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Kanada will Visumspflicht für tschechische Bürger aufheben

Kanada will die Visumspflicht für tschechische Staatsbürger aufheben. Dies bestätigte die kanadische Botschaft in Prag nach einem Bericht auf dem Webportal Canada.com. Die Rücknahme solle eine Geste des Vertrauens sein, war der kanadische Minister für Staatsbürgerschaft und Einwanderung, Chris Alexander, in dem Bericht zitiert worden. Man sehe die Verpflichtung, Handel und Reisefreiheit zu unterstützen, hieß es weiter. Zur Rücknahme der Visumspflicht soll es laut dem Webportal innerhalb einiger Wochen kommen.

Die Visumspflicht wurde im Juli 2009 nach einer Welle von Asylanträgen tschechischer Roma eingeführt. Als Gründe für ihre Flucht hatten die Roma Verfolgung und Rassismus in Tschechien genannt. Staatspräsident Miloš Zeman kündigte im Juli dieses Jahres an, er werde während seiner Amtszeit keine Reise nach Kanada unternehmen, sollte dort weiterhin eine Visumspflicht für tschechische Staatsbürger gelten.

Arbeitsminister stellt mehr Geld für junge Arbeitslose bereit

Das Ministerium für Arbeit und Soziales will jungen Arbeitslosen verstärkt helfen. Dazu soll ein Großteil der finanziellen Mittel genutzt werden, die eigentlich für die Unterstützung von Kurzarbeit bereitgestellt wurden. Nur ein Bruchteil der insgesamt 400 Millionen Kronen (16 Millionen Euro) seien von Firmen für Kurzarbeit beantragt worden, erläuterte Arbeits- und Sozialminister František Koníček nach einem Treffen der tschechischen Sozialpartner. 250 Millionen Kronen (10 Millionen Euro) sollen nun für Berufseinsteiger ausgegeben werden.

Rund 30 Prozent der tschechischen Arbeitslosen sind jünger als 30 Jahre. Bei einer Anstellung solcher Erwerbsloser können Firmen bis zu 24.000 Kronen (960 Euro) Lohnzuschüsse monatlich beantragen. Diese Hilfe wird bis zu ein Jahr lang gewährt. Im September beschäftigten Firmen hierzulande knapp 9000 junge Menschen über staatliche Lohnzuschüsse.

Jan Sechter wird tschechischer Botschafter in Wien

Der Diplomat Jan Sechter wird den Posten des tschechischen Botschafters in Österreich besetzen. Wien hat dafür bereits die Zustimmung erteilt, informierte die Pressagentur ČTK am Donnerstag. Sechter hat bisher die tschechische Botschaft in Warschau geleitet. In der Vergangenheit war er unter anderem als Gesandter-Botschaftsrat in Berlin, als Koordinator des tschechischen Außenministeriums für Entschädigung der Opfer des Zweiten Weltkriegs, als Mitglied im Aufsichtsrat des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds sowie im Stiftungsfond für Holocaust-Opfer tätig. In den Jahren 2000 bis 2007 vertrat Sechter die Tschechische Republik im Kuratorium der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“.

Der Botschafterposten in Wien, den Sechter demnächst übernehmen wird, war seit Januar dieses Jahres nicht besetzt. Die Ernennung eines Nachfolgers von Jan Koukal verzögerte sich in Folge eines Streites um Botschafterkandidaten zwischen Staatspräsident Miloš Zeman und Außenminister Karel Schwarzenberg.

Rathaus in Ostrau verbietet Neonazi-Aufmarsch

Die Behörden im mährisch-schlesischen Ostrava / Ostrau haben einen Aufmarsch von Rechtsradikalen untersagt. Der Demonstrationszug sollte sich gegen Roma richten und war für Samstag geplant. Eine Sprecherin des Rathauses in Ostrau begründete das Verbot vorrangig mit den Verkehrsproblemen, die der Aufmarsch verursachen könnte. Zwei ähnliche Aktionen von Neonazis im August und im September waren in Straßenschlachten mit der Polizei geendet. Mehr als 80 Personen waren damals vorläufig festgenommen worden, 15 von ihnen sollen wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt und Rowdytum angeklagt werden.

Tschechisches Fernsehen schließt Kooperationsvertrag mit Arte

Das öffentlich-rechtliche Tschechische Fernsehen (Česká televize - ČT) wird ab Januar mit dem deutsch-französischen Kulturkanal Arte zusammenarbeiten. Der Generaldirektor des Tschechischen Fernsehens, Petr Dvořák, und Arte-Chefin Véronique Cayla unterzeichneten am Mittwoch in Straßburg einen entsprechenden Vertrag. Die Übereinkunft verpflichtet beide Sendeanstalten, 100.000 Euro in die Entwicklung von Koproduktionen zu investieren. Geplant sind vor allem Dokumentationen aus den Bereichen Kunst, Kultur und Geschichte. Die Vereinigung mit Arte sei ein weiterer Schritt in Richtung eines Kulturangebots von höchster Qualität, sagte ČT-Chef Dvořák. Gleichzeitig öffne sich dadurch der Weg, tschechische Produktionen dem deutschen und französischen Publikum näherzubringen. Das Tschechische Fernsehen hat seit Anfang September mit „ČT art“ einen eigenen Kulturkanal.

