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Mindestens vier Tote bei Hochwasser in Tschechien " Elbe steigt weiter

Beim jüngsten Hochwasser in Tschechien sind bis Samstag mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Zwei Menschen wurden am Samstag noch vermisst. Insgesamt entspannte sich die Situation jedoch. Vor allem in der Krisenregion in Südböhmen verzeichneten die Behörden sinkende Wasserstände. Ebenfalls rückläufig war am Samstag auch der Wasserlauf der Moldau in Prag. Dagegen stieg die Elbe im nordböhmischen Grenzgebiet zu Sachsen auf über sechs Meter an. In Ústí nad Labem /Aussig, wo am Samstagnachmittag um 15 Uhr ein Pegelstand von 6,30 Meter gemessen wurde, ist wegen Überschwemmung die wichtige Verbindungsstraße zwischen Decín/Tetschen und Prag gesperrt worden. Aus dem gleichen Grund musste auch der Schiffs- und Fährverkehr in der Böhmisch-Sächsischen Schweiz vorläufig eingestellt werden. Die Prager Meteorologen warnten davor, dass weitere ausgiebige Niederschläge am Samstagnachmittag und am Sonntag die Lage wieder verschlechtern und insbesondere in den südlichen Teilen der Tschechischen Republik die Flüsse wieder ansteigen lassen könnten.

Korruptionsaffäre Srba: Bauauftrag für Zagreber Botschaft viel zu teuer

Der Auftrag zur Rekonstruktion der tschechischen Botschaft in der kroatischen Hauptstadt Zagreb, den das Prager Außenministerium an die Firma Block vergeben hatte, war doppelt so teurer wie der zuvor gemachte Kostenvoranschlag. "Während die Firma Block für die Hauptbauarbeiten 72 Millionen Kronen verlangte, lag der erste Kostenvoranschlag des Projektanten bei max. 35 Millionen Kronen," informierte der beauftragte Generalsekretär des Außenministeriums Vladimír Zavázal am Samstag die Nachrichtenagentur CTK. Gerade wegen des Zagreber Auftrags sind der ehemalige Generalsekretär Karel Srba und drei weitere Personen seit Freitag der Korruption beschuldigt worden. Srba, der bereits in die Affäre um den vorbereiteten Auftragsmord an der Prager Journalistin Sabina Slonková verwickelt ist, sieht sich damit einer weiteren Strafverfolgung ausgesetzt. Wie Karel Srbas Verteidiger Miroslav Krízenecký der Agentur gegenüber bestätigte, habe die Polizei in dieser Angelegenheit am Freitagnachmittag mit ihren Vernehmungen begonnen.

CVVM-Umfrage: Tschechen melden Polizei mehrheitlich keine Straftaten

Eine ganze Reihe von Straftaten " insbesondere Finanzbetrug, sexuelle Nötigung und Bestechung " werden der tschechischen Polizei von den Bürgern des Landes verschwiegen bzw. nicht gemeldet. Nur einer von zehn Leuten gibt der Polizei bekannt, dass jemand von ihm Schmiergeld verlangt habe, nur einer von drei Bürgern meldet einen Finanzbetrug. Nur die Hälfte derjenigen, die physisch attackiert oder mit einem Schaden von bis zu 3000 Kronen beraubt wurden, informiert die Polizei über diese Straftat. Das geht aus einer am Freitag veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts CVVM hervor, die von diesem im Juli durchgeführt wurde.

Prager Ordnungshüter fanden dieses Jahr bereits 114 gestohlene Autos

Die Prager Ordnungshüter haben in diesem Jahr in den Straßen der tschechischen Hauptstadt bereits 114 gestohlene Fahrzeuge entdeckt, was einem Zuwachs von 20 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres entspricht. Damals wurden 94 entwendete Autos gefunden, informierte der Prager Ratsherr für Verkehr, Rudolf Blazek, am Freitag die Nachrichtenagentur CTK.

Tschechischer Autor Ivan Klima schreibt "skeptischen Polit-Roman"

Der tschechische Schriftsteller Ivan Klima ("Warten auf Dunkelheit, Warten auf Licht") arbeitet nach eigenen Worten an einem "skeptischen Roman über politische Hintergründe". Das geplante Buch handele vom Regierungschef eines fiktiven postkommunistischen Landes. Der glaube, Weisungen von einem Engel zu erhalten, sagte der 70-jährige der Prager Tageszeitung "Mladá fronta Dnes" (Samstagsausgabe). Klima erhält Ende Oktober den mit rund 10.000 Euro dotierten Prager Franz-Kafka-Preis. Der Autor musste bis zur politischen Wende von 1989 vorwiegend im Ausland veröffentlichen, da er in der kommunistischen Tschechoslowakei mit Publikationsverbot belegt war.

SPORT: Tschechin Chládková erreicht das Tennis-Damenfinale in Helsinki

Durch einen Zwei-Satz-Sieg mit den Satzergebnissen 7:5 und 7:6 über die Österreicherin Patricia Wartusch hat die tschechische Tennisspielerin Denisa Chládková das am Sonntag zur Austragung kommende Dameneinzel-Finale des Tennisturniers von Helsinki erreicht. Ihre Gegnerin im Endspiel wird die Russin Swetlana Kusnetsowa sein.

Und abschließend noch ein kurzer Blick aufs Wetter:

Am Sonntag wird sich eine Kaltfront über der Tschechischen Republik allmählich weiter nach Osten verschieben. Tagsüber wird es größtenteils bewölkt sein, örtlich ist mit Schauern oder Gewittern zu rechnen. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 20 und 24 Grad Celsius. Die weiteren Aussichten: Am Montag und Dienstag keine wesentlichen Wetterveränderungen. Am Montag wird es weiterhin überwiegend bewölkt sein, am Dienstag zieht der Himmel hingegen wieder etwas auf. An beiden Tagen werden die Spitzentemperaturen bei 20 bis 24 Grad Celsius liegen.