Der Kristallglobus aus dem Filmfestival in Karlovy Vary reist in das Pariser Viertel Montmartre

Filmfestival von Karlovy Vary

Der Filmvorführer Eddie in einem braun-karierten Pullover und schmierigen Mantel, der in kurzen Filmsketchen jeden Streifen des Festivals einführte, erschien am Samstagabend live vor dem Publikum. Gerade ihm wurde die Aufgabe anvertraut, das 36. internationale Filmfestival in Karlovy Vary (Karlsbad) zu beenden. Markéta Maurová war dabei.

Filmfestival von Karlovy Vary
Mehr als 280 Filme, darunter 13 Uraufführungen, zig Filmstars, Hunderte Filmschaffende und fast 10 000 Zuschauer. Auch mit diesen nüchternen Zahlen lässt sich das internationale Filmfestival von Karlovy Vary charakterisieren. Am letzen Tag fragte ich seine Programmdirektorin Eva Zaoralová, mit welchen Gefühlen sie auf die vergangenen Tage zurückblickt:

"Ich muss sagen, dass ich zufrieden bin. Ich meine, es gab nicht so viele Probleme, die Leute waren in Kinos, ich glaube, dass die Filme ihnen gefallen haben, das Wetter war auch schön - also ich bin zufrieden."

Frau Zaoralova fragte ich auch nach ihren beliebtesten Filmen aus dem Festivalangebot:

"Meine Favoriten sind Amelie und Tereska."

Ob sich dieser Wunsch und Tipp erfüllte, erfuhr Frau Direktorin und viele andere Zuschauer während des feierlichen Abschlussabends im Großen Kinosaal des Hotels Thermal. Weltbekannte Filmstars wurden eingeladen, um dem Abend den nötigen Glanz zu verleihen und die Preise zu vergeben: Miranda Otte, Julian Sands, Oleg Menschikow, Thori Birch, Sarah Wynton und andere waren dabei. Auf das Podium kam auch der bekannte Ghandí-Darsteller Ben Kingsley, der einen Preis für seinen Beitrag zur Weltkinematografie entgegennahm und zu diesem Anlass das Publikum mit einem Kopfstand überraschte. Und wer war der glückliche Gewinner? Allen Erwartungen entsprechend erhielt der französische Film "Le fabuleux destin d´Amelie Poulain" oder "Amelie vom Montmartre" des Regisseurs Jean-Pierre Jeunet den Grand-Prix des Festivals, den Kristallglobus.

Die Reize dieses Films wussten auch seine Konkurrenten einzuschätzen. Der Regisseur des deutschen Films im Wettbewerb, Stefan Jäger, sagte mir dazu:

Chico
"Er ist sehr poetisch und es ist eine wundersame Liebesgeschichte es ist auch sehr filmisch auch. Also sehr originell und das haben wir schon lange - glaube ich - so schön gesehen. Man wird dann Kind, wenn man da sitzt und das schaut, es ist wie ein Märchen für Erwachsene."

Auch der zweite Frauenname, den wir von Frau Zaoralova gehört haben, wurde während der Preisverleihung genannt. Ein Sonderpreis der Jury ging an den polnischen Streifen Robert Glinskis "Hallo Tereska". Den Preis für Regie übernahm die ungarische Regisseurin Ibolya Fekete für ihren Streifen "Chico". Die beste Schauspielerin und der beste Schauspieler, Viveka Seldahl und Sven Wollter, spielten im schwedischen Film "Ein Lied für Martin".