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Miloš Zeman als neuer tschechischer Staatspräsident vereidigt

Die Tschechische Republik hat einen neuen Präsidenten. Am Freitagvormittag hat der 68-jährige Miloš Zeman in Prag vor beiden Kammern des Parlaments den Eid abgelegt. Der linksgerichtete Politiker ist der erste durch das Volk gewählte Präsident Tschechiens. Er wolle die Stimme der „unteren zehn Millionen nicht-privilegierten Bürger“ sein, sagte Zeman. Als weiteres Ziel nannte er die Korruptionsbekämpfung. Zeman hatte sich am 26. Januar in einer Stichwahl mit 54,8 Prozent der Stimmen gegen seinen konservativen Kontrahenten Karel Schwarzenberg durchgesetzt. Der Präsident hat in Tschechien überwiegend repräsentative Aufgaben.

Der linksgerichtete Zeman war von 1998 bis 2002 Ministerpräsident einer Minderheitsregierung gewesen. Der ehemalige Sozialdemokrat wird der dritte Präsident Tschechiens seit 1993. Er folgt auf den neoliberalen Europakritiker Václav Klaus sowie den gestorbenen Schriftsteller Václav Havel.

Präsident Zeman will Recht auf Amnestien und Begnadigungen abtreten

Staatsoberhaupt Miloš Zeman will auf sein präsidiales Recht, Amnestien und Begnadigungen aussprechen zu können, verzichten. Für ihn seien diese Befugnisse noch „überflüssige Überbleibsel aus der Zeit der Monarchie“, sagte Zeman am Freitag auf dem Prager Burgplatz. Dort hatte er kurz zuvor einen Kranz am Denkmal von Tomáš Garrigue Masaryk niedergelegt. Nach Meinung von Zeman sei es gerade der erste Präsident der selbständigen Tschechoslowakei, T. G. Masaryk, gewesen, der den Übergang von der Monarchie zu einer Republik vollzogen habe.

Die Kranzniederlegung auf dem Burgplatz sollte ursprünglich auch mit einem beifallsumrauschten Empfang des Präsidenten durch seine Wähler enden. Das Bad in der Menge fand indes nicht statt, denn zum Schauplatz der Begegnung waren überraschend wenige Bürger gekommen. Polizeiangaben zufolge sollen nur zirka 600 Zeman-Sympathisanten vor Ort gewesen sein.

Premier Nečas glaubt an einvernehmliche Zusammenarbeit mit Zeman

Premierminister Petr Nečas äußerte sich überzeugt davon, dass die Zusammenarbeit seines Kabinetts mit dem neuen Staatsoberhaupt einvernehmlich und im verfassungsrechtlich vorgegebenen Rahmen verlaufen werde. Miloš Zemans Ankündigung, er wolle zur Beruhigung der Gesellschaft beitragen, habe ihn zudem erfreut, sagte Nečas nach der Vereidigung des Präsidenten vor Journalisten. Diese Haltung werde ebenso nutzbringend sein wie Zemans Maßgabe, dass er im Falle politischer Konfliktsituationen eher in der Rolle des Moderators als des Richters auftreten wolle, ergänzte Nečas.

Amtszeit von Staatspräsident Václav Klaus beendet

Am Donnerstag um Mitternacht ist die zweite Amtszeit von Präsident Václav Klaus zu Ende gegangen. Um Punkt 24 Uhr wurde zu den Klängen der Nationalhymne die Präsidentenstandarte eingezogen und die Tore der Prager Burg wurden symbolisch geschlossen. 140 Soldaten der Burgwache nahmen an der feierlichen Zeremonie teil. Um 20 Uhr hatte sich das scheidende Staatsoberhaupt in einer letzten Ansprache im Fernsehen von der Bevölkerung verabschiedet und sich gegen mehrere Punkte, die ihm der Senat in einer Klage wegen Hochverrats vorwirft, verteidigt. Klaus wies die Vorwürfe als politische Konstrukte von sich und beklagte den Missbrauch des Verfassungsgerichts als „dritte Parlamentskammer“, die nicht in der Verfassung vorgesehen sei.

Grippe-Epidemie in Tschechien forderte schon 19 Todesopfer

Aufgrund gesundheitlicher Probleme, die von der Grippe verursacht wurden, ist vergangene Woche im Mährisch-Schlesischen Kreis ein weiterer Patient gestorben. Der Tote ist schon das 19. Opfer, das die Grippe-Epidemie in Tschechien in diesem Winter gefordert hat. Im Krankenhaus der nordmährischen Kreisstadt Ostrava / Ostrau seien gegenwärtig zudem noch einige Patienten, die wegen der Grippe ernsthafte gesundheitliche Komplikationen haben, teilte die leitende Hygiene-Expertin des Kreises am Freitag mit.

Arbeitslosenquote stieg im Februar auf 8,1 Prozent

Die Arbeitslosenquote ist in Tschechien im Februar um 0,1 Prozentpunkte auf 8,1 Prozent angestiegen. In Zahlen ausgedrückt waren im Februar 593.683 Menschen arbeitslos, das sind 7874 mehr als im Vormonat und nahezu 52.000 mehr als im Januar vergangenen Jahres. Regional sind die Zahlen höchst unterschiedlich, die höchste Quote liegt mit 14,1 Prozent im Bezirk Bruntál / Freudenthal, die niedrigste Arbeitslosenquote hat mit 3,5 Prozent der Bezirk Prag-Ost. Die Zahlen gab das Arbeits- und Sozialministerium am Freitag bekannt.

