Nachrichten

r_2100x1400_radio_praha.png
0:00
/
0:00

Für 1,2 Millionen tschechische Kinder hat neues Schuljahr begonnen

Für 1,2 Millionen tschechische Kinder und Jugendliche hat am Montag ein neues Schuljahr begonnen. Die Zahl der Erstklässler liegt so hoch wie schon lange nicht mehr: Insgesamt 112.000 Kinder sind an tschechischen Schulen neu angemeldet, das sind 7000 mehr als vor einem Jahr. Staatspräsident Miloš Zeman und der scheidende Bildungsminister Dalibor Štys eröffneten das Schuljahr an unterschiedlichen Orten. Zeman besuchte am Vormittag das Prager Privatgymnasium Amazon, an das auch seine Tochter Kateřina geht. Štys begrüßte die Erstklässler in der westböhmischen Gemeinde Horní Bříza / Oberbirken.

Präsident Zeman: Bei Studienauswahl sollten sich Studenten an Praxis orientieren

Gymnasiasten und Abgänger von Fachmittelschulen in Tschechien sollten sich für ihre berufliche Zukunft bereits jetzt praxisnäher orientieren. Diese Empfehlung gab Präsident Zeman dem Abiturjahrgang des Prager Privatgymnasiums Amazon mit auf dem Weg, das er am Montag besuchte. Zeman versuchte den Gymnasiasten dabei klarzumachen, dass es nicht erstrebenswert sei, nach dem Abitur ein Fachgebiet zu studieren, mit dem man momentan wohl ganz glücklich sei. Besser wäre es, sich bei der Auswahl eines Studienfachs daran zu orientieren, ob dieser Zweig auf dem Markt gefragt sei und er dementsprechend auch attraktive Arbeitsmöglichkeiten bereithalte. Zudem riet Zeman den Gymnasiasten davon ab, ein Studium an der juristischen Fakultät der Westböhmischen Universität in Plzeň / Pilsen aufzunehmen. Diese Lehranstalt war im Jahr 2009 in Misskredit geraten, weil sie ein so genanntes Powerstudium anbot, bei dem sich zahlungskräftige Studenten ihren späteren akademischen Titel quasi erkaufen konnten.

Finanzminister Fischer plant für 2014 Haushaltsdefizit von 110 Milliarden Kronen

Der scheidende Finanzminister Jan Fischer rechnet im ersten Entwurf für den kommenden Staatshaushalt mit einem Defizit von insgesamt 110 Milliarden Kronen (4,3 Milliarden Euro). Dies schreibt die Tageszeitung „Lidové noviny“ am Montag in Berufung auf Unterlagen aus dem Ministerium. Das Defizit für 2014 läge damit um fünf Milliarden Kronen (knapp 200 Millionen Euro) höher als von der Vorgänger-Regierung unter Premier Petr Nečas vorgesehen. Gegenüber dem Haushalt in diesem Jahr sollen das Landwirtschaftsministerium und das Ministerium für Industrie und Handel mehr Geld erhalten. Gekürzt würde hingegen in den Ressorts Verkehr und Bildung.

Sozialdemokraten kritisieren geplante Kürzungen für Bildungsressort

Die Sozialdemokraten (ČSSD) haben die geplanten Kürzungen im Bildungsressort kritisiert. Wenn seine Partei in der Regierung das Sagen hätte, dann wären solche Kürzungen unvorstellbar, sagte Sozialdemokratenchef Bohuslav Sobotka am Montag. Sobotka reagierte damit auf den Haushaltsentwurf von Interimsfinanzminister Fischer, nach dem das Bildungsministerium im Jahr 2014 fünf Milliarden Kronen weniger erhalten soll als in diesem Jahr.

Der Schattenbildungsminister der Sozialdemokraten, Marcel Chládek, hat demgegenüber das Bildungsprogramm seiner Partei vorgestellt. Laut diesem Programm sollen die Lehrer höhere Gehälter und die Schulen bessere Lernmittel erhalten. Zudem plane man den Bau neuer Kindergärten und eine Studiengebühr werde es auch nicht geben, betonte Chládek. Alle diese Maßnahmen würden allerdings einige Milliarden Kronen an Mehrkosten erfordern, räumte Chládek ein. Für seine Partei sei eine höhere Qualität der Bildung jedoch ein zentrales Thema, bekräftige Parteichef Sobotka auf einer Pressekonferenz in Prag.

