Kirche in Böhmerwaldgemeinde Kvilda wird renoviert – auch dank Spenden der Bewohner und Besucher
Die Kirche in der Böhmerwaldgemeinde Kvilda wird derzeit renoviert. Einwohner sowie Besucher haben zur Instandsetzung des Sakralbaus beigetragen.
Die Böhmerwaldgemeinde Kvilda – auf Deutsch hieß sie Außergefild – hat zwar nur etwa 120 Einwohner. Doch im Sommer platzt der Ort aus allen Nähten, denn für viele Touristen ist Kvilda ein attraktives Ziel und ein beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen. Eine der Dominanten der Gemeinde ist die St.-Stephan-Kirche. Der pseudogotische Sakralbau entstand in den 1890er Jahren, nachdem die frühere Kirche und fast die ganze Gemeinde durch einen Brand zerstört worden waren.
Das mit Böhmerwälder Schindeln gedeckte Gotteshaus ist die am höchsten gelegene Kirche in Tschechien. Sie befindet sich auf 1056 Metern Meereshöhe. Derzeit wird sie nach und nach in Stand gesetzt. Die Arbeiten begannen beim Eingangsportal und der Tür, die Jahre lang vom Regen beschädigt wurden. Ganz oben am Portal befindet sich ein Ornament, das restauriert werden muss, damit es wiederzuerkennen ist. Milan Koller arbeitet an einer Schablone, die für die Widerherstellung des Ornaments notwendig ist. In den Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks merkte er an:
„Eigentlich sollte nur der lose Putz entfernt werden. Letztlich stellte sich heraus, dass alles lose war, sodass alles bis auf die Ziegel abgekratzt werden musste. Das Schlimmste haben wir bereits hinter uns.“
Der nächste Schritt bei der Instandsetzung des Bauwerks soll die Belüftung des Dachaufbaus sein. Radek Thér (parteilos) ist Bürgermeister von Kvilda. Er betonte:
„An der Innenseite der Konstruktion kondensiert Wasser. Bei der bisher letzten Dacherneuerung wurde der Dachaufbau nicht belüftet. Dies ist ein weiteres Problem, das wir angehen werden. Als Nächstes sollte ein Entwässerungssystem für das gesamte Bauwerk installiert werden.“
Dadurch soll die Feuchtigkeit, die der Kirche zu schaffen macht, unter Kontrolle gebracht werden. Anschließend könnten laut dem Bürgermeister die Wandmalereien im Interieur restauriert werden. Die Instandsetzung der Kirche ist dank Spenden möglich. Radek Thér:
„Die Spenden kamen von lokalen Unternehmern sowie von Besuchern des Ortes. Uns ist es gelungen, rund 650.000 Kronen (etwa 26.900 Euro, Anm. d. Red.) aufzubringen. Die ersten Arbeiten am Eingangsportal sind damit finanziert. Wir werden die Mittelbeschaffung für die nachfolgenden Phasen, deren Kosten noch nicht berechnet wurden, fortsetzen.“
Die Spenden sind über einen QR-Code möglich, der an einer Seite der Kirche hängt. Die Gemeinde veranstaltet zudem Benefizkonzerte. Der Bürgermeister ergänzt:
„Bei den Veranstaltungen in der Kirche versuchen wir Spenden für den Stiftungsfonds zu sammeln. Außerdem gibt es eine Website mit umfassenden Informationen über die laufenden Arbeiten und die anstehenden Veranstaltungen sowie Einzelheiten dazu, wo und wie man einen Beitrag leisten kann.“
Eigentümer der St.-Stephan-Kirche ist die katholische Pfarrei Vimperk. Die Initiative der Gemeinde, den Sakralbau zu restaurieren, wurde inzwischen vom dortigen Pfarrer gewürdigt.
Mehr über den Stiftungsfonds erfahren Sie unter: www.kostelkvilda.cz







