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Premier-Anwärter Sobotka will Präsident Zeman über Ministerkandidaten informieren

Die Parteichefs der künftigen Dreier-Koalition in Tschechien werden sich bis zum Jahresende wahrscheinlich nicht mehr treffen. Lediglich der voraussichtliche Ministerpräsident und Vorsitzende der Sozialdemokraten (ČSSD), Bohuslav Sobotka, bleibt zwischen den Feiertagen noch etwas aktiv: Noch vor Silvester will er auf der Prager Burg mit Präsident Miloš Zeman zusammenkommen, um ihn mit den Kandidatenvorschlägen für die Besetzung der neuen Regierung bekannt zu machen. Zuvor wird Sobotka die Kandidatenliste seines künftigen Kabinetts auch dem Gremium seiner Partei vorstellen.

Erst am Sonntag hatten sich die Chefs der drei künftigen Regierungsparteien darauf verständigt, ihren Koalitionsvertrag am 6. Januar endgültig zu unterzeichnen. Auch die Aufteilung bei der Besetzung der Ministerposten wurde geklärt. Demnach werde die ČSSD in der nächsten Regierung acht Minister stellen und die Ano-Partei sechs. Der kleinste Koalitionspartner, die christdemokratische KDU-ČSL, kommt auf drei Posten, darunter das umkämpfte Landwirtschaftsministerium. Gerade diese Ministerfrage hatte tagelang für heftigen Streit gesorgt.

Russland hat sowjetischen Altschulden gegenüber Tschechien beglichen

Russland hat – einer Meldung des Finanzministeriums in Moskau vom Montag zufolge – seine Schulden an die Tschechische Republik bezahlt. Laut dieser Meldung hätten die russischen Schulden gegenüber Tschechien umgerechnet 2,7 Milliarden Euro betragen. Die Zahlung dieser Schulden, die noch aus der kommunistischen Zeit der ehemaligen Sowjetunion stammen, wurde durch einen bilateralen Vertrag aus dem Jahr 1994 geregelt. Der Zahlung der abschließenden Schuldenrate durch Moskau hatte im Sommer die Übergangsregierung von Noch-Premier Jiří Rusnok zugestimmt. Der Sprecher des Finanzministeriums in Prag bestätigte am Montag den Erhalt der letzten Schuldenrate.

Kartellamt überprüft Verkauf von Radio Impuls an Babiš

Das Kartellamt überprüft den Verkauf der Firma Londa spol. s r.o. an den Milliardär und Politiker Andrej Babiš. Londa betreibt den meistgehörten Hörfunksender Tschechiens, Radio Impuls. Babišs Aktiengesellschaft Agrofert hat das Radio im November erworben. Das Kartellamt soll nun innerhalb eines Monats den Kauf absegnen. Bereits im Frühling kaufte Babiš die Verlagsgesellschaft Mafra, die die beiden meistgelesenen Tageszeitungen Tschechiens herausgibt. Dazu teilte Babiš mit, er wolle im Zeitraum von bis zu fünf Jahren eine starke Mediengruppe in Tschechien auf- und ausbauen.

Rechnungshof beanstandet Subventionsvergabe der Akademie der Wissenschaften

Der tschechische Rechnungshof (NKÚ) hat Unregelmäßigkeiten im Wirtschaftsgebaren der Akademie der Wissenschaften festgestellt. Die Behörde wirft der Akademie vor, die Grundsätze bei der Gewährung von Subventionen nicht eingehalten zu haben. Die Verfahrensweise zur Beurteilung von Förderanträgen sei nicht genügend transparent gewesen, kritisiert der Rechnungshof. Außerdem seien während des Genehmigungsverfahrens einige zuvor empfohlene Aktionen wieder von der Liste gestrichen und durch andere ersetzt worden, hieß es.

Die Akademie hat in den letzten sechs Jahren Bauinvestitionen in Höhe von 2,6 Milliarden Kronen (96 Millionen Euro) und den Kauf von Gerätschaften im Wert von 398 Millionen Kronen (14,8 Millionen Euro) gebilligt. Über keines der Bauprojekte sei aber nach dessen Fertigstellung je ein Bericht über die Bauabnahme und die realen Baukosten vorgelegt worden, moniert der Rechnungshof. Der Chef der Akademie der Wissenschaften, Professor Jiří Drahoš, hat den Bericht des Rechnungshofs indes missbilligt. Die Behauptung, untransparent gehandelt zu haben, müsse er entschieden zurückweisen, sagte Drahoš der Nachrichtenagentur ČTK.

Einbrecher stehlen in Svitavy Tresor mit hochgiftigem Strychnin

Einen Tresor mit hochgiftigem Strychnin haben Einbrecher im ostböhmischen Svitavy gestohlen. Weil neben Bargeld auch die Giftflasche in dem Panzerschrank stand, fürchtet die Polizei nun um Gesundheit und Leben der Kriminellen. Sie müssten unverzüglich ärztliche Hilfe aufsuchen, teilte eine Polizeisprecherin der Stadt Svitavy am Montag mit. Die Beamten hatten das Fluchtauto aufgespürt, in dem die Diebe die alte Giftflasche ausgeschüttet hatten. Spezialisten in Schutzanzügen stellten das Pulver sicher und wiesen im Labor die Substanz Strychnin nach. Es könne bei Aufnahme über die Haut oder Einatmung zu Krämpfen bis hin zum Tod kommen, sagen Ärzte.