Wahlen: Parteien nominieren hochrangige Spitzenkandidaten für Prag

Knapp zwei Monate vor den vorgezogenen Neuwahlen zum Abgeordnetenhaus decken die tschechischen Parteien immer deutlicher ihre Trumpfkarten bei der Nominierung der Spitzenkandidaten auf. Dabei verspricht die Wahl in der Hauptstadt Prag besonders spannend zu werden. So wolle die ehemalige Abgeordnetenhauschefin und Vizevorsitzende der Bürgerdemokraten (ODS), Miroslava Němcová, zur Wahl als so genannter Superleader der ODS in Prag antreten. Das gab der Chef der Prager ODS-Organisation, Bohuslav Svoboda, am Montag bekannt. Die Kandidatur von Němcová muss jedoch noch vom obersten Gremium der Partei bestätigt werden. Bei einer Bestätigung dieser Spitzenkandidatur würde Němcová in Prag unter anderem gegen Top-09-Parteichef und Ex-Außenminister Karel Schwarzenberg, den für die Sozialdemokraten kandidierenden Gewerkschaftsboss Jaroslav Zavadil, Grünen-Chef Ondřej Liška und den ehemaligen Direktor des Instituts für das Studium totalitärer Regime, den Christdemokraten Daniel Herman antreten.

Prager Gericht lehnt vorläufige Verfügung gegen sozialdemokratische Kandidatenlisten ab

Das Gericht für den ersten Prager Stadtbezirk hat den Vorschlag über eine vorläufige gerichtliche Verfügung über die Liste der sozialdemokratischen Wahlkandidaten im Mährisch-Schlesischen Kreis abgelehnt. Das teilte eine Gerichtsprecherin am Montag mit. Gegen die Entscheidung könne aber noch Berufung eingelegt werden, hieß es. Einige Sozialdemokraten, unter ihnen auch der Ostrauer Oberbürgermeister Petr Kajnar, hatten die Verfügung beantragt. Sie halten das Zustandkommen der Kandidatenlisten für undemokratisch. Das Gleiche gilt für die Liste der sozialdemokratischen Wahlkandidaten im Kreis Olomouc / Olmütz. Hier hatte die Parteiorganisation aus Mohelnice per Gericht Einspruch eingelegt. Sozialdemokraten-Chef Bohuslav Sobotka sagte indes, die Listen seien gemäß der Parteistatuten und den gesetzlichen Vorgaben erstellt worden.

Tschechische AKWs rüsten um: Neuer Rotor in Temelín, neuer Kühlturm für Dukovany

Die vorübergehende Abschaltung des ersten Reaktorblocks im Atomkraftwerk Temelín verlängert sich um eine Woche. Wegen turnusmäßiger Wartungsarbeiten hatte man den Reaktor am 12. Juli abgeschaltet, nach 49 Tagen sollte er ursprünglich in der Nacht zum 31. August wieder ans Netz gehen. Grund für die Verzögerung seien die längeren Arbeiten beim Austausch des Rotors im Generator einschließlich seiner durchgeführten Revision gewesen, sagte AKW-Sprecher Marek Sviták am Montag. Am Sonntag um Mitternacht hat das Personal den Reaktor erneut gestartet, seine Zuschaltung ans Netz werde jedoch erst in der zweiten Wochenhälfte erfolgen, informierte Sviták.

Das zweite tschechische Atomkraftwerk im südmährischen Dukovany hat indes vom Ministerium für Industrie und Handel die Erlaubnis zum Bau eines neuen Kühlturms erhalten. Der neue Turm werde nur 17 Meter hoch sein, im Vergleich zum jetzigen 125 Meter hohen Kühlturm werde er jedoch wesentlich robuster und stabiler gegenüber Erdbeben sein, versicherte der Sprecher des Atomkraftwerks, Petr Spilka.

Streit um Sonnenstunden: AliES weist Anschuldigung von ERÚ zurück

Die Energie-Regulierungsbehörde (ERÚ) hat die Betreiber von Photovoltaikanlagen in Tschechien bezichtigt, falsche Angaben bei der Beantragung für die staatlichen Zuschüsse ihrer Anlagen zu machen. Konkret hat die Behörde den Vorwurf erhoben, dass mehr als 1500 Solaranlagen-Betreiber in den Anträgen eine viel zu hohe Anzahl von Sonnenstunden angegeben hätten. Die Vereinigung der autarken Energieerzeuger (AliES) hat diesen Vorwurf zurückgewiesen.

Nach Meinung der Regulierungsbehörde seien die über 1200 Sonnenstunden, die als Laufzeit der auf Sonne angewiesenen Anlagen in den Anträgen vermerkt wurden, ein unnatürlich hoher Wert. Nach einschlägigen Berechnungen liegt die durchschnittliche Dauer des Sonnenscheins in Tschechien bei zirka 1000 Stunden pro Jahr, sagt das Amt. Die Vereinigung der autarken Energieerzeuger hält dagegen, dass die Mehrzahl der Photovoltaikanlagen im Land je nach ihrer örtlichen Lage auf eine Sonnenscheindauer von 1200 bis 1800 Stunden pro Jahr verweisen könne. Diese Werte könne das Tschechische Hydrometeorologische Institut jederzeit bestätigen, sagte AliES-Direktor Martin Sedlák am Montag.

