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Präsidenten unisono: Tschechien und die Slowakei haben keine schmerzhaften Fragen zu lösen

Zwischen der Tschechischen und der Slowakischen Republik gibt es weder schmerzhafte, zu lösende oder ungelöste Fragen. Auf diesen Tenor einigten sich der tschechische Präsident Václav Klaus und sein slowakischer Amtskollege Ivan Gašparovič am Montag in Prag. Auf der Prager Burg wurde Gašparovič von Klaus zu einem zweitägigen Besuch empfangen, zu Beginn des nächsten Jahres soll es noch einen Gegenbesuch von Klaus in Bratislava geben. Die Begegnungen der beiden Staatsoberhäupter fallen unmittelbar mit dem 20. Jahrestag der Teilung der Tschechoslowakei am 1. Januar 2013 zusammen, an den die Präsidenten bereits heute in Prag erinnerten. Nach Meinung von Klaus habe das Ende der einstigen Föderation der Slowakei mehr weitergeholfen als der Tschechischen Republik. Zudem sei die slowakische Gesellschaft nicht so beschädigt von einer „unpolitischen Politik“ wie die tschechische Gesellschaft, sagte Klaus.

Der Gegenbesuch von Klaus in Bratislava wird vermutlich der letzte internationale Auftritt des tschechischen Staatsoberhaupts sein. Im Januar wird sein Nachfolger im Amt gewählt.

Klaus: Nichtanwesenheit Tschechiens bei Übergabe von Friedensnobelpreis nicht der Rede wert

Die Nichtanwesenheit hochrangiger Politiker aus Tschechen bei der Übergabe des Friedensnobelpreises an die Europäische Union am Montag in Oslo sei unbedeutend und nicht diskussionswürdig. Mit dieser Aussage reagierte Tschechiens Staatspräsident Václav Klaus am Montag auf entsprechende Fragen von Journalisten. Wenn die Medien nicht ständig darauf anspielen würden, wäre das Fehlen tschechischer Repräsentanten bei der Preisübergabe in Oslo doch von niemandem bemerkt worden. Er halte diesen Fakt daher für so unbedeutend, dass man auch nicht weiter darauf eingehen müsse, sagte Klaus.

Der Friedensnobelpreis wurde am Montag von den drei höchsten EU-Repräsentanten – Präsident Herman Van Rompuy, dem Vorsitzenden der EU-Kommission José Manuel Barroso und dem Vorsitzenden des Europa-Parlaments, Martin Schulz – entgegen genommen. Die höchsten Repräsentanten von einer Mehrzahl der EU-Staaten waren bei dem Zeremoniell zugegen, einige Länder – darunter Tschechien – jedoch nicht. Premier Petr Nečas begründete seine Nichtanwesenheit mit einer Vielzahl anderer wichtiger Termine, Präsident Klaus wiederum ist als Euroskeptiker bekannt. Schon im Oktober, als der diesjährige Friedensnobelpreisträger verkündet wurde, erklärte Klaus, dass dies ein tragischer Irrtum sei.

Arbeitslosenzahlen in Tschechien steigen

In Tschechien waren im November mehr als eine halbe Million Menschen (508.000 Menschen) ohne Beschäftigung. Dies bedeutete einen Anstieg der Arbeitslosenrate um 0,2 Prozentpunkte gegenüber dem Oktober, die Rate liegt nun bei 8,7 Prozent, wie aus den Zahlen des Arbeits- und Sozialministeriums hervorgeht. Laut Wirtschaftsanalysten mache sich die anhaltende schwache Binnennachfrage bemerkbar.

Die höchsten Arbeitslosenraten wiesen der nordmährische Bezirk Bruntál / Freundenthal (16,2 Prozent) und der nordböhmische Bezirk Most / Brüx (15,6 Prozent) auf, am geringsten lag der Wert in Prag-Ost (3,5 Prozent).

