Handelserleichterung für tschechische Landwirtschaftsprodukte

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Ab Samstag dieser Woche tritt ein neues Handelsabkommen zwischen der Tschechischen Republik und der Europäischen Union in Kraft. Dieses Vertragswerk beinhaltet den Abbau der gegenseitigen Einfuhrzölle für landwirtschaftliche Produkte. Von tschechischer Seite erwartet man eine Einkommensverbesserung gerade bei den Exporteuren von Landwirtschaftprodukten, die höher sein soll als der zu erwartende Verlust der Zolleinnahmen in der Staatskasse. Ob dies ein erster Schritt zu einer Normalisierung in der Handelspolitik zwischen Tschechien und der EU hinsichtlich des Landwirtschaftssektors ist, dazu mehr von unserem freien Mitarbeiter Armin Sandmann:

Die schon vor längerer Zeit durch den EU-Kommissar für Landwirtschaftsfragen, Franz Fischler, prognostizierte Verbesserung in der Agrarpolitik der EU gegenüber den kommenden Beitrittskandidaten ist nun eingetreten. Kämpfte man bisher um fast jedes Kilo Äpfel oder Weizen, das man in die EU ausführen wollte ohne mit einem Strafzoll belegt zu werden, so wird dies ab Samstag dieser Woche kein Thema mehr sein. Diese Tatsache ermöglicht ein Abkommen, das die Europäische Union mit 9 potentiellen Beitrittskandidaten unterzeichnet hat. Somit öffnet sich der durch Subventionen genaustens regulierte Landwirtschaftsmarkt der EU für tschechische Anbieter. So steigt nun der Anteil der zollfrei ausgeführten Agrarprodukte von bisher 37 auf fast 77 Prozent. Dies bedeutet nach Verlautbarungen des tschechischen Landwirtschaftsministers Jan Fencl eine jährliche Mehreinnahme für die tschechischen Agrarexpoteure von 540 Millionen Kronen, was ca. 30 Millionen DM entspricht. Umgekehrt wird auch die Einfuhr aus der Europäischen Union nach Tschechien um ca. 17 Prozent steigen, was durch die nun wegfallenden Zolleinnahmen ein Minus von 320 Millionen Kronen, ca. 17,5 Millionen DM, in der Staatskasse verursacht. Dennoch - so fügte Landwirtschaftsminister Fencl hinzu - handele es sich bei den jetzt zollfreien Waren um Produkte, die bisher auch nur mit einem 10 prozentigen Zolltarif belegt waren. Ausgemommen von diesem neuen Abkommen sind Waren, die innerhalb der EU besondere Subentionen geniessen. Für diese Produkte werde man für weitere 4 bis 6 Jahre Zolltarife erheben. Trotz all dieser Neuerungen bleibt der direkte Nachbar der Tschechischen Republik, Polen, von diesem Vertragswerk ausgeschlosen, denn nach Meinung der Europäischen Union habe Polen im letzten Jahr auf dem Gebiet der Landwirtschaft gegen den Assoziierungsvertrag verstossen.

Autor: Armin Sandmann
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