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Präsident Klaus: Teilung der Tschechoslowakei endete gut – Zerfall der EU wäre auch kein Schrecken

Nach Meinung von Tschechiens Präsident Václav Klaus war die Teilung der Tschechoslowakei zum 1. Januar 1993 der einzig richtige Schritt nach den Wahlen vor 20 Jahren. Das sagte das Staatsoberhaupt am Samstag in einem Gespräch für das Tschechische Fernsehen (ČT). Die Trennung von der Slowakei endete nicht in einer Katastrophe und genauso wenig werde das dunkle Szenarium eintreten, das viele mit dem möglichen Zerfall der EU und der Eurozone verbinden, ergänzte Klaus.

Die Teilung der Tschechoslowakei sei damals die beste Lösung gewesen und habe beiden Ländern gut getan, schilderte der Präsident im Fernsehinterview. Klaus war in der föderativen Tschechoslowakei Ministerpräsident der tschechischen Regierung, die vor und nach den Wahlen mit den Slowaken zu verhandeln hatte. Dabei habe ihm die slowakische Seite mehr als deutlich gemacht, dass für sie nur die Unanhängigkeit in Frage käme. Das Ende des gemeinsamen Staates der Tschechen und Slowaken habe zwar auch Verluste gezeitigt, es führte aber nicht zur Katastrophe, betonte Klaus. Eine ähnliche Lösung könne er sich daher auch für den europäischen Kontinent vorstellen, dessen Integration zu hastig und überstürzt angegangen worden sei, so Klaus. Eine teilweise Desintegration wäre deshalb keine Katastrophe, sondern eine Erleichterung, bemerkte Klaus.

ČT: Strafanzeige richtet sich gegen Ex-Stadtrat Šteiner und zwei Anwälte

Die Strafanzeige des ehemaligen Generaldirektors der Prager Verkehrsbetriebe wegen dubioser Verträge zum Nachteil der Firma richtet sich offenbar gegen einen Prager ODS-Politiker und zwei Rechtsanwälte. Darüber informierte das öffentlich-rechtliche Tschechische Fernsehen (ČT) am Sonntag in einer Diskussionsrunde. Bei dem ODS-Politiker handelt es sich um den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Verkehrsbetriebe und ehemaligen Prager Stadtrat Radovan Šteiner. Mit Hilfe zweier Anwälte soll sich Šteiner bei der Vergabe von Großaufträgen zur Erneuerung des Fuhrparks bereichert haben, indem überteuerte Verträge abgeschlossen wurden. Das erklärte David Ondračka von der tschechischen Zweigstelle von Transparency International; die Antikorruptionsorganisation wohnte der Razzia bei, die die Polizei am Freitag im Gebäude der Verkehrsbetriebe durchführte.

Wie das Tschechische Fernsehen weiter berichtete, werden in der Affäre um unkorrekte Auftragsvergaben noch weitere zwei ehemalige Führungskräfte der Prager Verkehrsbetriebe Personen verdächtigt.

Busunglück in Belgien: Ein Toter nach Sturz in Böschung – Fahrer waren Tschechen

In der belgischen Provinz Lüttich nahe Barchon ist am Sonntagmorgen ein vollbesetzter Autobus von der Fahrbahn abgekommen und in eine Böschung gestürzt. Der Bus des tschechischen Unternehmens Sportbus aus Ústí nad Labem / Aussig war auf der Fahrt von Paris nach München mit Reisenden aus Deutschland und den Niederlanden unterwegs. Nach dem Aufprall wurden zunächst vier Verletzte gemeldet, die örtlich behandelt wurden. Die Verletzungen des Reiseleiters aber erwiesen sich als ernsthaft, er verstarb später auf dem Transport ins Krankenhaus.

Die Fahrer des Busses waren zwei Tschechen, die unverletzt blieben. Es wird vermutet, dass einer der Fahrer am Lenkrad eingenickt sei, also Sekundenschlaf die Ursache des Unfalls war. Der Autobus selbst war in Deutschland registriert.

ČSSZ: Zahl der Unternehmer in Tschechien nimmt weiter zu

Die Zahl der selbständigen Unternehmer in Tschechien ist im ersten Halbjahr dieses Jahres um 10.000 gestiegen. Damit wurde die Gesamtzahl der Unternehmer, die bei knapp über einer Million liegt, untermauert. Das geht aus dem Register der Tschechischen Sozialversicherungsverwaltung (ČSSZ) hervor. Die Millionengrenze ist erst im vergangenen Jahr durchbrochen worden, als die Zahl der Unternehmer um zirka 25.000 Personen angewachsen ist. Zu ihnen zählen unter anderem private Ärzte, Künstler oder Landwirte. Die meisten Unternehmer sind in der Hauptstadt Prag registriert: 169.000. Danach folgen der Mittelböhmische Kreis mit 133.00 und der Mährisch-Schlesische Kreis mit 92.000 Rechtspersonen.

Schuljahr 2012/13: Mehr Schüler in der Grundschule, weniger in den Mittelschulen

Wenn in zwei Wochen in Tschechien das neue Schuljahr beginnt, dann werden in der Grundschule rund 12.000 Kinder mehr als im Vorjahr die Schulbank drücken. Der Grund ist der, dass ein geburtenstarker Jahrgang die Reihen in der ersten Klasse auffüllen wird. Demgegenüber wird es an den Mittelschulen einen Rückgang von 26.000 Schülern geben, der insbesondere an den Mittelfachschulen und Gymnasien zu spüren sein wird. Insgesamt werden im Schuljahr 2012/13 über 1,2 Millionen Schüler in die tschechischen Grund- und Mittelschulen gehen, gab dieser Tage das Bildungsministerium in Prag bekannt.

