Iustitia et Pax: Tschechisch-deutsche Beziehungen müssen auf Versöhnung und Respekt beruhen
Der Rat Iustitia et Pax, der bei der Tschechischen Bischofskonferenz tätig ist, hat am Donnerstag eine Erklärung veröffentlicht. Darin wird darauf hingewiesen, dass eine gute Nachbarschaft keine Selbstverständlichkeit sei. Diese entstehe aus der Bereitwilligkeit zuzuhören, sich zu begegnen und nach Verständigung auch dort zu suchen, wo die Vergangenheit schmerzvolle Spuren hinterlassen habe, hieß es. Die tschechisch-deutschen Beziehungen dürfen laut der Erklärung nicht auf altem Unrecht beruhen, sondern auf Versöhnung, gegenseitigem Respekt und einer gemeinsamen Verantwortung für die Zukunft Europas.
Iustitia et Pax betont, dass zu denjenigen, die die Bedeutung guter Nachbarschaftsbeziehungen verstehen, die Veranstalter des Festivals Meeting Brno gehören. In der Vergangenheit luden sie, wie in der Erklärung erinnert wird, Vertreter der bedeutenden jüdischen Familien Löw-Beer, Tugendhat und Stiassni ein, die vor den Nationalsozialisten aus Brno / Brünn flüchteten und nie mehr zurückkehren durften. Der Verein habe, hieß es, ein Treffen der „Winton-Kinder“ und Programme für die Unterstützung für belarussische Exilanten organisiert. Nach zehn Jahren Zusammenarbeit luden die Festivalveranstalter die sudetendeutschen Landsleute ein, damit sie ihr Pfingsttreffen in Tschechien organiseren. Iustitita et Pax fordert dazu auf, eine Chance auch den Begegnungen zu geben, die mit dem bevorstehenden Sudetendeutschen Tag in Brünn verbunden sind.