In der St. Bartholomäuskirche in der Prager Altstadt wird eine neue Orgel geweiht

r_2100x1400_radio_praha.png

Der Begriff "Bartolomejska" war in der Zeit des kommunistischen Regimes ein Synonym für Angst, Einschüchterung und Leiden. Denn in dieser Straße - in den einstigen Klosterräumlichkeiten - hatte der kommunistische Geheimdienst StB seine Büros, aber auch Verhör- und Folterungsräume sowie sein Gefängnis. Nach der Wende von 1989 wurden die Klostergebäude den Franziskanerinnen zurückgegeben. Am Donnerstag wird in der St-Bartholomäus-Kirche eine neue Orgel geweiht. Martina Schneibergova informiert:

Die neue Orgel in der Bartholomäuskirche, die sich in der gleichnamigen Straße in der Altstadt befindet, wird während eines Wallfahrtsgottesdienstes vom Prager Erzbischof Kardinal Miloslav Vlk geweiht. Die Bartholomäuskirche selbst, die Bestandteil des Klosters der Grauen Schwerstern des III. Ordens des Heiligen Franziskus ist, wurde nach fast 50 Jahren - am 18. April 1998 wieder geweiht. Denn - wie bereits erwähnt wurde - wurden die Klostergebäude einschließlich der Kirche Jahre 1949 dem kommunistischen Geheimdienst zur Verfügung gestellt, der sie entsprechend ausnutzte.

Die Bartholomäuskirche wurde 1731 von Kilian Ignaz Dientzenhofer erbaut und mit Fresken von Vaclav Vavrinec Reiner verziert. Die Kirche wurde auf der Stelle erbaut, wo einst das sog. "Neue Jerusalem" stand - das von dem Reformprediger Jan Milic aus Kremsier als eine Art Asylhaus errichtet wurde. 1772 wurde die Kirche entweiht, Mitte des 19. Jahrhunderts wurde sie von Baronin Tbysebaert gekauft und später der Kongregation der Grauen Schwestern als Bestandteil des soeben gegründeten Klosters geschenkt. Die Ordensschwestern waren im Kloster bis 1949 tätig. Seitdem wurde der Gebäudekomplex vom Innenministerium genutzt.

Nach der Wende wurden die Klostergebäude ohne Bartholomäuskirche den Ordensschwestern in einem recht erbärmlichen Zustand zurückgegeben. Die Kirche wurde ihnen vom Staat 1995 auch in einem Havariezustand übergeben. Reiners Fresken waren so beschädigt, dass nicht einmal die Experten an ihre Rettung glaubten. Die St- Bartholomäus-Kirche - eines der bedeutendsten architektonischen Werke des Spätbarocks - wurde knapp drei Jahre lang renoviert. An der Renovierung beteiligten sich tschechische staatliche und auch aber ausländische Institutionen sowie einzelne Spender. Zur Renovierung trugen bedeutend auch die Schwestern aus ihren eigenen Quellen bei.