Jahrespreis der Stiftung Pangea

r_2100x1400_radio_praha.png

Am Sonntag findet im Prager Theater Na Vinohradech die traditionelle Verleihung des Jahrespreises der Stiftung PANGEA statt.diesmal aus einem besonderen Anlass: Pangea, deren Tätigkeit auf dem Vermächtnis des bekannten tschechischen Pädagogen und Gelehrten Jan Amos Komensky aufbaut, feiert ihr 10jähriges Bestehen. Weitere Einzelheiten erfahren Sie im folgenden Beitrag von Evelyn Florian.

PANGEA wurde 1991 zu Ehren des 400.Geburtstages von Jan Amos Komensky/Comenius, gegründet. Das deklarierte Ziel war es, die humanistischen Gedanken von Komensky weiterzuführen und mit Hilfe dieser Stiftung zu verbreiten .

PANGEA - diese Bezeichnung stammt von Comenius selbst - steht für die Verbindung von ganz Europa, allen Kontinenten und Staaten, die sich für die humanistischen Gedanken von Jan Amos Komensky einsetzen und sie zum Wohle der Menschheit verwirklichen wollen.

Dieses Ziel verfolgt die Stiftung Pangea durch zwei Projekte. Worum es sich hierbei handelt, sagte Radio Prag der Vorsitzende des Verwaltungsrates von PANGEA, Tomas Subert:

" Es geht um die Verleihung unserer Jahrespreise, bekannt unter dem Titel "Für die Bemühung um die Verbesserung der menschlichen Angelegenheiten". Der Preis, der als Ausdruck der Anerkennung für das Lebenswerk bedeutender Persönlichkeiten gilt, wird nicht nur tschechischen, sondern auch ausländischen Intellektuellen verliehen. Außerdem veranstalten wir regelmäßig ein multikulturelles und multifunktionalles Treffen, bei dem allgemeine gesellschaftliche Probleme besprochen werden. Darüber hinaus beschäftigen wir uns mit möglichen Methoden, wie die soziale Entwicklung in die richtige Richtung zu leiten wäre."

Der Pangea-Jahrespreis wird diesmal an das Schriftstellerehepaar Zdena Salivarova und Josef Skvorecky verliehen. Im Jahre 1969 verließ der damals schon renomierte Schriftsteller mit seiner Frau das von den Sowjets besetzte Land und gründete im kanadischen Toronto den Buchverlag " Sixty Eight Publishers". Während seiner etwa 20jährigen Existenz gab der Verlag rund 200 Titel der tschechischen Exilliteratur heraus.

Aus Anlass der Preisverleihung schrieb der seit 1975 in Paris lebende tschechische Schriftsteller Milan Kundera in einer Grussbotschaft, die am Sonntag Abend während der feierlichen Zeremonie verlesen wird, über den Verdienst von Zdena Salivarova und ihrem Mann u.a. folgendes :

"Zu dem Zeitpunkt, als der Grossteil der tschechischen Literatur aus der Heimat verbannt wurde, gründete sie mit Josef in Toronto einen kleinen Verlag gewissermaßen als Asyl. Der Schock der russischen Okkupation hat dazu geführt, dass ich damals die Rettung der tschechischen Literatur als eine Frage der weiteren Existenz der Nation oder ihres Untergangs betrachtete."

Neben dem Ehepaar Skvorecky wird auch der weltbekannte polnische Theater - und Filmregisseur Andrzej Wajda mit dem Pangea-Preis ausgezeichnet. Warum gerade er als Preisträger ausgewählt worden ist, sagte uns der Schriftsteller und Mitgründer der Stiftung, Petr Horejs :

" Wajda hat in seinem umfassenden Filmwerk etwas erreicht, was für schier unmöglich gehalten wurde. Er schaffte es, sehr geschickt die grundlegenden menschlichen Werte inmitten des totalitären Regimes im kommunistischen Polen zu formulieren."

Autor: Evelyn Florian
abspielen