Zum Schüleraustausch in die Heimat der Großmutter

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Wenn von Schüleraustausch die Rede ist, geht es meistens nach Großbritannien, Frankreich oder in die USA. Doch in Oesede ist das anders. In dem Gymnasium nahe Osnabrück leben seit 1992 Tschechen und Deutsche zwei Wochen lang im jeweiligen Nachbarland. Ein Bericht von Bettina Schlener.

Schon kurz nach der Wende gab es Studienfahrten nach Tschechien, später wurde dann der Schüleraustausch ins Leben gerufen. Warum, das verrät Peter Fritsch, Lehrer für Chemie und Biologie:

Karin Buchhorn geht in die zwölfte Klasse und war schon zwei Mal beim regulären Austausch dabei. Außerdem hat sei beim Jubiläum des Gymnasiums in Nachod mitgefeiert. Nach Tschechien zog es sie aus reiner Neugier. Sie wußte kaum etwas über Tschechien, wollte aber das Land kennen lernen, aus dem ihre Großmutter stammte. Obwohl sie kaum tschechisch konnte, klappte das Zusammenleben mit der Gastfamilie einwandfrei. Wenn die verbale Kommunikation an ihre Grenzen stieß, wechselte man zur Zeichensprache über. Außerdem sei ihr aufgefallen, dass sehr viele Tschechen deutsch sprechen. Und: Die Landschaft war schön und das Essen hat gut geschmeckt.

Christoph Bringschröder, 18, spricht ebenfalls von der großen Gastfreundschaft, die ihm aufgefallen ist. Er war bis jetzt drei Mal beim Austausch in Nachod. Jedes Mal sei er mit offenen Armen aufgenommen worden, die Familie hätte ihn vollkommen integriert. Auch sei er oft von Fremden neugierig angesprochen worden. Negatives habe er noch nicht erlebt, obwohl er anfangs Bedenken hatte, dass man ihm als Deutschen - der Vergangenheit wegen - eher mißtrauisch gegenüber stehen würde. Aber davon habe er nichts gemerkt. Überhaupt sei er positiv überrascht gewesen:

Stattdessen hat er neue Freunde gefunden. Und er will noch öfter in das östliche Nachbarland reisen. Und dafür will er auch tschechisch lernen.

Autor: Bettina Schlener
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