Für einen gesunden Winterschlaf: Tschechische Imker checken ihre Bienenstöcke
Der Sommer ist definitiv vorbei, aber so richtig kalt ist es immer noch nicht. Weil es in Tschechien auch Mitte Oktober noch Temperaturen von 20 Grad gab, waren die Bienen länger als gewöhnlich aktiv. Damit steigt das Risiko, dass die Tiere sich mit Varroose angesteckt haben. Darum prüfen die hiesigen Imker derzeit genauestens ihre Bienenstöcke.
Tadeáš Nováček bittet seinen Kollegen Marian Hýbl, näher an den Bienenstock heranzutreten. Die beiden Imker aus České Budějovice / Budweis kontrollieren jedes Jahr im Herbst, ob ihre Schützlinge nicht von Varroose befallen sind. Nováček zieht ein Rähmchen heraus und hält es über einen großen Trichter. Er erläutert:
„Wir streichen die Bienen in eine Kiste ab, in der wir sie dann auf Infektionen hin untersuchen.“
Varroose ist eine tödliche Parasitenkrankheit bei Honigbienen, die häufig auftritt. Sie wird von der Varroamilbe übertragen, die sich an die Biene hängt und in ihr einen passenden Wirt findet. Ungewollt überträgt das Insekt den Parasiten dann auch auf die Brut.
Marian Hýbl hält die Kiste in der Hand. Er besprüht sie mit Kohlenstoffdioxid...
Tödliche Krankheit
Die Bienen fallen in einen Schlaf, und die Imker können weiter verfahren. Hýbl kommentiert:
„In die Kiste passen ungefähr 200 Bienen. Ich schüttele sie jetzt ein bisschen, und durch das eingebaute Netz fallen die Milben heraus. Diese können wir dann zählen. Durch diese Methode finden wir auf schonende Weise heraus, wie stark die Bienen befallen sind.“
Die Parasiten liegen nun auf dem Deckel der Kiste. Eine Milbe ist nur etwas mehr als einen Millimeter lang. Nováček schaut genau hin:
„Wir sehen elf Stück. Das ist bei 200 Bienen ein recht hoher Wert. Daher sollte der Bienenstock behandelt werden.“
Dafür werden üblicherweise Vernebler benutzt. Deren Rauch tötet die Schädlinge ab. Dazu sagt Marian Hýbl:
„Dies ist die am häufigsten angewandte Methode. Sie ist aber nicht die einzige. Ich persönlich bevorzuge alternative Stoffe, wie etwa Oxalsäure. Ich habe hier einen Zerstäuber, in den ich eine Mischung aus Oxalsäure und Saccharose fülle. Diese tropfe ich auf die Rähmchen und in die Zwischenräume, wo sich die Bienen aufhalten.“
Schonende Methoden
Varroose trat in der Tschechoslowakei erstmals Ende der 1970er Jahre auf. In den folgenden Jahren hat sich die Krankheit über das ganze Land verteilt. Es fehlt bis heute an flächendeckenden Präventivmaßnahmen. Im Übergang von 2007 zu 2008 fiel etwa ein Drittel aller Bienenvölker in Tschechien dem Parasitenbefall zu Opfer.
Warum die Kontrolle der Bienenstöcke gerade dieses Jahr so wichtig ist, erklärt Tadeáš Nováček:
„Weil es diesmal einen extrem warmen Herbst gibt, neigen die Bienen noch dazu, auch an Tagen auszufliegen, an denen sie das sonst schon nicht mehr gemacht haben. Dadurch besteht die Möglichkeit, dass die Milben auch auf weitere Bienenstöcke übertragen werden. Diese Kontrolle ist zur Vorbereitung der Überwinterung nötig, damit wir ein mögliches Absterben der Tiere verhindern.“
Entgeht den Imkern der Befall durch die Varroamilbe, und wird der Bienenstock nicht entsprechend behandelt, dann gehen die Insekten daran im Verlaufe des Winters mit 100-prozentiger Sicherheit ein.







