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Ex-Kanzleichef des Außenministeriums wegen Mordkomplott gegen unbequeme Journalistin festgenommen

Die tschechische Polizei hat den ehemaligen Kanzleichef des tschechischen Außenministeriums, Karel Srba, und weitere vier Menschen des geplanten Mordes von Sabina Slonková, der Redakteurin der auflagenstärksten tschechischen Tageszeitung Mladá fronta Dnes, beschuldigt. Nach Informationen einer Polizeisprecherin wurden die Beschuldigten in die Haft genommen. Srba hatte im März 2001 wegen einiger Finanzaffären seinen Abschied nehmen müssen. Die Beschuldigungen stützten sich zum Teil auf Zeitungsartikel von Sabina Slonková. Nach Angaben der Polizei soll Srba mit seiner Lebensgefährtin und zwei mutmaßlichen Auftragsmördern geplant haben, einen Sprengstoffanschlag auf die Journalistin zu verüben. Der Plan sei kurz vor der Tat bekannt geworden. Die Polizei wurde von einem der eventuellen Täter über den Mordkomplott informiert. Srba war Mitarbeiter des früheren tschechischen Außenministers und künftigen Vorsitzenden der UN-Generalversammlung, Jan Kavan. Es handelt sich nicht um den ersten Fall des geplanten Mordes eines Journalisten in Tschechien.

Kavan distanziert sich von Srbas Skandal

Tschechische Politiker sind durch den aufgedeckten Mordkomplott gegen Journalistin Sabina Sloková schockiert. Ex-Außenminister Jan Kavan, der den beschuldigten Srba 1998 als einen Garanten der Kampagne "Saubere Hände" im auswärtigen Amt angestellt hatte, hat den Informationen der Nachrichtenagentur CTK zufolge jedweden Zusammenhang seiner Person mit Srbas Skandal zurückgewiesen. Srba wurde bestimmten Informationsquellen zufolge im Außenministerium auf Empfehlung von Miroslav Slouf beschäftigt, der damals das Beraterteam von Premier Milos Zeman leitete.

Svoboda rechnet mit keiner tschechisch-österreichischen Aussöhnungserklärung

Der neue tschechische Außenminister und Chef der Christdemokraten, Cyril Svoboda, rechnet bei einem Sieg der CDU/CSU bei der nächsten Bundestagswahl nicht mit einer Verschärfung der deutsch-tschechischen Beziehungen. Es sei schließlich die Regierung unter Bundeskanzler Helmut Kohl gewesen, die 1997 mit Tschechien die gemeinsame Aussöhnungserklärung verabschiedet habe, erklärte der Außenminister im Gespräch für die Montagsausgabe der Tageszeitung Hospodarske noviny. Er halte dieses Dokument auch künftig für die Basis der bilateralen Beziehungen. Svoboda bezeichnete eine häufigere gegenseitige Kommunikation für die Verbesserung der tschechisch-österreichischen Beziehungen als wichtig. Er ist jedoch der Meinung, dass es kompliziert wäre, die Probleme der Vergangenheit in einem ähnlichen Text festzuhalten, wie es bei der tschechisch-deutschen Aussöhnungserklärung der Fall war. Die Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg aus der Tschechoslowakei, die den Kern des Dokuments von 1997 bildet, sei kein gegen das damalige Österreich gerichteter Akt gewesen, betonte der Außenminister. "Wir würden also nur schwer einen Grund für eine solche Aussöhnungserklärung finden", sagte Svoboda.

Havel darf das Krankenhaus verlassen

Der Gesundheitszustand des tschechischen Präsidenten Václav Havel, der wegen einer Bronchitis seit dem vergangenen Mittwoch im Prager Militärkrankenhaus behandelt wird, hat sich insoweit verbessert, dass der Präsident das Krankenhaus verlassen darf. Wann Václav Havel das Krankenhaus verlassen wird, dies hängt von ihm selbst, erklärte am Montag Havels Leibarzt Ilja Kotík gegenüber Journalisten.

Britische Kontrollen auf dem Prager Flughafen

Reisende nach Großbritannien, die vom Flughafen in Prag-Ruzyne abfliegen, werden von britischen Immigrationsbeamten erneut überprüft. Bei den letzten Kontrollen, die vom 23. Juni bis 11. Juli dauerten, wurden 82 Leute zurückgewiesen. London bemüht sich durch diese Kontrollen, den Missbrauch seines Asylsystems, vor allem durch Roma, vorzubeugen. Bei einem Gericht in London begann am Montag die Behandlung der Beschwerden tschechischer Roma wegen des diskriminierenden Vorgehens britischer Beamten.

Aus tschechischem Tanklaster sind in Sachsen 15.000 Liter Benzin ausgelaufen

Aus einem auf der Bundesstraße 92 bei Bad Elter in Sachsen verunglückten tschechischen Tanklastzug sind in der Nacht zu Montag rund 15.000 Liter Benzin ausgelaufen. Nach Angaben eines Polizeisprechers in Chemnitz kam der Transporter aus zunächst ungeklärter Ursache von der Straße ab, prallte gegen einen Baum und kippte um. Der Kraftstoff sickerte ins Erdreich und einen Bach. Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks und des Umweltamtes versuchten, die Verschmutzung zu begrenzen.