Brünner Tourismusmesse GO 2001 - ein Paradies für Reisefreudige

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Verehrte Hörerinnen und Hörer herzlich willkommen zur heutigen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins, das wir ganz der Tourismusbranche widmen werden. Wer in den vergangenen Tagen keine Lust auf die in Tschechien vorherrschende klirrende Kälte hatte, konnte sich an der Brünner Tourismusmesse "GO" 2001 zumindest symbolisch mit Prospekten an exotischen Reisezielen erwärmen. Wir haben die Reisemesse besucht und für Sie einen kleinen Rundgang zusammengestellt. Am Mikrophon begrüsst Sie Marcela Pozarek.

Aus einer kürzlich veröffentlichten Analyse der Assoziation tschechischer Reisebüros ACK geht hervor, dass der Umsatz in der Reisebranche gestiegen ist und das zwischen 15-40 Prozent. Als beliebtes Ferienziel mauserte sich im vergangenen Jahr mit knapp 70 Prozent mehr tschechischer Touristen Kroatien, das im Jahre 1999 wegen dem Kosovo Konflikt noch alles Andere als beliebt war. Mit Edith Zuschmann, Beauftragte für Zentral- und Osteuropa der Österreich Werbung haben wir uns an der Brünner Messe über den klassischen Österreichbesucher aus Tschechien unterhalten...

Auf einer Ausstellungsfläche von 8100 qm präsentierten sich vom 11. bis 14. Januar in der mährischen Metropole Brno 850 Firmen aus 25 Ländern. Die wohl exotischsten Destinationen waren Oman, die Seychellen und Mauritius. Aber auch europäische Regionen liessen sich nicht lumpen. Der italienische Landkreis Apulien lockt, wie uns der süditalienische Tourismusfachmann Rocco Torre erzählte, schon lange Tschechen in die Region des italienischen Stiefelabsatzes.

Wer als Tscheche im eigenen Land Ferien machen möchte, wird sehr oft von hohen Preisen in stark frequentierten Touristenregionen wie Karlovy Vary, Karlsbad abgeschreckt. An der Eröffnung von GO 2001 erwähnte der tschechische Minister für Regionalentwicklung, Petr Lachnit, dass man in diesem Jahr finanziell vor allem den Tourismus in Kurregionen fördern wolle. Edith Zuschmann von der Österreich Werbung sieht die Stärke Tschechiens in der Vermarktung der Metropole, aber auch die Kurorte verfügen bereits über eine perfekte Infrastruktur:

Die Tschechische Republik als Ferienland abseits der ausgetrampelten Touristenpfade hat es auch dem Fachmann Rocco Torre angetan.

Als wirklich schön entpuppte sich an der Fachmesse GO der Pavillon Regiontour. Mit folkloristischen Einlagen, kulinarischen Spezialitäten und ausgefallenen Trachten lockten einzelne böhmische und mährische Regionen. An einem Stand waren aber sogar Indianer aus Sachsen zu gegen.

Soweit Margot Wolf.

Nach der Samtenen Revolution zog es viele tschechische Touristen in die Ferne, so nach dem Motto: "Egal wohin, Hauptsache raus". Das Reiseunternehmen Sen, zu deutsch Traum, bietet Reisehungrigen Erlebnisse der besonderen Art: Wandern in den Anden, in Grönland, Rafting in Skandinavien oder anspruchvolle Bergtouren im Himalaya, da einige Kunden ganz einfach ein wenig anspruchvollere Ferien geniessen möchten, wie uns der Leiter von Sen Petr Chaloupka erläuterte..

"Manche sind sich einfach bewusst geworden, dass sie für die Entspannung doch etwas mehr brauchen als nur einen Umzug von einem Plattenbau in einen anderen an der Costa Brava. Vor der Wende hatte ich persönlich nur die Möglichkeit in eine Richtung zu reisen. D.h. ich betrieb Rafting in Sibirien, unternahm ausgedehnte Touren in der Tundra und machte mich zu fast allen Bergspitzen in Rumänien und Bulgarien auf. In Richtung Westen ging es dann erst nach dem Jahre 1989 und da muss ich betonen dass wir als Reiseunternehmen die Erfahrungen gemacht haben, dass es überall angenehme Menschen gibt. Manchmal ist die Infrastruktur in den Ländern eher dürftig, aber mit normalen Leuten kann man sich immer irgendwie verständigen und das ist das Wichtigste."

Alles in allem verfügt die Tourismusmesse Brünn über Charme, auch wenn die Vielfalt ein wenig chaotisch ist und sich viele Stände nur mit einem Angebot fader Prospekte begnügen.

Autor: Marcela Pozarek
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