Antikorruptions-Polizei ermittelt wegen unvorteilhaften Vertrags für Prager Verkehrsbetriebe

Die Anti-Korruptionseinheit der tschechischen Polizei ermittelt gegen fünf Leute wegen eines unvorteilhaften Vertrages der Prager Verkehrsbetriebe zur Herstellung von Fahrkarten. Laut dem Tschechischen Fernsehen gehört zu den Verdächtigen auch der ehemalige Leiter der Verkehrsbetriebe, Martin Dvořák. Im Jahr 2007 war die Firma Neograph mit der Herstellung der Fahrkarten beauftragt worden. Als Bedingung für das Geschäft musste sich Neograph verpflichten, je gedruckter Fahrkarte 17 Heller an eine Firma auf den Britischen Jungferninseln abzuführen. Pro Jahr belief sich die Summe auf rund sieben Millionen Kronen (280.000 Euro). Die Firma auf den Jungferninseln erbrachte jedoch keine Gegenleistungen. Das Geld landete angeblich bei einem Geschäftspartner von Martin Dvořák.

Umfrage: Firmen wollen mehr Sicherheit bei Steuern in Tschechien

Über 70 Prozent der Unternehmen halten schwankende Steuersätze für ein schwerwiegendes Problem der tschechischen Wirtschaftspolitik. Dies geht aus einer Umfrage von Deloitte hervor, die Unternehmensberater haben über 1000 Firmen aus 25 Ländern in Europa, dem Nahen Osten und Afrika befragt. Den Firmen gehe es dabei nicht vorrangig um eine niedrigere Besteuerung, sondern um ein stabiles und einfaches Steuersystem, erläuterte eine Expertin von Deloitte.

Babiš will angeblich tschechische LBBW-Tochterfirma erwerben

Der Besitzer des Konzerns Agrofert und Leader der politischen Bewegung Ano 2011 (Ja 2011), Andrej Babiš, will die tschechische Tochterfirma der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) erwerben. Darüber berichtet das tschechische Wirtschaftsblatt Hospodářske noviny in seiner Donnerstagausgabe. Babiš wolle fünf Milliarden Kronen (200 Millionen Euro) mittels des privaten Kapitalfonds Hartenberg Capital investieren. Allerdings sei wahrscheinlicher, dass die Bank Česká spořitelna die tschechische LBBW-Bank erwerbe, schreibt das Wirtschaftsblatt.

Festival Zlatá Praha zeichnet österreichischen Dokumentarfilm über Georg Solti aus

Der österreichische Dokumentarfilm über den Dirigenten Georg Solti „Sir Georg Solti. Für mein Leben habe ich kämpfen müssen“ hat den Hauptpreis beim 50. Internationalen Fernsehfestival Zlatá Praha (Goldenes Prag) gewonnen. Regisseur Georg Wübbolt hat den Film über den Dirigenten Solti in der Produktion von Bernhard Fleischer Moving Images und in Koproduktion mit dem Bayerischen Rundfunk und dem Fernsehkanal Arte gedreht. Das Festival Zlatá Praha ist auf Musik- und Tanzfilme sowie Übertragungen von Kulturveranstaltungen spezialisiert, mit der feierlichen Preisübergabe ist es am Mittwoch zu Ende gegangen. Im Wettbewerb waren seit vergangenem Samstag insgesamt 89 Streifen aus 20 Ländern gezeigt worden.

Positive Dopingprobe bei tschechischem Gewichtheber Orság

Der tschechische Weltklasse-Gewichtheber und Olympia-Starter Jiří Orság muss wegen einer positiven Dopingprobe eine Sperre von zwei Jahren befürchten. Das erklärte sein Landesverband am Donnerstag. Der 24-Jährige sei bei einer sogenannten Out-of-Competition-Kontrolle des Leistungsmittelmissbrauchs überführt worden. Der Athlet bestreitet ein Vergehen. Zu der bei Orság gefundenen Substanz machte die tschechische Föderation keine Angaben.

Jiří Orság wäre vor kurzem beinahe zum deutschen Spitzenverein AV 03 Speyer gewechselt, letztlich kam die Verpflichtung zur neuen Saison aber nicht zustande.

Fußball: SC Freiburg vielleicht mit tschechischen Neuzugängen in Bremen

Der Fußball-Bundesligist SC Freiburg tritt im Auswärtsspiel bei Werder Bremen am Samstag möglicherweise erstmals mit seinen tschechischen Neuzugängen an. Die länger verletzt fehlenden Václav Pilař und Vladimír Darida trainieren wieder mit der Mannschaft des Vereins aus Südbaden. Beide seien „Optionen für den Kader“, sagte SC-Trainer Christian Streich am Donnerstag.

Das Wetter am Freitag, 18.10.: Wolken, Schauer, bis 14 Grad

Am Freitag ist es in Tschechien meist stark bewölkt mit vereinzelten Regenschauern. Im Norden und Nordosten des Landes sind die Niederschläge häufiger. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 10 und 14 Grad Celsius. In Höhenlagen um 1000 Meter werden maximal 4 Grad Celsius erreicht, im Böhmerwald bis zu 8 Grad Celsius.