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Havel vor Rau-Besuch: Treffen soll gespannte Beziehungen beruhigen

Der tschechische Staatspräsident Vaclav Havel erhofft sich vom Arbeitsbesuch von Bundespräsident Johannes Rau am Mittwoch in Prag eine Beruhigung der gespannten Beziehungen beider Länder. Er schätze Rau sehr als Freund der Literatur, gläubigen Menschen und ausgleichenden Politiker, sagte Havel am Dienstag in einem Interview mit der Prager Redaktion des Senders BBC. Er habe das Gefühl, dass er sich mit Rau gut verstehe, sagte der tschechische Präsident und fügte hinzu: "Ich komme mit ihm besser aus als mit manchem tschechischen Politiker."

Spidla: Tschechien nicht unterdurchschnittlich bei Korruptionsbekämpfung

Die Tschechische Republik ist im Kampf gegen die Korruption kein Champion, sie sei aber auch nicht unterdurchschnittlich. Dies erklärte der tschechische Vizepremier und Minister für Arbeit und Soziales, Vladimir Spidla, auf der am Dienstag in Prag eröffneten Tschechisch-amerikanischen Konferenz über Handel und Investitionen. Es gebe Investoren, die sich über die Korruption z. B. bei der Eintragung ins Handelsregister beschweren. Die vor kurzem durchgesetzte Anpassung des Gesetzes über den öffentlichen Wettbewerb an die EU-Standards sowie das Gesetz über die Finanzkontrolle stellen - Spidla zufolge - bedeutende Schritte im Kampf gegen die Korruption dar. An der Prager Konferenz werden nach Informationen der Nachrichtenagentur CTK u.a. die Ex-Botschafterin der USA bei der UNO, Jeane Kirkpatrick, und der israelische Ex-Premier Ehud Barak teilnehmen.

Rögnerová: Gleichberechtigung der Frauen in Tschechien unter EU-Durchschnitt

Was die Gleichberechtigung der Frauen anbelangt, ist Tschechien schlimmer daran als ein durchschnittliches EU-Land. Die EU schätzt die tschechische Legislative in diesem Bereich hoch ein, aber kritisiert die Praxis in der tschechischen Gesellschaft. Dies erklärte die tschechische Senatorin Helena Rögnerová am Dienstag in Brüssel, wo sie an den Verhandlungen der Vertreter der Beitrittskandidaten mit Mitgliedern des Ausschusses des Europaparlaments für die Frauenrechte teilnahm.

Kavan zeichnete zehn Persönlichkeiten mit Gratis-agit-Preis aus

Der tschechische Außenminister Jan Kavan hat am Dienstag in Prag an zehn Persönlichkeiten und drei Organisationen den Jan Masaryk-Preis "Gratias agit" für die Verbreitung des guten Rufs der Tschechischen Republik im Ausland verliehen. Unter den Ausgezeichneten ist z. B. der Priester Vaclav Masek, der unter den Tschechen im rumänischen Banat tätig ist. In Hamburg wird der tschechische Honorarkonsul Robert Vogel den Preis übernehmen. Kurz vor der Zeremonie enthüllte Kavan am Prager Tscherninpalais zwei Gedenktafeln für die Opfer des Nazi-Regimes und die Opfer des kommunistischen Regimes.

Pithart will ehemalige Hochschulstudenten-Kämpfer gegen Kommunismus unterstützen

Der Widerstandskampf der Hochschulstudenten gegen das kommunistische Regime im Jahre 1948 wird nach Meinung von Senatspräsident Petr Pithart nicht entsprechend gewürdigt. Er versprach am Dienstag den Vertretern des sogenannten "Akademikerklubs 48", er werde sich dafür einsetzen, dass deren Renten erhöht werden und dass ihnen auf dem Hradschiner Platz auf der Prager Burg eine Gedenktafel enthüllt wird.

Experten beraten in Prag über den Kampf gegen den Terrorismus

Experten aus mehreren Ländern haben am Dienstag in Prag mit ihren Konsultationen über den Kampf gegen den Terrorismus begonnen. Dabei wurden u.a. Informationen über die Migrationen in der Welt ausgetauscht. Das Expertentreffen wurde vom Amt für demokratische Institutionen und Menschenrechte der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, von der Internationalen Organisation für Migration und von der tschechischen Regierung organisiert. Die Experten konzentrieren sich darauf, wie sie ihre Zusammenarbeit bei den Grenzkontrollen verbessern könnten, um Terroristen- und andere Verbrecherorganisationen daran zu hindern, die Grenzen zu überschreiten.

