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Tschechische Krone fällt auf Kurs von 21 Kč je US-Dollar

Die tschechische Währung ist am Freitagnachmittag im Verhältnis zur US-Währung erstmals seit mehr als zwei Jahren auf einen Kurs von 21 Kronen je Dollar gefallen. Davor das letzte Mal so niedrig zum US-Dollar lag ihr Kurs im Juni 2010. Das Wechselkursverhältnis zur europäischen Währung wurde zur gleichen Zeit mit 25,59 Kronen je Euro notiert.

Für den Kursabfall machten tschechische Analytiker unerfreuliche Nachrichten aus dem Euroraum verantwortlich. Besonders negativ zu Buche geschlagen habe dabei die Prognose der spanischen Regierung, nach der die Iberer im nächsten Jahr ein Schrumpfen ihrer Wirtschaftskraft erwarten. Daraufhin sei der Euro im Wechselkurs zum Dollar stark gefallen, ergänzte der Analytiker der Agentur Patria Finance, Tomáš Vlk.

Inzwischen geht auch das Finanzministerium in Prag davon aus, dass sich der Wechselkurs der Tschechischen Krone zum Euro dieses Jahr im Vergleich zum Vorjahr verschlechtern werde. Durchschnittlich werde er auf den Wert von 25,30 Kronen je Euro sinken, hieß es von Seiten des Ministeriums.

Tschechiens Präsident begrüßt Ausbau des Atomkraftwerks Temelín

Der tschechische Präsident Václav Klaus sieht in dem Ausbau des südböhmischen Atomkraftwerks Temelín eine „rationale Lösung“ im Interesse der Wirtschaft. Ungeachtet der ausländischen Dauerkritik am störungsanfälligen Meiler hat Klaus am Freitag den Bauplatz einer geplanten Erweiterung der Anlage besucht. Temelín sei „eine großartige Sache“, deren Nutzen die tschechischen Bürger schätzen sollten. Man müsse sich vor Augen führen, dass hier ein Fünftel der gesamten Energie Tschechiens erzeugt werde, sagte Klaus.

Das unweit der Grenzen zu Bayern und Österreich liegende Atomkraftwerk soll bis 2025 für 12 Milliarden Euro um zwei Reaktoren französischer, amerikanischer oder russischer Konstruktion erweitert werden. Die Vergabe des Auftrags steht noch aus. Umweltschützer beiderseits der Grenze äußerten Sicherheitsbedenken.

USA helfen tschechischer Armee bei Aufrüstung von Hubschraubern

Die Vereinigten Staaten haben der tschechischen Armee ihre Hilfe bei der Verbesserung der Ausrüstung angeboten. Konkret will die amerikanische Seite dem Nato-Partner dabei helfen, bis zum Jahr 2016 sechs bis acht Hubschrauber für Kampfeinsätze in Afghanistan aufzurüsten. Es handelt sich um Helikopter aus russischer Produktion, die die Tschechen in Afghanistan bisher vor allem zum Transport von Soldaten und Ausrüstung genutzt haben. Ihre Kampfeinsätze flogen sie indes mit den Maschinen anderer Länder.

Die Aufrüstung der Transporthubschrauber ist eine von mehreren Prioritäten der tschechischen Armee. Sie dient dazu, dass die Tschechen an den Auslandsmissionen der Nato-Armeen noch aktiver als bisher teilnehmen können.

Anti-Korruptionspolizei konfisziert im ersten Halbjahr Wertsachen von 40 Mio Euro

Die Spezialeinheit der tschechischen Polizei zur Korruptionsbekämpfung hat im ersten Halbjahr dieses Jahres bereits Geld und Eigentum von umgerechnet mehr als 40 Millionen Euro beschlagnahmt. Im gesamten letzten Jahr hat die Abteilung im Ergebnis ihrer Strafermittlungen Geld und Wertsachen in Höhe von umgerechnet 60 Millionen Euro konfisziert. Das gab der Sprecher der Abteilung zur Bekämpfung der Korruption und Finanzkriminalität am Freitag bekannt. Wurden im vergangenen Jahr fast 600 aktenkundige Fälle bearbeitet, so habe man nach dem ersten Halbjahr dieses Jahres bereits Akten zu 439 Fällen angelegt. Daher habe die Abteilungsleitung angeordnet, im zweiten Halbjahr die wirklich „dicken Fische“ von den Straftaten geringeren Ausmaßes und von Bagatellfällen zu trennen, ergänzte der Sprecher.

Senat weist Entwurf zu niedriger Rentenerhöhung zurück

Der Senat in Prag hat am Donnerstagabend erwartungsgemäß den Regierungsentwurf zurückgewiesen, der in den nächsten drei Jahren in Tschechien nur eine geringe Rentenerhöhung vorsieht. Das Rentenversicherungsgesetz wird an das Abgeordnetenhaus zurückgeleitet, das Anfang September erneut darüber entscheiden soll. Im Senat verfügt die linke Opposition über die Stimmenmehrheit.