Vermisster Bergsteiger tot in der Hohen Tatra gefunden

Die Polizei hat die Suche nach dem 36-jährigen Bergsteiger Jaroslav Žilinský aus Hradec Králove / Königgrätz nach zwei Monaten beendet. Am vergangenen Freitag sei sein lebloser Körper in der Hohen Tatra in der Slowakei gefunden worden, bestätigte eine Polizeisprecherin. Die Todesursache sei bislang unbekannt, fügte sie hinzu. Der Mann wurde seit Oktober vermisst.

Umgestürzte Bäume behinderten Eisenbahn- und Straßenverkehr in Mähren

Starke Stürme haben in der Nacht zu Montag und am Montagmorgen in einigen Gebieten Tschechiens zu Verkehrsbehinderungen geführt. Auf zwei Eisenbahnstrecken in der Region Böhmisch-Mährische Höhe war der Zugverkehr wegen umgeknickter Bäume für mehrere Stunden gesperrt. In dieser Zeit setzten die Tschechischen Bahnen (CD) Ersatzbusse ein. Die Feuerwehr beseitigte die Gleisblockaden mit schwerem Gerät, gegen 10 Uhr konnte der Verkehr auf den Strecken von Brno / Brünn nach Jihlava / Iglau und von Křižanov nach Studenec wieder freigegeben werden.

Auch in den mährischen Regionen um Prostějov und Olomouc / Olmütz kam es durch entwurzelte Bäume oder abgeknickte Äste zu Behinderungen im Straßen- und Schienenverkehr. Hier musste die Feuerwehr rund 20 Mal ausrücken, um die Verkehrswege wieder freizumachen, sagte eine Sprecherin.

Streetworker helfen Obdachlosen in Prag durch den kalten Winter

In der tschechischen Hauptstadt Prag bemühen sich seit Monatsbeginn verstärkt Streetworker darum, Obdachlosen zu helfen, ihre täglichen Sorgen und Nöte zu beheben. Die Straßensozialarbeiter sprechen besonders in den Nachtstunden Obdachlose an, die in öffentlichen Verkehrsmitteln versuchen, durch die kalte Nacht zu kommen. Sie bieten ihnen dabei eine Übernachtung, Bekleidung oder auch eine ärztliche Behandlung an. Weitere Streetworker-Teams arbeiten auch am Tage, so dass seit dem 1. Dezember schon nahezu 2000 Obdachlosen wirksame Hilfe zuteil wurde, berichtet die Nachrichtenagentur ČTK am Montag. Prags Oberbürgermeister Tomáš Hudeček unterstützt den Einsatz der Streetworker-Teams. Zum einen kann so vielleicht gänzlich verhindert werden, dass Menschen im Winter auf der Straße erfrieren. Zum anderen hätten auch die anderen Reisenden im öffentlichen Nahverkehr einen Vorteil von dieser Sozialarbeit – sie würden von Obdachlosen weit weniger belästigt, zum Beispiel durch den stinkenden Geruch von deren Kleidung, sagte Hudeček.

Snowboard: Tschechin Pančochová gewinnt erstmals Slopestyle-Weltcup

Die tschechische Snowboardfahrerin Šárka Pančochová hat am Sonntag in der Halfpipe des amerikanischen Wintersportorts Copper Mountain den Weltcupwettbewerb im Slopestyle gewonnen. Mit der hohen Wertung von 92,25 Punkten verwies sie die beiden Schweizerinnen Isabel Derungs und Elena Könz in deutlichem Abstand auf die Ehrenplätze. Für Pančochova war es der erste Weltcup-Sieg ihrer Karriere, und das anderthalb Monate vor den Olympischen Winterspielen in Sotschi. Nahe der russischen Stadt am Schwarzen Meer erlebt der Slopestyle dann seine olympische Premiere.

Elfmal neuer Temperaturrekord für 23. Dezember – Höchstwert in Čáslav

In Tschechien wurden am Montag an gleich elf Messstellen neue Temperaturrekorde für einen 23. Dezember registriert. Der höchste Tageswert wurde dabei in der ostböhmischen Stadt Čáslav gemessen – hier war die Quecksilbersäule am frühen Nachmittag auf 11,1 Grad Celsius gestiegen. Das war um einen Zehntelgrad mehr als vor zwei Jahren. Der größte Temperaturunterschied zum bisherigen Rekord wiederum wurde in Průhonice bei Prag gemessen: Hier wurden 10,6 Grad registriert, um 3,3 Grad mehr als im Jahr 2011.

Das Wetter am Dienstag: bewölkt mit Frühnebel, bis 8 Grad, starker Wind

Am Dienstag ist es in Tschechien heiter bis bewölkt, morgens besonders in Mähren und in der Region der Böhmisch-Mährischen Höhe teilweise Frühnebel oder diesig. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 4 bis 8 Grad Celsius. In Höhenlagen ab 1000 Meter werden maximal 2 Grad Celsius erreicht, mit Ausnahme des Böhmerwalds, wo das Thermometer auf bis zu 6 Grad ansteigen kann. Zu Heilig Abend weht ein frischer Wind, der in den Bergen allerdings Spitzen von 25 Meter pro Sekunden erreichen kann, im Altvatergebirge und den Beskiden sogar bis zu 35 Meter pro Sekunde.