725 Sehenswürdigkeiten beteiligen sich an den "Tagen des europäischen Kulturerbes" in Tschechien

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Die Tage des europäischen Kulturerbes finden in Europa seit 1991 statt. Gleich am Anfang hat sich ihnen auch die Tschechische Republik bzw. die Tschechoslowakei angeschlossen, die seitdem zu den regelmäßigen Teilnehmern gehört. Über die diesjährigen Feierlichkeiten berichtet Markéta Maurová.

Die Eröffnungsfeier sollte ursprünglich im Böhmerwald-Städtchen Prachatice stattfinden. Mehr als ein Jahr lang hat sich die Stadt darauf vorbereitet, aber das Hochwasser, das es kürzlich heimgesucht hat, hat alles anders entschieden. Die "Erbetage" wurden am letzten Freitag im Prager Ledeburg-Garten eröffnet. Sie erreichen ihren Höhepunkt am kommenden Wochenende, wenn zahlreiche Denkmäler und Sehenswürdigkeiten ihre Türe öffnen und weitere Veranstaltungen bieten. Der Eintritt wird entweder ganz frei oder wenigstens ermäßigt sein. Der Organisator der "Tage" ist die Vereinigung der historischen Sitze Böhmens, Mährens und Schlesiens. Mehr verrät uns der Vorsitzende dieser Vereinigung, Pavel Horak.

"Zu den Tagen des europäischen Kulturerbes meldeten sich in diesem Jahr insgesamt 249 Gemeinden der Tschechischen Republik an. Dies bedeutet einen gewissen Anstieg, was uns sehr freut. Wir befürchteten nämlich, dass sich das aktuelle Hochwasser in der Beteiligung wiederspiegelt."

Schloss Roztoky nach dem Hochwasser
Trotz dieser erfreulichen Nachrichten bleiben aber einige Denkmäler geschlossen: Die Schlösser Veltrusy, Libechov und Roztoky, oder das städtische Kraftwerk in Pisek. Zugänglich sein werden 725 Sehenswürdigkeiten, d.h. um etwa 30 mehr als im vergangenen Jahr. Die Besichtigungen werden durch mehr als 300 Begleitveranstaltungen - Ausstellungen, Seminare, Vorlesungen, 77 Stadtfeste usw. ergänzt. Die Tage haben jedes Jahr auch ein anderes Motto:

"Das diesjährige gesamteuropäische Thema heißt "Europa - ein gemeinsames Erbe". Daneben gibt es auch ein nationales Thema und dieses ist: "Denkmäler in örtlichen Sagen". Wir wollten daran erinnern, dass die Denkmäler auch in ihrer literarischen Gestalt, in lokalen Sagen leben. Ein konkretes Beispiel der Umsetzung dieses Themas ist etwa eine Ausstellung in der Staatlichen Wissenschaftlichen Bibliothek in Olomouc/Olmütz mit dem Titel: "Olomouc in lokalen Sagen"."

Soweit der Vorsitzende der Vereinigung historischer Sitze Böhmens, Mährens und Schlesiens, Pavel Horak. Dem Programm der Europäischen Tage des Kulturerbes schließen sich in diesem Jahr insgesamt 47 Länder Europas an.