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Streit um ÚSTR hält an: Kardinal Duka und Sozialdemokrat Zaohrálek im Wortgefecht

Die Abberufung des Leiters des Instituts für das Studium totalitärer Regime (ÚSTR), Daniel Herman, schlägt in Tschechien weiter hohe Wellen. In einer Fernsehsendung am Donnerstag wurde aus einem Brief des sozialdemokratischen Vizechefs Lubomír Zaohrálek zitiert, in dem dieser das Institut darstellt als eine „schmutzig-üble Einrichtung, die man ausmisten müsse“. Der tschechische Kardinal Dominik Duka rügte daraufhin Zaohráleks Äußerungen und verglich sie mit der Rhetorik eines berüchtigten Prokurators aus der Zeit der kommunistischen Diktatur. Zaohrálek erwiderte am Samstag, dass ihm die feinseligen Angriffe des Kardinals leidtun würden. Die Retourkutsche des Sozialdemokraten blieb jedoch nicht aus. In der Reaktion Dukas sehe er eine Rückkehr zu den „dunklen Traditionen der Kirche“, so Zaohrálek.

Laut Zaohrálek seien die Aussagen von Duka und Herman, der früher Sprecher der Tschechischen Bischofskonferenz war, ein Ausdruck des Dankes an die Regierungskoalition für die bewilligte Kirchenrestitution. Premier Nečas wiederum hat die Abberufung Hermans kritisiert. Er sieht darin eine Attacke der Sozialdemokraten und Kommunisten mit dem Ziel, die brisanten Akten, die im Institut aufbewahrt werden, „im Keller einzuschließen“.

Mobilfunk-Kunden wollten schnellmöglich neue Tarife einlösen

Der tschechische Mobilfunkmarkt hat drei aufregende Tage hinter sich. Am Donnerstag hat Anbieter O2 seine neuen Tarife vorgestellt. Konkurrent Vodafone reagierte daraufhin am Freitagnachmittag, und am Samstag musste auch T-Mobile mit den Preisen nach unten gehen. Bei einigen Service-Segmenten sind die Preise ziemlich deutlich gesunken. Da die Kunden der einzelnen Anbieter möglichst schnell einen neuen günstigeren Tarif erwerben wollten, waren die Hotlines der Anbieter in den letzten Stunden mehrfach überlastet. Am Samstagvormittag registrierten auch die Verkaufsfilialen von O2, Vodafone und T-Mobile einen enormen Kundenansturm.

Lebensmittelpreise: Kartoffeln um 54 Prozent teurer als im April 2012

Lebensmittel haben sich im zurückliegenden Jahr in Tschechien um einiges verteuert. Der Preis für Kartoffeln ist im Vergleich zum April 2012 sogar um mehr als die Hälfte gestiegen, informierte das Tschechische Statistikamt (ČSÚ) am Freitag. Musste vor einem Jahr für ein Kilo Kartoffeln im Schnitt 10,25 Kronen gezahlt werden, so liegt der Kilopreis jetzt bei 15,74 Kronen. Das ist um 54 Prozent mehr als der Vorjahrspreis.

Die Lebensmittelpreise in Tschechien sind von 2005 bis zum vergangenen Jahr um 30 Prozent gestiegen. Diese Verteuerung liegt über dem EU-Durchschnitt, informierte das Mitglied des Bankenrats der Tschechischen Nationalbank, Eva Zamrazilová, Ende März bei einem Wirtschaftsforum in Prag.

Großer Metallklau: 170 Meter Kupferkabel aus Erdreich bei Brünn gestohlen

Der Kabelklau in Tschechien kennt scheinbar keine Grenzen. Innerhalb von drei Monaten haben Diebe in der Region Brno / Brünn einen 170 Meter langen Graben ausgehoben, durch den in einem Meter Tiefe einer Kupferleitung führte. Die Diebe zertrennten die Leitung, entfernten vor Ort die Isolation des Kabels und verkauften das Kupfer in einem Eisenwarenladen. Der Preis des Kupfers wird auf 100.000 Kronen (ca. 4000 Euro) geschätzt. Laut Einschätzung der Kriminalpolizei aber haben die Diebe bei weitem nicht so viel Geld erlöst.

Die Diebe, nach denen die Polizei fahndet, nutzten bei ihrem Coup die örtliche Lage weidlich aus. Das Kupferkabel war in dem abgeschiedenen Gebiet einer ehemaligen Kaserne vergraben. Auch ein hiesiger Teich trug dazu bei, dass die Gegend nur selten von Leuten besucht wurde. Paradoxerweise aber haben sich die Diebe selbst geschädigt, sagte der Sprecher der regionalen Polizei. Hätten sie den 170 Meter langen Graben für die Baufirma ausgehoben, die sie geschädigt haben, hätten sie sich 100.000 Kronen auf legale Weise verdient, so der Sprecher.

