Bratři Orffové – Elektrofolk-Band räumt die Engel ab

Bratři Orffové (Foto: Tschechisches Fernsehen)

Die Bratři Orffové (Gebrüder Orff) haben vor kurzem beim wichtigsten tschechischen Musikpreis abgesahnt. Hinter dem Namen verbirgt sich eine Elektrofolk-Band aus dem Nordosten des Landes.

Bratři Orffové (Foto: Tschechisches Fernsehen)
Die beste Band und auch das beste Album des Jahres 2013 - die Bratři Orffové haben Mitte Mai bei der Verleihung des Anděl in diesen beiden und damit in den wichtigsten beiden Kategorien gewonnen. Der Preis Anděl (Engel) ist der tschechische Grammy und wird von der Akademie der Popmusik vergeben, rund 120 Kenner der Branche sitzen in der Jury. Das aktuelle Album „Šero“ (Dämmerung) der Bratři Orffové hatte dabei auch schon Anfang des Jahres den Musikkritiker-Preis Apollo erhalten.

Die Bratři Orffové waren ursprünglich nur zu zweit – Gitarrist Lukáš Novotný und Sänger Ivan Gajdoš. Schon längst ist aber das Duo zu einer siebenköpfigen Band gewachsen. Novotný und Gajdoš stammen beide aus Krnov / Jägerndorf im mährischen Teil von Schlesien. Alle ihre Songs drehen sich um diese Gegend und die fiktive Gestalt Serža Vantoš, einen ziemlich schwermütigen Zeitgenossen.

„Šero“ ist erst die zweite CD der Band nach ihrem Erstling „Bingriwingri“ von 2005. Damals warteten die Kritiker, dass sich endlich auch eine tschechische Band dem Trend des New Folk verschreibt. Die Bratři Orffové wurden deswegen mit offenen Armen empfangen. Dass es dann acht Jahre dauern würde, bis der zweite Streich der unechten Brüder auf den Markt kommt, hat wohl aber niemand gedacht.

Es gibt aber auch Kritiker, die in das allgemeine Jubel-Geschrei über die Bratři Orffové nicht einstimmen wollen. So bemängelte der Rezensent des Tschechischen Rundfunks die Texte. Ein Klischee nach dem anderen würde verbraten, besser wäre es also, nicht so genau hinzuhören und einfach die Musik auf sich wirken zu lassen. Das aber kann nun jeder halten, wie er mag. Für diejenigen, die ohnehin kein Tschechisch verstehen, ändert sich natürlich nichts…

Autor: Till Janzer
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