Nach mutmaßlichem Terroranschlag in Pardubice: Tschechiens Premier Babiš sagt Reise nach Ungarn ab

Nach dem mutmaßlichen Terroranschlag auf einen Rüstungskonzern in Pardubice hat Tschechiens Premier Andrej Babiš (Partei Ano) seine geplante Reise nach Ungarn abgesagt. Einige Informationen in dem Fall könnten nicht telefonisch, sondern nur persönlich übermittelt werden, teilte Babiš am Freitagabend mit. Er habe seine Reise nach Budapest deshalb abgebrochen.

Babiš sollte am Samstag in Budapest bei einer Veranstaltung der rechtskonservativen CPAC-Bewegung auftreten. Am Montag sollte er in der ungarischen Hauptstadt am Treffen der Patrioten für Europa teilnehmen. Hauptredner wird dort Ministerpräsident Viktor Orbán sein, angekündigt sind zudem Auftritte von weiteren europäischen Rechtsaußenpolitikern wie Marine Le Pen aus Frankreich, Geert Wilders aus den Niederlanden oder Herbert Kickl aus Österreich. Als Reaktion auf den Vorfall in Pardubice lässt Babiš aber auch diese Zusammenkunft aus.

In Pardubice war es am Freitagmorgen zu einem Brandanschlag auf dem Gelände des Rüstungskonzerns LPP Holding gekommen. Medienberichten zufolge bekannte sich eine Bewegung zu der Tat, die den „israelischen Genozid in Gaza“ verhindern wolle. Einer Unternehmenssprecherin zufolge wurden in dem Werk aber keine Drohnen für das israelische Militär hergestellt. Übereinstimmenden Berichten zufolge wurden dort hingegen Drohnen für die Ukraine gefertigt. Wegen des Brandanschlags, den die Oberstaatsanwaltschaft als mutmaßlichen Terroranschlag einstuft, kam am Freitag der staatliche Sicherheitsrat (BRS) in Prag zusammen, zuvor traf sich der Krisenstab des Innenministeriums. An den Ermittlungen und der Fahndung nach den Tätern sind neben der Polizei auch der Inlandsnachrichtendienst BIS und der Militärnachrichtendienst VZ beteiligt.