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Außenminister Zaorálek: Spaltung der Ukraine ist keine Lösung

Zur aktuellen Situation in der Ukraine haben sich am Sonntag im TV-Kanal Prima zwei führende Politiker aus Tschechien geäußert. In seiner Kernaussage machte Außenminister Lubomír Zaorálek deutlich, dass die Spaltung der Ukraine ein grundlegender Fehler wäre, der auch negative Einflüsse auf die Tschechische Republik hätte. Dieselbe Meinung vertritt der Europa-Abgeordnete und Vizechef der Bürgerdemokraten (ODS), Jan Zahradil.

Aus Sicht der Tschechischen Republik sei es sehr wichtig, dass in der Ukraine schon bald freie Wahlen stattfinden, aus denen eine demokratisch gewählte Regierung hervorgeht. Nur eine solche Regierung sei dann auch der legitimierte Partner bei den politischen Verhandlungen der Ukraine mit anderen Ländern einschließlich Tschechien, sagte Zaorálek. Klar sei auch, dass der aus Kiew geflüchtete und aus seinem Amt gejagte Ex-Präsident Viktor Janukowitsch einer solchen Regierung schon nicht mehr angehören kann. Wer auf seine eigenen Landsleute schießen lässt, hat sich kompromittiert und für eine politische Funktion diskreditiert, betonte Zaorálek. Diesen Standpunkt teilt auch Zahradil.

Partner der tschechischen Regierung in den politischen Verhandlungen sei im Augenblick das Parlament in Kiew, bemerkte Zaorálek. Die Krise der Ukraine sei die Krise in der ukrainischen Gesellschaft selbst. Sie könne daher auch nur von den Ukrainern selbst überwunden werden. Die Spaltung der Gesellschaft sei indes keine Lösung, unterstrich Zaorálek.

Prag gedenkt mit drei Veranstaltungen der Ereignisse in Kiew

Mit mehreren Veranstaltungen wurde am Sonntag in Prag der jüngsten Ereignisse in der Ukraine gedacht. Am Vormittag wurde im Veitsdom auf der Prager Burg eine Messe zum Gedenken an die Opfer der gewaltsamen Straßenkämpfe in Kiew zelebriert. Zum Gebet für eine friedliche Lösung der Konflikte in der Ukraine hatten böhmische und mährische Bischöfe schon früher aufgerufen. Kurz nach Mittag fand auf dem Wenzelsplatz eine Kundgebung statt, zu der hunderte Demonstranten erschienen. Wegen der noch vor Tagen stürmischen Situation in ihrem Land haben die in Tschechien lebenden Ukrainer hier zuletzt mehrfach protestiert. Am Nachmittag gaben führende Bands aus Tschechien auf dem Platz der Republik ein Konzert für Kiew. Der Erlös des Konzerts fließt in die Spendensammlung der Hilfsorganisation „Clověk v tísni“ (Mensch in Not), die damit die Menschen in der Ukraine unterstützt.

Innenminister Chovanec klappte nach Schönheits-OP zusammen

Der tschechische Innenminister Milan Chovanec bekam nach einer Schönheitsoperation im Oberkörperbereich innere Blutungen und musste notoperiert werden. Mittlerweile sei er außer Lebensgefahr und auf dem Weg der Besserung, sagte der Sprecher des Ministeriums, Pavel Novák, am Sonntag. Das Krankenhaus wollte sich zu den Operationen nicht äußern.

Bei dem chirurgischen Eingriff im Bauchgewebe des Ministers handelt es sich um eine lang geplante Schönheits-OP. Ursprünglich sollte Minister Chovanec am Dienstag wieder an seinen Arbeitsplatz zurückkehren, wegen der aufgetretenen Komplikationen werde sich seine Rückkehr aber noch etwas hinauszögern. Bis dahin wird sein erster Stellvertreter, Jan Sixta, das Ressort führen, erklärte Sprecher Novák.

Filmpreis-Verleihung: Film „Der brennende Busch“ räumt 11 Trophäen ab

Der Film „Der brennende Busch“ (Hořící keř) der polnischen Regisseurin Agnieszka Holland hat nach dem Gewinn von sechs Filmkritikerpreisen auch bei der Vergabe des nationalen Filmpreises kräftig abgeräumt. Bei der Preisverleihung am Samstagabend in Prag heimste der Film gleich elfmal die Trophäe des Tschechischen Löwen ein. Darunter waren auch die Löwen für den besten Film, die beste Regie und das beste Drehbuch. Der Film konzentriert sich auf die Ereignisse nach der Selbstverbrennung von Jan Palach 1969. Produziert hat ihn der amerikanische Privatsender HBO, die Ereignisse wurden auf drei Folgen verteilt.

Als beste Dokumentation wurde der Streifen „Smejdi“ von Silvia Dymákova ausgezeichnet. Für seine großen Verdienste in der tschechischen Kinomategrafie wurde der Schriftsteller und Drehbuchautor Vladimír Körner mit dem Sonderpreis für sein Lebenswerk geehrt.

Olympia: Tschechien erkämpft acht Medaillen in Sotschi

Die 22. Olympischen Winterspiele sind am Sonntag mit der großen Abschlussfeier in Sotschi zu Ende gegangen. Die Tschechische Republik hat bei diesen Spielen insgesamt acht Medaillen erkämpft – zwei goldene, vier silberne und zwei bronzene. Das ist die bisher beste Ausbeute des tschechischen Sports bei Winterspielen, in der Medaillenwertung der Spiele von Sotschi nimmt Tschechien damit den 15. Platz ein. Erfolgreichster Medaillensammler in der Mannschaft war Biathlet Ondřej Moravec mit zweimal Silber und einmal Bronze. Moravec war dann auch der tschechische Fahnenträger beim Einmarsch der Teilnehmer zur Abschlussfeier.

