Gedenkveranstaltungen an der deutschen Botschaft Prag

Foto: Gerald Schubert

Anlässlich des 25. Jahrestags der Ausreise von tausenden DDR-Flüchtlingen über die westdeutsche Botschaft in Prag werden dieser Tage direkt in der Botschaft mehrere Gedenk- und Festveranstaltungen abgehalten.

Hans-Dietrich Genscher (Foto: YouTube)
Schlüsseltag ist der 30. September – jener Tag, an dem der damalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher im Jahr 1989 den mehr als 4000 Flüchtlingen im Botschaftsgarten den Weg in die Freiheit versprach. Genscher und der ehemalige Kanzleramtsminister Seiters sind am Dienstag persönlich zu den Feierlichkeiten nach Prag gereist. Bereits am Vormittag kam es zu einer Begegnung mit ehemaligen Botschaftsflüchtlingen. Genscher würdigte die Rolle jener Menschen, die vor 25 Jahren in der Botschaft Zuflucht gesucht hatten: „Die Flüchtlinge, die damals hier in Prag waren, haben ihr eigenes Schicksal in die Hand genommen, aber in Wahrheit haben sie Geschichte geschrieben“, sagte Genscher. Der 87-Jährige äußerte sich auch zu den aktuellen politischen Spannungen zwischen Ost und West: Wer sich für Stabilität, Frieden und Zusammenarbeit in Europa verantwortlich fühle, müsse tief besorgt sein, so Genscher. Am Mittag traf auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier zu den Jubiläumsfeierlichkeiten in Prag ein. Für den Nachmittag sind noch ein Zeitzeugengespräch im Kuppelsaal der Botschaft und ein festlicher Empfang geplant.

Foto: Gerald Schubert
Bereits am Vorabend des Jahrestages wurde an der Botschaft der Ereignisse von 1989 gedacht. Am Nachmittag fuhren zahlreiche Trabis in den Hof der Botschaft ein und erinnerten an jene Autos, die vor 25 Jahren von DDR-Flüchtlingen in den Gassen der Prager Kleinseite zurückgelassen worden waren. Danach wurde im Kuppelsaal der neue Dokumentarfilm „Zug in die Freiheit“ vorgeführt. Der Streifen von Matthias Schmidt und Sebastian Dehnhardt zeichnet in Interviews, Archivaufnahmen und eingebauten Spielszenen die dramatischen Ereignisse von damals nach. Im Anschluss an die Filmvorführung stand Co-Regisseur Schmidt dem Publikum Rede und Antwort. Unter den Gästen befanden sich auch zahlreiche Botschaftsflüchtlinge des Jahres 1989.