Außenhandelsüberschuss im Januar gestiegen – Im- und Export jedoch gesunken

Die Tschechische Republik hat ihren Außenhandel im Januar mit einem Überschuss von 31,5 Milliarden Kronen (ca. 1,24 Milliarden Euro) abgeschlossen. Das sind umgerechnet 44 Millionen Euro mehr als im gleichen Monat des Vorjahres. Absolut gesehen aber ist der Umfang der Im- und Exporte gesunken, gab das Tschechische Statistikamt (ČSÚ) am Freitag bekannt.

ČNB: Tschechien verzeichnet 2012 Rekordwerte im Reiseverkehr

Im internationalen Reiseverkehr hat die Tschechische Republik im vergangenen Jahr erneut zugelegt. So seien die Ausgaben, die Reisende aus Tschechien für Auslandsaufenthalte tätigten, um 4,4 Prozent auf umgerechnet 3,3 Milliarden Euro gewachsen, informierte die Tschechische Nationalbank (ČNB) am Freitag. Nach Angaben der Analytik-Gesellschaft Mag Consulting hätten zu diesem Rekordergebnis auch die gestiegenen Einkäufe der Tschechen im Ausland beigetragen.

Auch bei den Einnahmen aus dem internationalen Reiseverkehr konnte Tschechien einen erneuten Zuwachs verbuchen. Mit umgerechnet 5,4 Milliarden Euro wurde 2012 ein Ergebnis erzielt, das um 1,5 Prozent über dem Wert des Vorjahres liegt.

ČSÚ: Tschechiens Landwirtschaft muss 2012 Gewinnverlust hinnehmen

Die tschechische Landwirtschaft musste im vergangenen Jahr einen Gewinnverlust einstecken. Nach den vorläufigen Geschäftsergebnissen der Branche sei der Gewinn 2012 um eine Milliarde Kronen (ca. 40 Millionen Euro) gegenüber dem Vorjahr geschrumpft. Umgerechnet habe er damit nur noch zirka 630 Millionen Euro betragen, informierte das Tschechische Statistikamt (ČSÚ) am Freitag. Dennoch sei auch das noch das zweitbeste Ergebnis seit 1998, seitdem diese Angaben vom Amt erfasst werden, hieß es.

Eishockey: Extraliga startet in die Play-offs – Rekordspiel in Budweis

Mit den Begegnungen Pilsen – Litvínov und Třinec – Sparta Prag startet die tschechische Eishockey-Extraliga am Freitagabend in die Play-offs. Diesen zwei Viertelfinalpaarungen folgen am Sonntag die übrigen zwei Duelle unter den Top Acht, die Zlín – Vítkovice und Slavia Prag – Kladno lauten. In allen vier Serien wird nach dem Modus best of seven gespielt, der bis zum Ende der Play-offs beibehalten wird.

Kladno und Vítkovice haben sich erst am Donnerstag in den Pre-Playoffs für das Viertelfinale qualifiziert. In den spannenden Best-of-five-Serien setzten sich beide Teams gegen Pardubice beziehungsweise Budweis mit 3:2 Siegen durch. Die fünfte Partie zwischen Budweis und Vítkovice ging dabei als neues Rekordmatch in die Annalen der Extraliga ein. Da es im alles entscheidenden Duell einer Serie kein Penalty-Schießen gibt, wurde die Begegnung beim Stand von 2:2 nach 60 Minuten solange verlängert, bis ein Tor fällt. Den Treffer zum 3:2-Endstand für Vítkovice markierte Peter Húževka nach knapp 114 Minuten. Das bisherige Rekordmatch der Liga war das Spiel Pardubice – Pilsen, in dem der Siegtreffer nach etwas über 86 Minuten fiel.

Fußball-Europa-League: Viktoria Pilsen unterliegt Fenerbahce Istanbul 0:1

Im Hinspiel des Achtelfinales der Europa League unterlag Viktoria Pilsen am Donnerstagabend Fenerbahce Istanbul vor eigenem Publikum mit 0:1. Vor 11.000 Zuschauern konnten die Westböhmen lange Zeit ein Gegentor verhindern, erst in der 81. Minute gelang dem Kameruner Pierre Webo der Siegtreffer für die Gäste. Trainer Pavel Vrba zeigte sich nach dem Spiel enttäuscht, erkannte aber an, dass Istanbul die qualitativ besseren Spieler auf dem Platz gehabt habe. Kapitän Pavel Horváth erklärte, die Mannschaft sei unter ihren Möglichkeiten geblieben, habe aber auch nur wenig zeigen können, weil der Gegner kaum etwas zugelassen habe. Das Rückspiel in der Türkei findet am kommenden Donnerstag statt. Wegen einer Disziplinarstrafe der UEFA wird in Istanbul allerdings vor leeren Rängen gespielt.

Das Wetter am Samstag: bewölkt, Regen oder Schneefall, bis 12 Grad

Am Samstag ist es in Tschechien bewölkt bis bedeckt, gelegentlich Regen, der in Lagen über 1000 Meter in Schneefall übergeht. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 7 und 12 Grad Celsius, im Norden und Nordosten des Landes aber nur bei 2 bis 7 Grad Celsius.