Metalldiebe haben die Polizei von Südmähren in den zurückliegenden Jahren schon mehrfach verblüfft. So seien in Sekundärrohstoff-Sammelstellen beispielsweise schon ein geklauter Bagger, eine zersägte Lokomotive oder gar eine in ihre Einzelteile zerlegte Blechhalle veräußert worden, berichtete der Server Novinky.cz am Samstag.

Tennis: Kvitová steht im Finale des Turniers von Katowice

Die tschechische Tennisspielerin Petra Kvitová hat ihr zweites Turnierfinale in diesem Jahr erreicht. In der Vorschlussrunde des Turniers von Katowice hat die an Nummer eins gesetzte Weltrangliste-Achte am Samstag die Rumänin Alexandra Cadantu in zwei Sätzen mit 6:0 und 6:4 besiegt. Im Endspiel am Sonntag trifft Kvitová auf die Italienerin Roberta Vinci. Das Duell der beiden besten Spielerinnen ihrer Länder ist gleichzeitig ein Vorgeschmack auf das Fed-Cup-Halbfinale zwischen Italien und Tschechien, das in einer Woche in Palermo ausgetragen wird.

Fußball – Gambrinus Liga: Jablonec und Olmütz büßen Boden ein

In der höchsten tschechischen Fußball-Spielklasse, der Gambrinus Liga, haben es die Mannschaften aus Jablonec nad Nisou / Gablonz und Olomouc / Olmütz am 23. Spieltag verpasst, Boden auf das Führungsduo gut zu machen. Olmütz unterlag am Freitag in Brno / Brünn mit 0:2, Jablonec kam am Samstag bei Dukla Prag mit 1:5 unter die Räder. Im Tabellenkeller hat dagegen Teplice nach einem 4:0-Heimsieg über Budweis den Abstiegsplatz verlassen. Auf dem vorletzten Rang steht nun die Mannschaft aus Hradec Králové / Königgrätz, die 0:1 in Liberec verlor. Budweis liegt mit vier Punkten Rückstand noch dahinter.

Auf die beiden Top-Teams, Viktoria Pilsen und Sparta Prag, warten unterschiedliche Bewährungsproben. Spitzenreiter Pilsen muss am Sonntag beim 1. FC Slovácko antreten, Sparta empfängt am Samstagabend Slavia Prag zum Lokalderby der beiden großen Traditionsvereine.

Außerdem spielten: Příbram – Jihlava 2:2.

Eishockey-Playoff-Finale: Zlín gelint zweiter Sieg über Pilsen

In der Playoff-Finalserie zur tschechischen Eishockeymeisterschaft hat der PSG Zlín nach drei Begegnungen mit 2:1 Siegen die Nase vorn. Im dritten Finalmatch besiegten die Mähren den gastgebenden HC Škoda Pilsen mit 3:0. Am Sonntag wollen die Westböhmen ihr zweites Heimspiel besser nutzen und die Serie zum 2:2 ausgleichen. Sollte das nicht gelingen, könnten die Zlíner dann am Mittwoch vor eigenem Publikum schon den Titel holen. Die Finaleserie wird nach dem Modus best of seven ausgetragen.

Eishockey: Tschechien schlägt Deutschland in Regensburg mit 3:1

Die tschechische Eishockey-Nationalmannschaft hat am Freitag auch ihr drittes Vorbereitungsspiel auf die WM in Schweden gewonnen. In Regensburg bezwang sie die deutsche Auswahl mit 3:1. Ivan Rachůnek, Ondřej Roman und Tomáš Mojžíš hatten die Gäste schon mit 3:0 in Front geschossen, ehe Ulrich Maurer wenigstens der Ehrentreffer für die Deutschen gelang. In der Zweitauflage des Duells stehen sich die DEB-Auswahl und die Schützlinge von Nationaltrainer Alois Hadamczik am Samstag in Selb erneut gegenüber.

Das Wetter am Sonntag: heiter, später auch Schauer, bis 18 Grad

Am Sonntag ist es in Tschechien wolkenlos bis heiter, im Tagesverlauf aber nimmt die Bewölkung von Westen her zu und gelegentlich Schauer. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 14 und 18 Grad Celsius. In Höhenlagen um 1000 Meter erreichen die Höchstwerte 10 Grad Celsius.