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Premier Rusnok gratuliert Merkel zum Sieg in Bundestagswahl

Der tschechische Premier Jiří Rusnok hat Angela Merkel zum Sieg in der Bundestagswahl gratuliert. Die deutsche Bundeskanzlerin habe mit der CDU/CSU ein „außergewöhnliches Ergebnis“ erzielt, sagte Rusnok der Presseagentur ČTK. Er erwarte aber, dass die Zusammenstellung der Regierung ohne die FDP schwierig werde, so der tschechische Premier. Aus tschechischer Sicht bedeute das Wahlergebnis vom Sonntag eine Fortsetzung der sehr guten Beziehungen mit Deutschland.

Tschechiens ehemaliger Präsident Václav Klaus bedauerte indes das Scheitern der eurokritischen Partei Alternative für Deutschland (AfD) an der Fünf-Prozent-Hürde. Die Wahl habe ergeben, dass Deutschland über keine Alternative verfüge, sagte der EU-Kritiker der Tageszeitung „Pravo“.

Laut dem amtlichen Endergebnis haben die Unionsparteien die Wahl mit 41,5 Prozent der abgegebenen Stimmen gewonnen. Zu einer absoluten Mehrheit der Sitze im Bundestag reichte es jedoch nicht. Deswegen muss sich Kanzlerin Merkel nun einen neuen Regierungspartner suchen.

Prag: Prozess gegen ehemalige leitende Angestellte der Stadt wegen Opencard hat begonnen

Vor dem Stadtgericht in Prag hat am Montag das Hauptverfahren in einem Prozess gegen fünf ehemalige leitende Angestellte des städtischen Magistrats begonnen. Den Angeklagten wird vorgeworfen, unvorteilhafte Verträge über die Prager Opencard abgeschlossen zu haben. Die Opencard ist eine Bürgerkarte, die als Zeitkarte für den Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) wie auch als Leih- und Bezahlausweis für mehrere städtische Institutionen genutzt werden kann. Durch die Vertragsabschlüsse in den Jahren 2006 und 2007 sollen der Stadt Verluste in der Höhe einer zweistelligen Millionensumme in Kronen entstanden sein. Den Angeklagten drohen bis zu acht Jahre Haft.

Nach dem Verlesen der Anklageschrift beteuerten die Angeklagten ihre Unschuld. Die Stadt Prag indes will über 70 Millionen Kronen (ca. 2,7 Millionen Euro) Schadensersatz von den Beschuldigten einklagen.

Firma Areva zieht wegen Ausschluss aus Temelín-Bieterverfahren vor Gericht

Die französische Firma Areva wehrt sich gegen ihre Ausbootung in der öffentlichen Ausschreibung zum Ausbau des südböhmischen Atomkraftwerks Temelín vor Gericht. Beim Kreisgericht in Brno / Brünn hat sie eine Klage und den Antrag auf eine einstweilige Verfügung gegen ihren Ausschluss eingereicht, teilte die Sprecherin des Gerichts am Montag mit.

Betreiber des AKW Temelín ist der tschechische Energiekonzern ČEZ. Areva war im Oktober vergangenen Jahres von ČEZ aus dem Bieterverfahren ausgeschlossen worden, weil das Angebot der Franzosen nicht den Bedingungen für die Ausschreibung entsprochen habe. Areva hat sich daraufhin zweimal mit einem Einspruch an das tschechische Kartellamt gewandt, das Amt hat den Einspruch jedoch stets abgelehnt. Demnach sind nur noch zwei Bewerber im Rennen um den Ausbau von Temelín – die japanisch-amerikanische Firma Westinghouse und das tschechisch-russische Konsortium Mir 1200. In Temelín sollen zwei weitere Reaktorblöcke gebaut werden, die Kosten werden auf umgerechnet 12 Milliarden Euro geschätzt.

DB Arriva nimmt Zugverkehr auf Strecke zwischen Prag und Kralupy auf

Das regionale Transportunternehmen DB Arriva, eine britische Tochter der Deutschen Bahn AG, will jetzt auch in den tschechischen Personenbahnverkehr einsteigen. Am Montag hat Arriva dazu mit acht Zügen den Bahnverkehr auf der mittelböhmischen Strecke von Prag nach Kralupy nad Vltavou aufgenommen. Mit der Übernahme der Beförderung auf dieser Strecke will Arriva ein Vorzeigeprojekt ausweisen als Referenz für die spätere Ausweitung des Zugverkehrs auf subventionierten Linien, für die das Verkehrsministerium in Prag bis Jahresende die entsprechenden Betreiber ausloben will. Die von Arriva eingesetzten Züge sind mit einer ähnlichen Neigungstechnik ausgestattet wie der Hochgeschwindigkeitszug Pendolino.

