Im Briefkasten: Brot und Wein

Foto: Štěpánka Budková
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Im heutigen Hörerforum geht es unter anderem um Brot und Wein, um religiöse Kleindenkmäler in der Landschaft und natürlich wie immer um Ihre Post.

Foto: Archiv des Tschechischen Rundfunks - Radio Prag
Hallo aus Prag. Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe des Hörerforums, Ihrer Sendung bei Radio Prag. Vielen Dank für Ihre Zuschriften und Empfangsberichte, E-Mails und Postkarten.

Lutz Winkler aus Schmitten im Taunus hat uns einen längerem Brief geschrieben und dabei mehrere Themen angesprochen:

„Sehr interessant war der heutige Beitrag zum Welttag des Brotes. Für mich ist das Brot immer noch ein sehr wichtiges Lebensmittel. War es vor der Wende zu billig – da wurde es an Schweine verfüttert – so sind die Brotpreise nach der Wende enorm angestiegen. Die Qualität des Brotes ist sehr unterschiedlich, und seitdem in Deutschland die großen Supermarktketten halbfertige Teiglinge aufbacken und dies als frisch gebackenes Brot verkaufen – seitdem habe ich die Bäcker wieder entdeckt. Von den eingepackten Broten halte ich auch nichts, das verbindet mich wohl mit dem tschechischen Verbraucher.“

Bäckerei-Sterben

Foto: Štěpánka Budková
In Deutschland sei ein Bäckerei-Sterben zu beobachten, schreibt Herr Winkler weiter:

„Viele Bäckereien müssen schließen, weil die Menschen dann doch eher die Brote und Backwaren beim Discounter kaufen. Dann fehlt der Umsatz in den Bäckereien und diese müssen schließen. Ist solch eine Entwicklung auch in Tschechien zu beobachten?“

In Tschechien gibt es auf den ersten Blick nicht so viele Kleinbäckereien wie in Deutschland. Doch die Entwicklung in dem Gewerbe lässt sich vergleichen. Seit dem Jahr 2000 hat nach Angaben des Bäcker-Verbandes jeder siebte Bäcker Bankrott gemacht. Die Bäcker rufen vor allem nach einer Preiserhöhung beim Brot, und zwar um etwa ein Drittel. Der Preis für ein Kilo Konsumbrot liegt hierzulande bei etwa 22 Kronen (80 Euro-Cent) – das ist der achtbilligste Preis in der EU. Seit der Wende ist der Brotpreis um das Fünffache gestiegen. Die Kosten für die Produktion des Brotes aber wuchsen nach Angaben der Bäcker um rund das Zehnfache. In Tschechien werden in 700 Bäckereien etwa 300.000 Tonnen Brot pro Jahr hergestellt. Jeder Tscheche kauft etwa 40 Kilo Brot jährlich. Zurück aber zum Brief von Lutz Winkler. Er hat noch eine Frage gestellt.

„Sie haben ja schon oft über die tschechischen Weinbaugebiete gesprochen – leider ist der tschechische Wein noch nicht in den deutschen Läden angekommen. Wie sieht die Ernte voraussichtlich in diesem Jahr aus?“

Weinernte – geringer, aber von hoher Qualität

Foto: Filip Jandourek,  Archiv des Tschechischen Rundfunks
Sie wird im Verhältnis zu den letzten Jahren geringer ausfallen, dafür aber wird sie von hoher Qualität sein. So lassen sich die Erwartungen der mährischen und böhmischen Winzer in diesem Jahr kurz zusammenfassen. Jüngsten Aussagen der Winzer zufolge hat der Frost im Mai viele Trauben vernichtet. An manchen Weinbergen fielen ihm bis zu 70 Prozent der Weinstöcke zum Opfer. Dort, wo es keine Frostschäden gibt, kann man hingegen dank des warmen und sonnigen Spätsommerwetters eine hohe Weinqualität erwarten.

Auch beim folgenden Kommentar von Fritz Andorf aus Meckenheim bleiben wir gewissermaßen beim Thema Gebäck.

„Im Wirtschaftsmagazin berichten Sie von der Kette Bageterie Boulevard, die sich anschickt, auch nach Deutschland zu expandieren. Das begrüße ich sehr, denn damit wird das bisherige ‚Monopol‘ der amerikanischen Ketten endlich durchbrochen. Und die Zutaten für die Baguettes dürften sogar besser und frischer sein, so wie es geschildert wurde. Sogar ein Chef-Menü soll langeboten werden. Na, dann bin ich ja mal gespannt, aber wir in Westdeutschland werden wohl noch eine Weile warten müssen.“

Soweit Fritz Andorf zum geplanten Einstieg von Bageterie Boulevard in Deutschland. Zu einem Thema der Sendereihe Forum Gesellschaft bemerkte er:

Abkehr von der Religion – Verfall der religiösen Kleindenkmäler

Foto: Aleš Naňák
„Mit etwas Wehmut angesichts der immer mehr zurückgehenden religiösen Tradition habe ich den Bericht über das Schicksal der religiösen Kleindenkmäler in Südostmähren gehört. In meiner Geburtsheimat, der schlesischen Grafschaft Glatz, gab es ebenso viele Wegekreuze und ‚Marterln‘, auch auf den Feldern. Und wir wurden als Kinder immer angehalten, beim Vorübergehen an diesen religiösen Zeichen ein Kreuz zu machen, was eigentlich ein schöner Brauch war. Aber bei der heutigen allgemeinen Abkehr von der Religion ist der Verfall dieser religiösen Kleindenkmäler eigentlich kein Wunder. Man kann einfach nichts mehr anfangen damit und kennt vielfach auch nicht mehr die Bedeutung.“

Dietmar Wolf hat an demselben Tag wie Herr Andorf, also am 13. Oktober, die Sendung von Radio Prag gehört. Zum Beitrag über die religiöse Landschaftskultur schrieb er:

„Sehr, sehr interessanter Bericht – tolle Recherche.“

Und ebenso wie Fritz Andorf hat auch Dietmar Wolf die abschließenden Gitarrenklänge von Stanislav Barek gelobt:

„Die Gitarrenmusik hat mir heute besonders gefallen, war ja leicht jazzig mit interessanten Harmonien. Der Beatles Song ‚With a little help from my friends‘ hat mich inspiriert, da hab ich mich gleich auch mal ans Klavier gesetzt.“

Herr Wolf hat uns sogar seine eigene Version als mp3 geschickt. Sehr schön, Herr Wolf, vielen Dank dafür.

80. Jubiläum von Radio Prag  (2016)
Franz Schanza aus Niederschrems bedankte sich für die Jubiläums-QSL-Karte, sie stelle eine Bereicherung für seine Sammlung dar. Und zum Programm schrieb er:

„Die Beiträge über das Bußgeld eines Lkw-Fahrers in Frankreich und über das Tagebuch von Václav Havel waren sehr interessant. Der Empfang war störungsfrei.“

Und das war es für heute im Hörerforum. Ich hoffe, Sie schalten auch in vierzehn Tagen wieder ein. Wenn Sie Fragen, Beschwerden, Wünsche oder Anregungen haben, dann schreiben Sie uns doch an folgende Adresse: Radio Prag, Vinohradská 12, 120 99 Prag 2, Tschechische Republik. Sie können uns natürlich auch eine E-Mail schreiben an: deutsch@radio.cz. Machen Sie's gut. Auf Wiederhören bis zum nächsten Mal.