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Zeman: Nah-Ost-Lösung nur ohne terroristische Aktionen möglich

Die Einstellung der terroristischen Aktionen ist eine der wichtigsten Bedingungen zur Lösung der Krise im Nahen Osten an, da man keinen Staat auf einer terroristischen Basis aufbauen könne. Dies erklärte der tschechische Ministerpräsident Milos Zeman am Donnerstag vor Journalisten am Rande der EU-Erweiterungskonferenz in London, wo er zu den Konferenzrednern zählte. Von der britischen Hauptstadt aus reiste Zeman gleich zum EU-Gipfel nach Barcelona weiter. Auf eine entsprechende Anfrage der Journalisten sagte Zeman, dass er einem Treffen mit dem deutschen und dem österreichischen Bundeskanzler am Rande des EU-Gipfels in Barcelona nicht aus dem Wege gehe, ein solches Treffen aber nicht geplant sei. Wegen der Kürze seines Besuchs in London standen Treffen mit britischen Politikern nicht auf dem Programm des tschechischen Regierungschefs. Der erwartete Besuch des britischen Premiers Tony Blair in Prag wiederum steht für Montag, den 25. März, ins Haus.

Havel unterschrieb Gesetz zur Öffnung der Staatssicherheitarchive

Mehr als 12 Jahre nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Regimes in der damaligen Tschechoslowakei können die Bürger der Tschechischen Republik nun zu einem Großteil die Akten des kommunistischen Staatsicherheitsdienstes (StB) einsehen. Der tschechische Präsident Václav Havel unterzeichnete am Donnerstag das Gesetz, welches die Öffnung der StB- Archive ermöglicht. In die Akten können alle Bürger des Landes über 18 Jahre sowie Ausländer, die die tschechische Staatsbürgerschaft erworben haben, Einsicht nehmen. Ein entsprechender Antrag muss beim Prager Innenministerium eingereicht werden.

Ostböhmischer Ort plant Gedenkstätte für ermordete Sudetendeutsche

Etwa 57 Jahre nach einem Massaker an 23 deutschen Bewohnern plant der ostböhmische Ort Teplice nad Metuji/Wekelsdorf eine Gedenkstätte für die Ermordeten. Am 30. Juni 1945 hatten tschechische Soldaten die vorwiegend alten Menschen, Frauen und Kinder in einem Wald erschossen und verscharrt. Das Massaker wurde nie juristisch geahndet. "Dieser Tod ehemaliger Mitbewohner nach Kriegsende war brutales Unrecht", sagte Bürgermeisterin Vera Vitová am Donnerstag. Der Ort will im September am Tatort eine Gedenkstätte einweihen, zu deren Entstehen auch ehemalige deutsche Bewohner der Region beitragen.

ODS-Chef Klaus kritisiert Art und Weise der Verhaftung Srejbers

Der tschechische Abgeordneten- und ODS-Chef Václav Klaus hat am Donnerstag die Art und Weise der Verhaftung des ehemaligen Tennisspielers und Unternehmers Milan Srejber kritisiert. Die am Mittwoch im Pilsener Armeekrankenhaus erfolgte Festnahme Srejbers, nur einen Tag nach einem chirurgischen Eingriff, bezeichnete Klaus als eine Praktik aus dem tiefsten Kommunismus. Tschechiens sozialdemokratischer Innenminister Stanislav Gross hat die Kritik von Klaus zurückgewiesen und die Verhaftung Srejbers für ordnungsgemäß erklärt. Der wegen wirtschaftlicher Straftaten im September 2001 verurteilte Srejber sollte seine fünfjährige Gefängnisstrafe am 25. Februar antreten, hatte aber aus gesundheitlichen Gründen um einen Aufschub gebeten. Sein Gesuch war jedoch am 26. Februar vom Prager Stadtgericht abgelehnt worden.

