Die Kunst der sechs Saiten - Internationales Gitarren-Festival in Brünn

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In Brünn / Brno läuft derzeit das 22. Internationale Gitarren-Festival. Seit Sonntag finden dort Konzerte, Workshops, Vorträge sowie ein musikalischer Talentwettbewerb statt.

Sechs Saiten lassen Brünn vibrieren – denn die südmährische Stadt beherbergt in dieser Woche das Internationale Gitarren-Festival. Musiker, Pädagogen und Instrumentenbauer sind zusammengekommen, um sich weiterzubilden und natürlich auch öffentlich aufzutreten. Im Mittelpunkt steht, ganz dem Namen nach, die Gitarre, aber auch weitere Saiteninstrumente werden erklingen. Die Veranstaltung wird von der Tschechischen Gesellschaft für Gitarren organisiert. Ihr Vorsitzender und zugleich der künstlerische Leiter des Festivals ist der Gitarrist und Musikpädagoge Vladislav Bláha.

„Das Festival ist auf die klassische Gitarre spezialisiert. Zu Gast sind die berühmtesten Dozenten und Gitarristen aus der ganzen Welt. Die Künstler geben hier Konzerte und unterrichten Interessierte in Meisterkursen. Darüber hinaus halten sie Vorträge. Und schließlich veranstalten wir einen internationalen Talentwettbewerb mit dem Namen Guitartalent“, so Bláha zum Programm der Veranstaltung.

Oscar Guzman (Foto: Archiv Radio Prag)
Dieses Jahr sind über 160 Künstler an der Veranstaltung beteiligt. Neben Bláha selbst spielen unter anderen der schottische Gitarrist Matthew McAllister, der spanische Flamenco-Musiker Oscar Guzman sowie der tschechische Geigenvirtuose Pavel Šporcl.

Beim Talentwettbewerb müssen die Teilnehmer entweder klassische oder romantische Kompositionen zum Besten geben. Eine Jury aus erfahrenen Musikern bewertet im Anschluss die Leistungen. Die Gewinner erhalten als Preise Instrumente und Gitarrenzubehör. Seit Jahren schon zählt diese Veranstaltung zu einem der bekanntesten Festivals seiner Art in Mitteleuropa. Bláha verrät das Erfolgsgeheimnis:

„Das Besondere an diesem Festival ist das hohe Niveau der Konzerte und der Seminare. Dafür sorgen unsere bekannten und herausragenden Musiker und Dozenten.“

Vladislav Bláha (Foto: ČT24)
Bláha verfolgt eine Absicht: Die klassische Gitarre soll wieder populärer werden. Denn auf diesem Instrumente ließen sich nicht nur einfach Akkorde anschlagen, sondern komplexe und schöne Werke spielen und komponieren.

Veranstaltungsorte sind bekannte Plätze und Gebäude in Brünn. Das Flamenco-Konzert am Sonntag fand auf der Burg Spielberg statt. Daneben stehen auch das Gebäude der Philharmonie sowie andere historische Bauwerke zur Verfügung. Darauf legen die Veranstalter großen Wert.

„Der Talentwettbewerb wird am Dienstag und Mittwoch im Alten Rathaus ausgetragen. Das Alte Rathaus ist aus dem 13. Jahrhundert. Das Neue Rathaus hingegen wurde im 17. Jahrhundert erbaut. Die Meisterkurse werden in einem anderen historischen Gebäude abgehalten, einer Schule aus dem 19. Jahrhundert. An dieser Schule hat auch der Begründer der Genetik, Gregor Mendel, unterrichtet. Wir freuen uns deswegen sehr, dass uns historisch bedeutende Gebäude für unser Festival zur Verfügung stehen“, so der Musiker Bláha.

Aus den Erfahrungen der letzten Jahre erwarten die Veranstalter auch dieses Mal mehrere tausend Besucher. Sie alle vereint eines: die Liebe zur Musik, die Liebe zur Gitarre.