Inflation in Tschechien zurückgegangen

Der Preisdruck hat sich in Tschechien reduziert. Im November lag die Inflationsrate bei 2,7 Prozent im Vergleich zum November 2011, im Oktober waren noch 3,4 Prozent zu Buche gestanden. Im Monatsvergleich ging die Inflationsrate aber nur um 0,2 Prozentpunkte zurück.

Entscheidend für die Preissteigerung waren vor allem die Mieten und die Mietnebenkosten wie Wasser, Strom und Brennstoffe sowie Lebensmittel und nichtalkoholische Getränke.

Staatsanwaltschaft wird erste Anklagen im Panschskandal erheben

Im Panschskandal um die mit Methylalkohol vergifteten Spirituosen werden in Kürze die ersten Anklagen erhoben. Die Staatsanwaltschaft wird zirka 15 Personen anklagen, die in der mittleren und unteren Ebene des Netzes zu finden sind, das zur Herstellung und zum Verkauf des vergifteten Alkohols geschaffen wurde. Das sagte ein Vertreter der Staatsanwaltschaft am Montag vor Journalisten. Zu den ersten Personen, die angeklagt werden, gehören mehrheitlich finale Verkäufer aus den mährischen Regionen um Ostrava / Ostrau und Olomouc / Olmütz sowie der mittelböhmischen Region Příbram.

In der mährischen Stadt Zlín hat das Bezirksgericht der Stadt derweil die Untersuchungshaft für drei Männer verlängert, die von der Polizei als Drahtzieher der Vergiftungsaffäre eingestuft werden. Zwei Männer sollen der Polizei zufolge das giftige Gebräu zusammengemixt haben, der dritte Mann wiederum soll der Verteilungschef in diesem Skandal sein, durch dessen Wirken die tödlichen Spirituosen überhaupt in Umlauf gekommen seien, hieß es. An den Folgen der Alkoholvergiftungen sind in den zurückliegenden Monaten in Tschechien insgesamt 38 Menschen gestorben.

Ministerien begehen Fehler bei Verwendung von EU-Geldern für Denkmalschutz

Das Ministerium für Regionalentwicklung und das Kulturministerium haben Fehler begangen bei der Verwendung von EU-Geldern für den Denkmalschutz. Dies hat der Oberste Rechnungshof in Tschechien bei Kontrollen herausgefunden. Kontrolliert worden waren zwölf Projekte aus den Jahren 2007 bis 2011 mit einer Gesamtfördersumme von 40 Millionen Euro, alle Projekte betrafen die Pflege von Baudenkmälern, die zum Teil zum Unesco-Weltkulturerbe gehören. insgesamt 7,5 Millionen Euro soll das Kulturministerium mit Unterstützung des Ministeriums für Regionalentwicklung bereitgestellt haben zur Ausbesserung von Objekten, die weder auf der Unesco-Liste noch in die Liste nationaler Baudenkmäler eingetragen waren. Das Ministerium riskiere im äußersten Fall den Verlust großer Summen, schreibt der Rechnungshof am Montag in einer Presseerklärung.

Server Platy.cz: Nur 15 Prozent der Arbeitnehmer bekommen 13. Gehalt

In Tschechien wird weiter am Lohn gespart. So wird auch in diesem Jahr der Anteil derer geringer werden, die von ihrem Arbeitgeber ein 13. Gehalt bekommen. Waren es im Jahr 2008 noch 26 Prozent der Arbeitnehmer, die ein zusätzliches Gehalt erhielten, so beträgt ihr Anteil in diesem Jahr nur noch 15 Prozent. Dieser Trend der Verdienstreduzierung hält nun bereits das fünfte Jahr in Folge an. Auf der anderen Seite steigt die Höhe des 13. Gehalts weiter an. Betrug das Zusatzverdienst im Jahr 2008 noch durchschnittlich 14.402 Kronen (ca. 570 Euro), so bekommen die Arbeitnehmer, die das 13. Gehalt in diesem Jahr erhalten, durchschnittlich 19.036 Kronen (ca. 760 Euro) ausgezahlt. Das berichtete die Presseagentur ČTK am Montag unter Berufung auf den speziellen Internetserver Platy.cz.

