Sparverträge vorzuweisen. Das sind 46.000 Verträge weniger als noch zu Ende vergangenen Jahres.

Nach Meinung von Experten sind die Änderungen der letzten Jahre im Bausparwesen der Hauptgrund für den Abwärtstrend dieses Sparmodells. Im Jahr 2010 hatte die tschechische Regierung den staatlichen Zuschuss für sämtliche Bausparverträge gekürzt, und zwar auf maximal 2000 Kronen (73 Euro) jährlich. Zugleich wurde die bis dahin geltende Steuerbefreiung für die Guthaben einschließlich Zinsen aufgehoben.


Foto: Archiv der Prager Verkehrsbetriebe, CC BY-SA 3.0
Abschließend noch eine gute Meldung für alle Prager und ihre Gäste: Die Prager Verkehrsbetriebe (DPP) und die Fahrzeugfirma Škoda Transportation haben nach monatelangen Verhandlungen einen Kompromiss gefunden und eine überarbeitete Fassung ihres Vertrages zur Lieferung neuer Straßenbahnen für die Hauptstadt unterschrieben. Neben der neu vereinbarten Ratenzahlung des Milliarden-Auftrags einigten sich beide Seiten auch auf eine verbesserte Ausstattung der Straßenbahnen. Der Pilsener Hersteller wird daher nun jede Tram mit einer Klimaanlage und einem Wi-Fi-Anschluss ausrüsten. Zugleich wird die Garantiezeit für bereits gelieferte, aber defekte Straßenbahnen erhöht, sagte am Donnerstag Prags Oberbürgermeister Tomáš Hudeček vor Journalisten.