Vor sechs Jahren ist Arriva bereits in den tschechischen Busmarkt eingestiegen. Die Arriva holding ČR s.r.o. betreibt seitdem die Busunternehmen Transcentrum Bus s.r.o., Bosák Bus s.r.o. und OSNADO s.r.o. im Norden und im Südwesten von Prag.

Flughafen Karlsbad bietet ab Februar Charterflüge nach Düsseldorf an

Vom Flughafen der westböhmischen Kurstadt Karlovy Vary / Karlsbad werden ab Februar nächsten Jahres wiederholt Chartermaschinen nach Düsseldorf fliegen. In der neuzeitlichen Geschichte des Flughafens werden dies die ersten Flüge sein, bei denen eine Destination in Westeuropa angesteuert wird. Auf die Entstehung dieser Flugverbindung einigten sich die Kurbadbetreiber des Kreises Karlsbad und das deutsche Reisebüro EuroMed. Falls die Charterflüge auf dieser Strecke angenommen werden und die Nachfrage entsprechend steigen sollte, könnte daraus später auch ein regelmäßiger Linienflug werden, sagte Kreishauptmann Josef Novotný am Montag in Karlsbad, wo das neue Projekt vorgestellt wurde. Die Betreiber der Kurbäder in Karlsbad, Františkovy Lázně / Franzensbad und Mariánské Lázně / Marienbad erhoffen sich von dieser Flugverbindung zahlreiche neue Kunden aus Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsstärksten Bundesland Deutschlands.

Premiér Rusnok ehrt Schriftsteller Kohout mit Ehrenplakette

Der tschechisch-österreichische Schriftsteller, Dramatiker und Übersetzer Pavel Kohout ist für sein Lebenswerk und seinen merklichen Beitrag zur tschechischen Literatur mit der Ehrenplakette des Regierungsvorsitzenden ausgezeichnet worden. Der scheidende Premier Jiří Rusnok überreichte ihm die Auszeichnung am Montag im Prager Regierungsamt auch anlässlich des 85. Geburtstages von Kohout, den der Schriftsteller am 20. Juli beging. Bei dieser Gelegenheit dankte Rusnok dem Ausgezeichneten nicht nur für sein literarisches Schaffen, sondern auch für dessen Ratschläge bei der Lösung von Problemen im Prager Nationaltheater, denen er sich unlängst widmen musste. Kohout gehört zu den widersprüchlichsten Persönlichkeiten der tschechischen Nachkriegsliteratur.

Film über Jan Palach für Oscar-Nominierung vorgesehen

Der tschechische Film der polnischen Regisseurin Agnieszka Holland „Der brennende Dornbusch“ ist für die Oscar-Nominierung vorgesehen. Die Tschechische Akademie für Film und Fernsehen (ČFTA) hat ihn mit der Bewerbung für eine Nominierung in der Kategorie „Bester ausländischer Film“ in die Vereinigten Staaten abgeschickt. Die Nominierungen für die 86. Preisverleihung der amerikanischen Akademie für Filmkunst und Wissenschaften (Ampas) wird am 16. Januar 2014 bekanntgegeben. Die Oscar-Trophäen für die besten Filme in den jeweiligen Kategorien werden am 2. März in Los Angeles überreicht.

Der Film „Der brennende Dornbusch“ erzählt über den Tschechen Jan Palach, die Hintergründe seiner Selbstverbrennung und die Lehren, die es daraus zu ziehen gilt. Der Philosophiestudent Jan Palach hatte sich am 16. Januar 1969 aus Protest gegen die sowjetische Besatzung auf dem Prager Wenzelsplatz angezündet. Drei Tage später erlag er seinen schweren Verbrennungen. Palach wollte mit seiner Tat die Gesellschaft der damaligen Tschechoslowakei aus ihrer Lethargie reißen. Der im Sommer entstandene Streifen war ursprünglich eine dreiteilige Filmserie, die Mitte Januar in Prag Premiere hatte. Der auf das Wesentliche gekürzte Film wurde im September in den tschechischen Kinos uraufgeführt.

