Das musikalische und pädagogische Werk Carl Orffs in Tschechien

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Mit einem Gedenkkonzert in der Prager Stadtbibliothek wurde an diesem Samstag des 20. Todestags des deutschen Komponisten Carl Orff gedacht. Diejenigen von Ihnen, die sich nicht nur für das musikalische, sondern auch für das pädagogische Werk Carl Orffs interessieren, wird kaum überraschen, dass dabei überwiegend Kinder gespielt haben. Diejenigen, die in diesem Moment noch nicht Bescheid wissen, können etwas mehr im nachfolgenden Kultursalon erfahren, zu dem Sie Markéta Maurová einlädt.

Willkommen, liebe Hörerinnen und Hörer. Am Mikrophon ist mit mir heute der tschechische Musikpädagoge und Komponist Pavel Jurkovic. Er hat sich an der Propagierung des Werkes von Carl Orff und dessen pädagogischen Ideen in Tschechien stark verdient gemacht und war ein Mitbegründer und Vorsitzender der tschechische Orff-Gesellschaft. Pavel Jurkovic ist dabei nicht nur ein Bewunderer Carl Orffs, sondern auch dessen Schüler und Freund. Zur Einleitung hören Sie eine persönliche Erinnerung an den Komponisten.

Für die meisten Leute ist Carl Orff als der Autor des vokal-instrumentalen Werkes "Carmina Burana" bekannt. Dies gilt natürlich auch in Tschechien. Doch das Publikum hierzulande hat seit Jahrzehnten die Möglichkeit, sich auch mit anderen Kompositionen aus seinem Schaffen bekannt zu machen.

Der große Verdienst des Komponisten liegt jedoch nicht nur in seinem Komponieren, sondern auch im Bereich der Musik-Pädagogik. "Das Schulwerk will das Kind zu sich bringen, will Phantasie erwecken. Dies ist charakterbildend, ist Menschheit schaffend. Ich mache das nicht, um die Kinder zur Musikerziehung, sondern zu Menschen zu bilden, " sagte Orff selbst über sein Konzept. Er und seine Mitarbeiterin Gunild Keetman haben zwischen 1950 und 1954 ihre "Musik für Kinder" herausgegeben. Die in den fünf Bänden enthaltenen Texte, Lieder und Instrumentalstücke sind Modelle, die Kinder und Lehrer zum Spielen, Singen und Tanzen herausfordern, aber auch zum eigenen Improvisieren und Gestalten führen. Grundlegend ist dabei die Einsicht, dass Musizieren und Tanzen elementare Ausdrucksformen des ganzen Menschen, all seiner körperlichen, seelischen und geistigen Kräfte sind. In der ganzen Welt gibt es heute über 20 Orff-Schulwerk-Gesellschaften, die sich der Propagierung der Orff-Musikpädagogik im Milieu des jeweiligen Landes widmen. Auch in Tschechien ist sein Schulwerk bekannt.

Über die Tätigkeit der tschechischen Orff-Gesellschaft, an deren Wiege er mitstand, sagte uns Pavel Jurkovic.

Pavel Jurkovic setzt sich jedoch nicht nur für die Verbreitung von pädagogischen Grundsätzen Carl Orffs ein, sondern er hat sich selbst auch mit der Überführung eines Orff-Werkes ins Tschechische beschäftigt.

Anlass zur heutigen Sendung gab uns der 20. Todestag am 29. März. Das Gedenkkonzert anlässlich dieses Jubiläums ging an diesem Samstag vorbei, doch trotzdem können wir unsere heutige Sendung mit einer Einladung beenden. Denn auch die Programmgestalter der diesjährigen Musikfestspiele "Prager Frühling" haben an Carl Orff gedacht:

Soweit liebe Hörerinnen und Hörer, unser heutiger Kultursalon, in dem über das musikalische und pädagogische Werk Carl Orffs und dessen Bedeutung in der Tschechischen Republik die Rede war. Aus Prag verabschiedet sich von Ihnen Markéta Maurová.