Die beiden Olympiasiege für Tschechien holten Snowboard-Crosserin Eva Samková und Eisschnellläuferin Martina Sáblíková. Die beiden Goldmädchen trafen bereits am Sonntagnachmittag wieder in der Heimat ein und wurden bei ihrer Begrüßung im Prager Olympiapark von den Fans enthusiastisch gefeiert.

Olympia: Skilanglauf-Ass Lukáš Bauer beendet Spiele auf Platz 31

Am letzten Wettkampftag der Olympischen Spiele in Sotschi fuhren die tschechischen Skilangläufer im 50-Kilometer-Rennen erst im hinteren Mittelfeld über die Ziellinie. Als bester Tscheche landete Petr Novák auf dem 29. Platz, zwei Ränge hinter kam Lukáš Bauer ein. Möglicherweise hat Bauer mit diesem Lauf auch seine olympische Karriere beendet. Auf die Frage, ob er nach Sotschi überhaupt noch weitermachen werde, antwortete der 36-Jährige ausweichend. Vieles werde davon abhängen, ob er sich für den Leistungssport noch genug motivieren könne und vor allem, ob ihn Sponsoren auch weiter ausreichend unterstützen würden.

Lukáš Bauer ist der mit Abstand erfolgreichste tschechische Skilangläufer der zurückliegenden Jahre. In seiner langen Karriere hat er drei olympische Medaillen und die Silbermedaille über 15 Kilometer bei der Haus-WM 2009 in Liberec gewonnen. Bauer gewann in der Saison 2007/08 den Gesamt-Weltcup und zweimal die Tour de Ski. In Sotschi war der fünfte Rang über 15 Kilometer seine beste Platzierung.

Fußball-EM 2016: Tschechien trifft in Qualifikation auf Niederlande und die Türkei

Den tschechischen Fußballern stehen auf dem Weg zur Europameisterschaft 2016 in Frankreich einige schwere Hürden im Weg. In den Gruppe A der Qualifikation für die Endrunde bekommen es die Schützlinge von Trainer Pavel Vrba mit den Niederlanden, der Türkei, Lettland, Island und Kasachstan zu tun. Das ergab die Auslosung der Qualifikationsgruppen, die am Sonntag im südfranzösischen Nizza vorgenommen wurde.

An der EM-Endrunde 2016 werden erstmals 24 Mannschaften teilnehmen. Teilnehmer sind die jeweils Ersten und Zweiten der neun Qualifikationsgruppen sowie der punktbeste Dritte. Die restlichen acht Gruppendritten spielen die verbleibenden vier Plätze in vier Direktduellen mit Hin- und Rückspiel aus. Den 24. Teilnehmer stellt Gastgeber Frankreich. Die Qualifikation beginnt am 7. September dieses Jahres und endet am 13. Oktober nächsten Jahres. Die Endrunde in Frankreich findet vom 10. Juni bis zum 10. Juli 2016 statt.

Tennis: Tschechin Zakopalová steht im Finale von Rio de Janeiro

Die tschechische Tennisspielerin Klára Zakopalová ist nach einem klaren Halbfinal-Sieg über die Brasilianerin Teliana Pereira in das Endspiel des WTA-Turniers in Rio de Janeiro eingezogen. Zakopalová bezwang Pereira am Samstag in zwei Sätzen mit 6:2 und 6:1. Im Finale am Sonntag trifft die Tschechin auf die Japanerin Kurumi Nara. Einen Tag vor ihrem 32. Geburtstag will Zakopalová dann ihre neunjährige Wartezeit auf einen weiteren internationalen Turniersieg beenden. Im Jahr 2005 hatte sie ihre letzten beiden WTA-Turniere gewonnen.

Fußball-Liga: Slavia Prag nach Debakel in Olmütz tief in der Abstiegszone

In der Samstagabendpartie des 17. Spieltages der ersten tschechischen Fußball-Liga kam Slavia Prag in Olomouc / Olmütz mit 1:5 unter die Räder. Der Prager Traditionsverein, der sich vor der Rückrunde auf mehreren Positionen verstärkt hat, ist nach dieser Niederlage wieder tiefer in die Abstiegszone gerutscht. Mit nur 13 erzielten Toren ist Slavia weiterhin das schussschwächste Team der Liga, auch der zurückgekehrte Nationalspieler Tomáš Necid (Leihgabe von ZSKA Moskau) konnte daran noch nichts ändern.

Ebenfalls am Samstag trennten sich im südmährischen Derby Aufsteiger Znojmo / Znaim und Jihlava / Iglau torlos 0:0, zudem spielten: Příbram – Bohemians 1905 1:0, 1. FC Slovácko – Jablonec n.N. 1:0. Am Sonntag unterlag Ostrau Titelverteidiger Pilsen 1:2, am Freitag bezwang Dukla Prag die Elf aus Teplice mit 3:1.

Das Wetter am Montag: sonnig-heiter, Frühnebel, bis 12 Grad

Am Montag ist es in Tschechien wolkenlos bis heiter, morgens vereinzelt Frühnebel mit teils frostigem Reif. In Mähren und Mährisch-Schlesien örtlich auch etwas stärker bewölkt. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 8 und 12 Grad Celsius. In Höhenlagen ab 1000 Meter werden maximal 4 Grad erreicht mit Ausnahme des Böhmerwalds, wo die Quecksilbersäule auf bis zu 7 Grad Celsius steigen kann.