Sieben Obdachlose bereits wegen Kältewelle gestorben

Seit Beginn der Kältewelle in Tschechien sind bereits sieben Menschen erfroren, sie dürften alle obdachlos gewesen sein. Das neueste Opfer wurde am Montag in den frühen Morgenstunden an einem Brückenpfeiler im mährisch-schlesischen Ostrava / Ostrau gefunden. In der Nacht fielen die Temperaturen in Tschechien bis auf -12 Grad Celsius, an einigen Orten wurden sogar -20 Grad erreicht.

Schneefall führte zu Verkehrsbehinderungen – jetzt Gefahr von Glatteis

Zum Teil kräftige Schneefälle am Sonntagnachmittag und in der darauffolgenden Nacht haben in den frühen Montag-Morgenstunden vielerorts in Tschechien zu Verkehrsbehinderungen geführt. Die größten Komplikationen traten im nordböhmischen Kreis Liberec / Reichenberg auf, in dem beispielsweise die Eisenbahnstrecke zwischen Frýdlant und Nové Město pod Smrkem für mehrere Stunden gesperrt werden musste. Auf der Fernstraße 10 in Richtung Polen blieben im gebirgigen Terrain bei Kořenov mehrere Lkw liegen, es bildete sich ein kilometerlanger Lastkraftwagen-Stau. Im ganzen Land kam es zu Dutzenden von Unfällen, die aber größtenteils glimpflich endeten.

Von Sonntag zu Montag fielen in Tschechien durchschnittlich 10 bis 12 Zentimeter Neuschnee, etwas mehr in den hohen Lagen, weniger in den Niederungen. Im flachen Terrain stiegen die Temperaturen tagsüber wieder in den Plusbereich, so dass der Schnee teilweise zu Wasser schmolz. Da die Nacht auf Dienstag wieder frostig kalt wird, warnen die Meteorologen nun vor überfrierender Nässe und Glatteis in den frühen Morgenstunden am Dienstag.

ČSLH entscheidet sich für Ausrichtung der Eishockey-WM 2015 in Alleinregie

Die Eishockey-Weltmeisterschaft im Jahr 2015 wird die Tschechische Republik allein ausrichten. Die Führung des Tschechischen Eishockey-Verbandes (ČSLH) hat am Montag entschieden, das Angebot der Slowakei als Co-Gastgeber der WM nicht anzunehmen. Austragungsorte der WM-Spiele bleiben daher wie geplant Prag und Ostrava / Ostrau.

Das Angebot, die Weltmeisterschaft 2015 mit dem tschechischen Nachbarn gemeinsam ausrichten zu wollen, hatte der Slowakische Eishockey-Verband (SZLH) im März dieses Jahres unterbreitet. Im Gegenzug boten die Slowaken an, dass Tschechien dann Co-Gastgeber der WM 2019 oder 2020 werde, für die sich die Slowakei bewerbe. Die tschechische Seite prüfte daraufhin die Auswirkungen, die ein Verzicht des mährischen Standorts Ostrau zugunsten der slowakischen Hauptstadt Bratislava gehabt hätte. Man kam zu der Einschätzung, dass dies ein Nackenschlag für die gesamte Region des Mährisch-Schlesischen Kreises gewesen wäre, und hat die Offerte aus Bratislava schließlich abgelehnt, begründete der Chef des tschechischen Eishockey-Verbandes, Tomáš Král, die in Prag getroffene Entscheidung.

Das Wetter am Dienstag: bewölkt, Frost und leichter Schneefall

Am Dienstag ist es in Tschechien bewölkt bis bedeckt, gelegentlich Schneefall. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen -5 und -1 Grad Celsius. In Lagen um 1000 Meter erreichen die Höchstwerte lediglich -8 Grad Celsius.