Stadtvertretung von Prag 10 wird Čapek-Villa im Stadtteil Vinohrady kaufen

Die Villa der Brüder Čapek in Prag wechselt ihren Besitzer. Am Montag haben die Stadtvertreter des zehnten Prager Stadtbezirks beschlossen, einen Teil der Doppelvilla von Karel und Josef Čapek im Stadtteil Vinohrady zu kaufen. Zum Verkauf stand die Haushälfte, in der der Schriftsteller Karel Čapek und seine Frau Olga Scheinpflugová gelebt haben. Das Rathaus von Prag 10 wird für die Immobilie und den Nachlass der beiden landesweit bekannten Schriftsteller und Maler knapp 44 Millionen Kronen (ca. 1,7 Millionen Euro) zahlen. Der Vertrag mit dem Besitzer Karel Scheinpflug soll noch in dieser Woche unterzeichnet werden, sagte der Bürgermeister des zehnten Stadtbezirks, Bohumil Zoufalík, der Nachrichtenagentur ČTK.

Mit dem Kauf der Villa durch das Rathaus von Prag 10 geht auch ein Wunsch von Präsident Miloš Zeman in Erfüllung. Das Staatsoberhaupt hatte wiederholt dafür plädiert, dass die Villa durch die öffentliche Hand erworben wird.

Geringer Besuch bei Nato-Tagen in Mošnov

Rund 145.000 Menschen haben die „Tage der Nato“ im nordmährischen Mošnov besucht. Dies gaben die Veranstalter der Flug-Show am Sonntag bekannt. Damit blieben die Besucherzahlen an den beiden Veranstaltungstagen deutlich hinter dem vergangenen Jahr zurück, als über 200.000 Menschen kamen. Vor allem das schlechte Wetter am Samstag habe die potenziellen Besucher abgeschreckt, sagte einer der Organisatoren. Bei der Leistungsschau der tschechischen Luftstreitkräfte war unter anderem eine Luftbetankung von Jagdflugzeugen, eine spanische Kunstflug-Hubschrauberstaffel oder das riesige Frachtflugzeug Antonow AN-124 Ruslan zu sehen.

Fußball: Torschuss mit dem Hintern wird Youtube-Hit

Ein kurioses Tor hat es in Tschechien zum Youtube-Hit gebracht: Der Drittligaspieler David Hovorka steuerte den Ball mit dem Hintern ins Ziel. Die Szene aus einer Begegnung zwischen der B-Mannschaft von Sparta Prag und FK Meteor Prag hat im Internet mehr als eine halbe Million Abrufe erreicht. Der Sparta-Spieler Hovorka erzielte mit der ungewöhnlichen Bewegung in der 25. Minute das erste Tor. „Ein goldener Hintern“, schrieb ein Internet-User. Nach zwei weiteren Toren endete die Begegnung am 11. September mit 3:0 für Sparta.

Fußball: Slavia-„Fans“ griffen eigenes Team nach Niederlage in Jablonec an

Der tschechische Traditionsverein Slavia Prag steckt momentan in einer der größten sportlichen Krisen seiner Vereinsgeschichte. Nach der sechsten Niederlage im neunten Punktspiel rutschten die Prager in der Tabelle auf den vorletzten Platz ab, der den Abstieg zur Folge hätte. Angesichts der Negativserie, die in den Heimpleiten von 0:7 gegen Teplice und 0:4 gegen Mladá Boleslav gipfelte, verlieren die Anhänger der Rot-Weißen immer mehr die Nerven. Einige der radikalsten Fans, mehr als 20 maskierte Hooligans, haben am Sonntagabend nun sogar die Spieler der eigenen Mannschaft tätlich angegriffen. Nach der Rückkehr des Teams aus Jablonec nad Nisou / Gablonz, wo Slavia in der Nachspielzeit das Tor zur 1:2-Niederlage kassierte, lauerte die Gruppe der Mannschaft vor dem heimischen Stadion auf. Als der Teambus dort kurz vor Mitternacht eintraf, warfen die Hooligans Pflastersteine und Flaschen in Richtung des Busses und zündeten Pyrotechnik. Trotz der heftigen Attacke wurde zum Glück niemand verletzt. Am Bus entstand jedoch ein Sachschaden von mindestens 50.000 Kronen (ca. 2000 Euro), sagte die Sprecherin des Clubs. Weitere Übergriffe wurden durch das Einschreiten der Polizei verhindert. Es kam zu fünf Festnahmen, gegen die Randalierer wird ermittelt.

Das Wetter am Dienstag: Norden bewölkt, Süden heiter, bis 20 Grad

Am Dienstag ist es in Tschechien überwiegend bewölkt, im nördlichen Landesteil örtlich Regen. Im Süden dagegen kommt es wiederholt zu Aufheiterungen. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 14 und 18 Grad Celsius, bei geringer Bewölkung sind auch 20 Grad möglich. In den Höhenlagen um 1000 Meter werden maximal 11 Grad Celsius erreicht.