Für die Bezuschussung des Solaranlagenbetriebs spielt die Zahl der natürlichen Sonnenstunden eine elementare Rolle. Die Regulierungsbehörde hat sich deshalb an die Staatliche Energieinspektion gewandt mit dem Auftrag, die Angelegenheit zu überprüfen.

Tschechische Reisebüros verkauften im Sommer fünf Prozent mehr Urlaubsreisen

In der diesjährigen Sommersaison haben die tschechischen Reisebüros rund 800.000 Urlaubsreisen verkauft, das sind um fünf Prozent mehr als im Sommer vorigen Jahres. Zusammen mit dem gestiegenen Durchschnittspreis der Reisen haben die Reisebüros dadurch im Jahresvergleich einen um sieben Prozent höheren Umsatz gemacht. Zudem seien Last-Minute-Angebote in diesem Jahr geringer und teurer gewesen, gab der Verband der tschechischen Reisebüros und -agenturen (AČCKA) am Montag bekannt.

Die Reisebüros hätten die Nachfrage und die entsprechenden Kapazitäten für diese Saison sehr gut kalkuliert. Dadurch seien die preisgünstigen Last-Minute-Reisen diesmal stark zurückgegangen, lobte die Sekretärin des Verbandes, Kateřina Petříčková. Die im Sommer verkauften rund 800.000 Urlaubsreisen haben laut Angaben des Verbandes einen Umsatz von über neun Milliarden Kronen (ca. 350 Millionen Euro) erbracht. Wie im Vorjahr sind die Tschechen am häufigsten mit dem eigenen Auto zu ihrem Urlaubsort gereist. Erst danach folgten Flug- und Busreisen.

Tennis: Berdych erreicht Achtelfinale der US Open

Tennisspieler Tomáš Berdych hat problemlos das Achtelfinale der US Open erreicht. In seinem Drittrundenspiel am Sonntag besiegte der Tscheche den Franzosen Julien Benneteau in drei Sätzen mit 6:0, 6:3 und 6:2. Der 27-jährige Berdych zeigte sich danach zufrieden über seine Leistung beim letzten Grand-Slam-Turnier der Saison. Das sei die Art Spiel gewesen, die er sich vorstelle, sagte der Weltranglisten-Fünfte gegenüber tschechischen Journalisten. Im Achtelfinale trifft er nun am Dienstag auf den Schweizer Stanislav Wawrinka.

Fußball: Augsburger Morávek fällt für tschechische Nationalmannschaft aus

Fußball-Profi Jan Morávek vom FC Augsburg fehlt bei den WM-Qualifikationsspielen der tschechischen Nationalmannschaft gegen Armenien und Italien. Der 23 Jahre alte Mittelfeldspieler hatte sich beim 1:0-Sieg gegen den Bundesliga-Rivalen 1. FC Nürnberg eine schwere Prellung am Fuß zugezogen. Für Morávek rückt Daniel Kolář von Viktoria Pilsen nach, teilte ein Sprecher von Nationaltrainer Michal Bílek am Montag in Prag mit.

Verletzungsbedingt fehlen auch Stürmer Matěj Vydra und Mittelfeldspieler Tomáš Hübschman. Zudem muss Trainer Bílek beim Heimspiel gegen Armenien am Freitag auf Vladimír Darida (SC Freiburg) verzichten, der eine Gelbsperre absitzt. Beim Teamtreff am Montag fehlten Trainer Bílek zudem noch die Mittelfeldspieler Tomáš Rosický und Jaroslav Plašil sowie Stürmer Libor Kozák. Rosický und Plašil spielten mit ihren Clubmannschaften erst am Sonntag und reisen daher später an. Kozák weilte zu Transfergesprächen in England. Sein bisheriger Verein Lazio Rom hat einem Wechsel des 24-jährigen Stürmers in die Premier League zugestimmt.

Das Wetter am Dienstag: bewölkt mit Regen, später heiter, bis 22 Grad

Am Dienstag ist es in Tschechien zunächst überwiegend bedeckt, örtlich vereinzelt Regen. Im Tagesverlauf reist die Wolkendecke allmählich auf, vor allem im Nordosten des Landes wird es zunehmend heiter. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 16 und 20 Grad Celsius, im Südosten bei 22 Grad Celsius. In den Höhenlagen um 1000 Meter werden maximal 13 Grad Celsius erreicht. Vormittags weht ein frischer Wind, der örtlich eine Stärke von 15 Meter pro Sekunde erreichen kann.