Gesundheitsministerium zählt über 2600 Entschädigungsanträge wegen Zwangssterilisierungen

Das tschechische Gesundheitsministerium hat insgesamt mehr als 2600 Entschädigungsanträge von Frauen erhalten, die in der Tschechoslowakei und in Tschechien illegal zwangssterilisiert wurden. Dies teilte der stellvertretende Gesundheitsminister Ladislav Švec am Mittwoch mit. Demnach wurde bisher 1150 Anträgen entsprochen, und rund 600 wurden abgelehnt. Die ausgezahlte Entschädigungssumme liegt bei 360 Millionen Kronen.

Seit 2022 können die betroffenen Frauen um eine Entschädigung bitten. In den überwiegenden Fällen handelt es sich um Angehörige der Roma-Minderheit. Mit den Zwangssterilisierungen begann der tschechoslowakische Staat 1966. Diese illegale Praxis wurde auch in Tschechien übernommen und bis 2012 weitergeführt. Für ihr Leid wurde den Frauen eine einmalige Entschädigung von jeweils 300.000 Kronen (11.500 Euro) in Aussicht gestellt.

Autor: Till Janzer