Kmonicek: Atta traf in Prag mit einem irakischen Agenten zusammen

Der tschechische UN-Botschafter Hynek Kmonicek besteht auf der Behauptung, dass der Terrorist Muhammad Atta in Prag mit einem irakischen Agenten zusammengetroffen ist. Darüber informierte die Nachrichtenagentur CTK am Dienstag unter Berufung auf die Wochenzeitung "The Prague Post", deren New Yorker Berichterstatter Kmonicek ein Gespräch gewährt hatte. Atta war im vorigen Jahr an den Terroranschlägen in New York und Washington beteiligt gewesen. Vor einigen Wochen hatten US-Experten festgestellt, dass es keine Beweise über Attas Treffen mit dem irakischen Diplomaten und Agenten Ani gebe. Kmonicek, der noch vor kurzem das Amt des tschechischen Vizeaußenministers bekleidete, erklärte, dass er die Ausweisung des irakischen Diplomaten aus Tschechien im vergangenen Jahr angeordnet habe. Der Grund dafür seien offiziell "Aktivitäten gewesen, die über den Rahmen von dessen diplomatischer Tätigkeit hinausgegangen sind". Diese Formulierung wird gewöhnlich für die Anschuldigung der Spionage oder einer mit dem Terrorismus zusammenhängenden Tätigkeit benutzt, hieß es in der Zeitung.

Graubner verurteilt mediale Angriffe gegen katholische Kirche

Der Erzbischof von Olomouc/Olmütz Jan Graubner hat am Dienstag während einer Priesterwallfahrt in Svaty Hostyn die Angriffe der Medien gegen die katholische Kirche verurteilt. Graubner erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur CTK, er habe die Art kritisiert, wie bestimmte Ereignisse der Öffentlichkeit präsentiert werden. In seiner Predigt ging er nicht mehr auf seinen Besuch in Nürnberg zurück, wo er während des Sudetendeutschen Tags einen Gottesdienst zelebrierte. Dafür wurde er in Tschechien kritisiert. Er betonte, er habe viele positive Reaktionen in den Medien verzeichnet und viele Briefe erhalten, deren Autoren Verständnis für seinen Besuch in Nürnberg zum Ausdruck brachten.

Tschechische Kontrolleure werden vom Bundesrechnungshof geschult

Mitarbeiter der tschechischen Obersten Kontrollbehörde werden in den nächsten 14 Monaten im Rahmen des sogenannten Twinning-Programms von ihren Kollegen vom Bundesrechungshof geschult. Das neue Projekt, mit dem die EU den Beitrittskandidaten hilft, wurde am Dienstag auf der Prager Burg von den Präsidenten der beiden nationalen Kontrollbehörden, Lubomir Volenik und Dieter Engels, feierlich eröffnet.

Asylanträge tschechischer Roma in Schweden abgelehnt

Schweden erlebt eine neue Welle von Asylanträgen von den Roma aus Tschechien und aus der Slowakei. Im Mai haben dort 74 tschechische Roma einen Asylantrag gestellt. Keiner der tschechischen und slowakischen Anträge wurde erledigt, informierte eine Sprecherin vom Migrationsamt in Norrköping. Nach Informationen der Nachrichtenagentur CTK stammen die meisten tschechischen Asylbewerber aus der Region von Ostrava. Schwedische Behörden nehmen an, dass die Versuche um eine massenhafte Emigration der Roma aus Osteuropa praktisch in allen Fällen sorgfältig organisiert werden.

Tschechische Roma werden wegen ihrer Verfolgung im Krieg entschädigt

Ungefähr 850 Roma, die während des Zweiten Weltkriegs diskriminiert und verfolgt wurden, können sich in diesen Tagen auf tschechischen Postämtern eine finanzielle Entschädigung abholen. Bei der Erledigung ihrer Anträge helfen den Roma die Mitarbeiter der Gesellschaft "Mensch in Not". Nach Informationen einer Sprecherin des Tschechisch-Deutschen Zukunftsfonds wird somit zum ersten Mal eine große Gruppe der Antragsteller aus den Reihen der Roma entschädigt, die in Konzentrations- oder Arbeitslager verschleppt wurden oder gezwungen waren, ihre Häuser zu verlassen. Der Zukunftsfonds erstattet die Zahlungen aus den finanziellen Mitteln der deutschen Stiftung "Erinnerung, Verantwortung, Zukunft".