Schriftsteller Pavel Kohout wird erster Preisträger der Waldviertel- Akademie

Die österreichische Waldviertel-Akademie hat einen neuen Preis geschaffen, deren erster Preisträger Pavel Kohout wird. Man wolle dem Schriftsteller für seinen langjährigen Einsatz für die österreichisch-tschechische Zusammenarbeit danken, begründete Ernst Wurz, Vorsitzender der Akademie und des Wahlgremiums die Preisvergabe. Die Entscheidung für den tschechisch-österreichischen Dramatiker und ehemaligen ČSSR-Dissidenten fiel einstimmig aus.

Bei der Preisverleihung im Rahmen der Eröffnung der 28. Internationalen Sommergespräche der Waldviertel-Akademie am 30. August auf Schloss Weitra ist der Schriftsteller verhindert, die Übergabe der Statue soll zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.

Fotoausstellung zum Jahrhunderthochwasser in Leitmeritz eröffnet

Eine repräsentative Fotoausstellung zum Jahrhunderthochwasser im Jahr 2002 ist am Sonntag in Litoměřice / Leitmeritz eröffnet worden. In der Ausstellung werden Schnappschüsse zur Flut in der nordböhmischen Stadt gezeigt, die Fotograf Vlastimil Šafránek hier vor zehn Jahren geschossen hat. Die Vernissage wurde symbolisch im Gebäude des städtischen Ruderklubs vorgenommen, das im August 2002 bis zum Balkon im ersten Stock unter Wasser stand. Der jetzige Pegelstand der Elbe liege bei zweieinhalb Meter, damals seien es rund elf Meter gewesen, verdeutlichte der Bürgermeister von Leitmeritz, Ladislav Chlupáč, in seiner Begrüßungsrede. Am Montag wird die Ausstellung in das Foyer der Leitmeritzer Burg überführt, in dem sie dann noch bis zum 5. September zu sehen ist.

Miss World: Tschechische Miss nicht im vordersten Feld platziert

Die Chinesin Yu Wenxia ist am Samstagabend zur Miss World 2012 gekürt worden. In der Konkurrenz von 115 Schönheiten aus aller Welt, die im chinesischen Ordos ausgetragen wurde, setzte sich die 23-Jährige am Ende auch gegen ihre zwei Vize-Missen durch. Auf den zweiten Platz kam die Waliserin Sophie Elizabeth Moulds, Dritte wurde die Australierin Jessica Michelle Kahawaty. Die tschechische Miss, die 18-jährige Linda Bartošová aus Pardubice, kam Medienberichten zufolge immerhin unter die Top 15. Der riesige Erfolg von Taťána Kuchařová, die im Jahr 2006 zur Miss World gewählt wurde, bleibt aus tschechischer Sicht aber weiter unerreicht.

Tennis: Petra Kvitová unterliegt Kerber im Halbfinale von Cincinnati

Beim internationalen Tennisturnier in Cincinnati (USA) hat Petra Kvitová das Finale verpasst. Am Samstag unterlag die 22-jährige Tschechin im Hallfinale des Damen-Einzel der Deutschen Angelique Kerber in drei Sätzen mit 1:6, 6:2 und 4:6. Damit verfehlte Kvitová auch die Neuauflage des Finals von Montreal, in dem sie in der Vorwoche die Chinesin Li Na bezwang. Im zweiten Halbfinalspiel von Cincinnati setzte sich Li Na in drei Sätzen gegen Venus Williams durch.

Fußball: Slavia Prag ereilt erste Saisonniederlage in Mladá Boleslav

Im einzigen Samstagspiel des 4. Spieltags der Fußball-Gambrinus Liga besiegte der FK Mladá Boleslav den SK Slavia Prag mit 1:0. Nach drei Unentschieden in Serie erlitten die Hauptstädter damit ihre erste Saisonniederlage. Tags zuvor hat Lokalrivale Dukla Prag die Tabellenführung durch ein 2:2-Remis gegen den 1. FC Slovácko verpasst. Dabei lagen die Gastgeber zur Halbzeit mit 2:0 in Front, doch die bis dahin punktlosen Gäste kamen durch Tore von Kovář und Volešák noch zum viel umjubelten Ausgleich. Trotz des ersten Punktgewinns aber bleiben die Mähren vorerst Tabellenletzter.

In den sechs Begegnungen am Sonntag kommt es unter anderem zum Duell von Spitzenreiter Sparta Prag gegen Dynamo Budweis. Diese Partie müssen die Prager wie schon das Heimspiel gegen Příbram vor leeren Rängen austragen. Der Grund dafür sind die Zuschauerausschreitungen in der Generali Arena am letzten Spieltag der Vorsaison, für die Sparta mit einer Platzsperre für zwei Punktspiele bestraft wurde. Der Gegner des Skandalspiels am 12. Mai war übrigens der gleiche wie am Sonntag – das Team aus Budweis.

Das Wetter am Montag: wolkenlos und wieder brütend heiß

Auch am Montag ist es in Tschechien wolkenlos und schweißtreibend heiß. Die Tageshöchsttemperaturen klettern auf 34 bis 38 Grad Celsius, selbst in Höhenlagen um 1000 Meter werden Höchstwerte von bis zu 30 Grad erwartet.

In der kommenden Woche werden laut Vorhersage der Meteorologen die sonnig-heißen Hundstage in ganz Tschechien anhalten. Herz- und kreislaufschwache Menschen sollen sich daher möglichst wenig im Freien aufhalten. Gesundheitsexperten raten außerdem zu häufiger Flüssigkeitsaufnahme.