Erbenová: Tschechien sollte keine Eile mit Einführung des Euro haben

Die Tschechische Republik sollte auch nach ihrem Beitritt zur Europäischen Union keine Eile haben mit der Anbindung an die gemeinsame europäische Währung, dem Euro, haben. Stattdessen sollte das Land seine fiskale und ökonomische Unausgewogenheit beheben und sich diesbezüglich den anderen EU-Staaten annähern, sagte das Mitglied des Bankenrates der Tschechischen Nationalbank, Michaela Erbenová, am Donnerstag in einem Gespräch für die Agentur Reuters.

De Palaci: AKW Temelin hat einen EU-gleichwertigen Sicherheitsstandard

Das litauische Atomkraftwerk in Ignalina muss ohne jedwede Verhandlung seinen Betrieb einstellen, das südböhmische AKW Temelin aber nicht. Das wurde am Donnerstag in Barcelona von der EU-Kommissarin für Verkehr und Energetik, Loyola de Palaci, verkündet. Auf Anfrage der Agentur AFP konkretisierte de Palaci ihre Aussage zu Temelin und betonte, das dortige Kraftwerk sei "so modernisiert und komplettiert worden, dass dessen Sicherheit auf ein gleichwertiges Niveau gehoben wurde", wie es in den anderen EU- Ländern üblich sei.

In Temelin wurde Katastrophenschutz-Übung ZONE 2002 durchgeführt

Die Evakuierung einer Schulklasse der Grundschule in Temelin war am Donnerstag ein Bestandteil der zweitägigen Übung Zone 2002, bei der eine Havarie im nahegelegenen Atomkraftwerk simuliert wurde. Ziel der Übung war die Überprüfung der Pläne zum Katastrophenschutz in einer 13-km-Zone rund um das AKW Temelin. Informationen über den Verlauf und die Wirkungsweise der für den möglichen Ernstfall getesteten Katastrophenschutzmaßnahmen würden erst nach Beendigung und Auswertung der Übung erteilt, gab der Gemeindevorsteher von Temelin, Stanislav Helige, gegenüber der Nachrichtenagentur CTK bekannt.

Tschechische Rinderzüchter erlitten hohe Verluste wegen BSE-Panik

Den tschechischen Rinderzüchtern ist im vergangenen Jahr wegen der Panik rund um die ersten beiden BSE-Fälle im Lande ein Schaden von insgesamt zwei Milliarden Kronen (ca. 56 Millionen Euro) entstanden. Dies gab die tschechische Agrarkammer am Donnerstag in Prag bekannt. Der Absatz an Rindfleisch sei im Jahr 2001 zwar um 0,2 % gestiegen, die Preise wegen der Rinderseuche aber gefallen, hieß es zur Erklärung.

Frauen-Konferenz in Prag setzt sich für haltbare Zukunft ein

Über die Armut in der Welt, die Umweltbedingungen, die Gesundheit, die Menschenrechte und die Globalisierung verhandeln seit Donnerstag nahezu 120 Frauen aus 30 Ländern der Erde in Prag. Die Beschlüsse der Konferenz "Frauen für eine haltbare Entwicklung" werden auf dem Weltgipfel über eine haltbare Zukunft im Sommer in Johannesburg präsentiert, teilte Michaela Marksova- Tominová von der veranstaltenden Organisation am Donnerstag der Presseagentur CTK mit.

Fußball: UEFA-Cup-Partie Liberec " Dortmund in Prag ist ausverkauft

Für das am Donnerstag Abend im Prager Sparta-Stadion stattfindende erste Viertelfinalspiel im UEFA Cup zwischen Slovan Liberec und Borussia Dortmund erwarten die gastgebenden Vertreter des nordböhmischen Vereins eine Kulisse von 19.000 Zuschauern und damit ein ausverkauftes Haus. Die Mannschaft aus Liberec/Reichenberg musste nach der Achtelfinalpartie gegen Lyon nun schon zum zweiten Mal in Folge ihr Heimspiel in die tschechische Hauptstadt verlegen, da das Spielfeld der Slovan-Heimstätte "U Nisy" von der UEFA erneut für unbespielbar erklärt wurde. Die Begegnung mit dem Tabellenzweiten der deutschen Bundesliga wird um 20.25 Uhr angepfiffen und von den Fernsehanstalten beider Länder " Ceská televize und ZDF " live übertragen.