Möglicher Terroranschlag auf Rüstungskonzern in Tschechien: Innenminister beruft Krisenstab ein

Auf dem Gelände des Rüstungskonzerns LPP Holding in Pardubice ist es am frühen Freitagmorgen zu einem Brand gekommen. Die tschechische Polizei gab bekannt, man gehe Informationen nach, denen zufolge eine konkrete Gruppe Verdächtiger einen Anschlag verübt haben soll. An den Ermittlungen sind auch der Inlandsnachrichtendienst BIS, der Militärnachrichtendienst VZ und das Nationale Zentrum zur Bekämpfung von Terrorismus, Extremismus und Cyberkriminalität (NCTEKK) beteiligt. Die Oberstaatsanwaltschaft Prag hat den Fall übernommen. Tschechiens Innenminister Lubomír Metnar (Partei Ano) gab auf X bekannt, er habe den Krisenstab seines Ressorts einberufen. Der Vorfall hänge womöglich mit einem Terroranschlag zusammen, so der Minister.

Laut Recherchen des Nachrichtenportals Aktuálně.cz soll sich die Gruppierung The Earthquake Faction zu dem Brandanschlag bekannt haben. Die LPP Holding informierte, niemand sei bei dem Feuer verletzt worden. Der Waffenhersteller hatte Ende 2023 angekündigt, innerhalb von zwei Jahren eine gemeinsame Fertigungsstätte mit der israelischen Firma Elbit Systems in Tschechien zu bauen. Dort sollten Drohnen für das Militär entwickelt und produziert werden, hieß es damals. Angriffe auf Elbit-Werke hatte es zuletzt auch in anderen europäischen Ländern gegeben. Tschechiens Premier Andrej Babiš (Partei Ano) bezeichnete die Informationen, denen zufolge der Brand im Zusammenhang mit dem Gaza-Krieg stehen könne, am Freitag als ernst.