Lebensmittelverbrauch in Tschechien gesunken – Internetportal zeigt unappetitliche Kontrollergebnisse

Der Lebensmittelsverbrauch in Tschechien ist im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen. Im Vergleich zu vorherigen Jahr 2010 ist er um knapp ein Prozent gesunken. Angesichts der 2011 um fast fünf Prozent gestiegenen Inflationsrate haben die Verbraucher jedoch mehr für Lebensmittel und nichtalkoholische Getränke ausgegeben. Im letzten Jahr zahlten sie dafür umgerechnet 900 Euro pro Kopf, zirka zwei Euro mehr als im Jahr 2010. Das geht aus dem Lebensmittel-Bericht des Jahres 2011 hervor, den das Institut für Agrarökonomie und Informationen (ÚZEI) am Freitag veröffentlichte.

Zu Aussagen über den Lebensmittelsverbrauch in diesem Jahr hielten sich die Analytiker noch zurück. Ungeachtet dessen sind derzeit sowohl die Verbraucher als auch die Unternehmen der Branche in Aufruhr. Grund dafür ist das Internetportal „Potraviny na pranýři“ (Lebensmittel am Pranger), das erst vor kurzem gestartet wurde. Darauf stellen die staatlichen Kontrolleure ihre teils erschreckenden Ergebnisse zur Schau: gepanschter Alkohol oder mit Insekten verunreinigte Energiegetränke, wie am Freitag gezeigt wurde. Lebensmittel-Hersteller laufen bereits Sturm gegen das neue Angebot des Prager Agrarministeriums. Sie argumentieren, dass falsche Lagerung vor allem in den Geschäften einen Großteil der Schäden verursache.

Likörfabrikant Rudolf Jelínek Großimporteur für Stroh und Berentzen

Der erfolgreiche tschechische Likörfabrikant Rudolf Jelínek kooperiert seit jüngsten mit zwei Spirituosen-Herstellern aus Deutschland und Österreich. Der größte tschechische Produzent von Obstdestillaten ist zum bedeutenden Importeur des österreichischen Rums Stroh und der Erzeugnisse der deutschen Marke Berentzen für den tschechischen und slowakischen Markt aufgestiegen. Die Produkte der beiden Schnaps-Hersteller seien keine Konkurrenz für die eigene Firma, sondern würden das Portfolio von Rudolf Jelínek gut ergänzen. Außerdem stärke das neue Engagement die Marktposition des Unternehmens aus Vizovice, sagte Handels- und Marketing-Direktor Miroslav Motyčka am Freitag.

Musikfestival in Český Krumlov wird mit Hvorostovsky-Konzert eröffnet

Mit einem Konzert des renommierten russischen Baritons Dmitri Hvorostovsky wird am Freitagabend das internationale Musikfestival in Český Krumlov / Krumau eröffnet. Der Opernstar wird Lieder und Arien von Giuseppe Verdi, Georges Bizet oder Richard Wagner singen. Hvorostovsky wird vom Orchester des Tschechischen Rundfunks unter der Leitung des amerikanischen Dirigenten Constantin Orbelian begleitet. Erneut zu Gast in Krumau ist dieses Jahr auch der berühmte argentinische Tenor José Cura. In Leoncavallos Oper „Pagliacci“ wird Cura auf der Freilichtbühne mit drehbarem Zuschauerraum auftreten. Die Musikfestspiele in Krumau dauern einen Monat an und enden am 18. August.

Fußball – EL-Qualifikation: Pilsen und Mladá Boleslav gewinnen ihre Auftaktspiele

Die tschechischen Fußballteams aus Pilsen und Mladá Boleslav sind am Donnerstag erfolgreich in die Qualifikation zur Europa-League gestartet. Im Hinspiel der zweiten Qualifikationsrunde besiegte Viktoria Pilsen den georgischen Verein Metalurg Rustavi auswärts mit 3:1. Zwei Tore erzielte dabei der Pilsener Kapitän Pavel Horváth. Die Kicker aus Mladá Boleslav bezwangen zu Hause den isländischen Verein Thór Akureyri mit 3:0. Auch in diesem Spiel gab es mit Lukáš Magera einen Doppel-Torschützen.

Tennis: Hernych und Zakopalová im Viertelfinale von Gstaad und Bastad

Bei den internationalen Tennisturnieren in Gstaad (Schweiz) und Bastad (Schweden) haben ein Tscheche und eine Tschechin das Viertelfinale erreicht. Durch einen Drei-Satz-Sieg über den an Nummer sieben gesetzten Kolumbianer Santiago Giraldo gelangte Jan Hernych nach drei Jahren erneut in die Runde der besten Acht von Gstaad. Dort bekommt es der 23-Jährige am Freitag allerdings mit dem Top-Favoriten des Turniers, dem Serben Janko Tipsarevic zu tun.

Beim WTA-Turnier in Bastad schaffte Klára Zakopalova am Freitag durch einen ungefährdeten Zwei-Satz-Sieg (6:0, 6:1) über die Kolumbianerin Mariana Duque-Marino den Einzug ins Viertelfinale. Die 30-Jährige benötigte dazu nur eine Spielzeit von 53 Minuten. Das könnte ihr für das nächste Match behilflich sein, denn bereits am gleichen Tag muss sie gegen die Schwedin Johanna Larsson antreten.

Das Wetter am Samstag: bewölkt, regnerisch, bis 21 Grad

Am Samstag ist es in Tschechien überwiegend bewölkt, örtlich Schauer oder Regen, vereinzelt auch Gewitter. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 17 bis 21 Grad Celsius. In Lagen um 1000 Meter erreichen die Höchstwerte nur bis zu 12 Grad Celsius.