Nachrichten Dienstag, 16. März, 1999

OKKUPATION

Vor 60 Jahren, am 15. März 1939, besetzte die Hitlerarmee die damalige Tschechoslowakei. Zu einem wissenschaftlichen Seminar kamen heute im Tschechischen Verteidigungsministerium Vertreter des Verbandes der Freiheitskämpfer, Soldaten sowie Studenten von zivilen und militärischen Mittel- und Hochschulen zusammen, um des Jahrestages zu gedenken. Anlässlich des Seminars, an dem über 250 Menschen teilnahmen, waren sich die Historiker und Freiheitskämpfer darin einig, dass der 15. März 1939, die Okkupation und das dadurch enstandene Protektorat Böhmen und Mähren zu den tragischsten Tagen der tschechischen Geschichte gehöre. Zu diesem Jahrestag der Okkupation durch die Nationalsozialisten treffen sich heute in Brünn zudem der tschechische Verband der Freiheitskämpfer und weitere Organisationen zu einer Gedenkveranstaltung. Diese findet im Studentenheim Kounic statt, welches im Mai 1925 gegründet wurde. Am 17. November 1939 wurde das Studentenheim von Hitlertruppen überfallen und 173 Studenten wurden ins Konzentrationlager Sachsenhausen deportiert. Im Januar 1940 wurde das Wohnheim von der Gestapo in Beschlag genommen. Das Gebäude diente der Gestapo als Gefängnis, wobei im Laufe des 2. Weltkrieges zwischen 30 000 bis 35 000 Häftlinge interniert waren. Hunderte sind in diesem Brünner Gestapogefängnis umgekommen. 1978 wurde das ehemalige Studentenwohnheim zum kulturellen Nationaldenkmal deklariert. Mehr über die Okkupation Tschechiens durch die Hitlerarmee vor 60 Jahren erfahren Sie im Beitragsblock.

Vor 60 Jahren, am 15. März 1939, hat die Hitlerarmee die damalige Tschechoslowakeibesetzt. Aus deisem Anlass bezeihnete der tschechische Präsident Vaclav Havel in einer Stellungnahme die bitteren Erfahrungen der Okkupation als einen der Gründe für den NATO-Beitritt Tschechiens. Mit dieser Mitgliedshaft verbindet Vaclav Havel unter anderem die Hoffnung, dass sich die Geschichte nicht wiederholen werde und die Souveränität und Sicherheit des Tschechischen Staates gewährleistet sei. Mehr zu dem Jahrestag der Okkupation erfahren Sie im Beitragsblock.

KAVAN

Nachdem der tschechische Aussenminister am vergangenen Freitag in Indipendence im US-Bundesstaat Missouri der amerikanischen Aussenministerin Madleine Albrigth die Ratifikationsdokumente zum NATO- Beitritt überbrachte und durch diese offizielle Zeremonie die Tschechische Republik, Polen und Ungarn Mitglieder der Nordatlantischen Allianz wurden, besuchte am vergangenen Samstag Aussenminister Kavan New Jork, wo er sich mit der tschechischen Kommunität traf. Kavan zu Folge erwägt die Tschechische Regierung den Kauf des tschechischen Nationalhauses in New Jork, welches vor hundert Jahren als tschechisches Zentrum gebaut wurde. Das Gebäude im Neorenaissancestil befindet sich in desolatem Zustand. Gegenüber der Nachrichtenagentur CTK meinte Aussenminister Kavan, dieses historische Gebäude mit Symbolwert für Tschechien müsse vor dem Zerfall gerettet werden, damit das Zentrum künftig für kulturelle und komerzielle Zwecke genutzt werden könne.

KOVANDA

Der tschechische Botschafter in der NATO, Karel Kovanda erklärte heute der CTk gegenüber, dass die NATO-Mitgliedschaft der Tschechischen Republik, Polens und Ungarns, nicht bedeute, dass diese drei Staaten, wiewohl sie sich gemeinsam für den Beitritt engagierten und dem gleichen geographischen Raum angehören, in Meinungen und Beschlüssen bezüglich der europäischen Sicherheitspolitik einig gehen müssten. Polen und Ungarn sind zwei von 18 Mitgliedern der Nordatlantischen Allianz, wir müssen nicht immer die gleichen Ansichten haben , schon jetzt sehen wir, dass wir im Bereich der europäischen Sicherheit unterschiedliche Standpunkte einnehmen, sagte Kovanda der CTk ohne nähere Angaben.

KLAUS

Der Tschechische Parlamentspräsident und ODS- Chef Vaclav Klaus hat sich gegen das Konzept der sozialdempkratischen Regierung ausgespreochen, dsa zur Revitalisierung bzw. Rettung der tschechischen Industrie eine Entstaatlichung problematischer Unternehmen mit anschliessender Neu-Privatisierung vorsieht. Im tschechischen Rundfunk räumte Klaus am Sonntag zwar ein, der Staat könne versuchen, einige Unternehmen die in staatlicher Hand sind zu sanieren, es liege aber am Privatsektor selber, wie sich dieser restrukturalisiere. Klaus war am Samstag mit einer Abgeordentendelegation des tschechischen Parlaments von einem 6- tätigen Besuch Indiens zurückgekehrt, wo die Volksvertreter mit einer Reihe von Vertreter aus der Regierung und dem Parlament Indiens zu einem Meinungsaustausch über politische und wirtschaftliche Fragen zusammengtroffen waren.

ELBE

Wieder grünes Licht für die Schifffahrt auf der Elbe. Nach einer 7 bis 10 tägigen Pause, verursacht durch Wasserstände die stellenweise über dem normalen Pegelstand lagen, ist die Elbe von diesem Montag an für Schiffe vom tschechischen Chvaletice an bis nach Hamburg befahrbar. Der optimale Wasserstand an der Elbe für die Schiffahrt liegt bei einem Pegelstand von 3 Metern. Derzeit erreicht aber der Wasserstand in Usti nad Labem/Aussig immer noch 4,6 Mater. Dem Leiter der Schiffahrtsgesellschaft Ceskoslovenska plavba labska / Tschechoslowakische Elbschiffahrt, Petr Prochazka zufolge bleiben die Aussichten für die Schiffahrt auf der Elbe in den kommenden Tagen günstig.

EINSTEIN

Zur Erinnerung an den weltberühmten Mathematiker und Physiker Albert Einstein wurde am Sonntag in Prag am Haus zum Einhorn auf dem Altstädter Platz eine Gedenktafel angebracht. Im Haus zum Einhorn führte Berta Fanta einen berühmten Salon, in dem sich Albert Einstien in der Zeit, als er an der Karlsuniversität unterrichtete, in den Jahren 1911 bis 1912 mit seinen Freunden traf, u.a mit den Schriftstellern Franz Kafka und Max Brod.

WETTER

ZU den Wettervoraussichten: Am Dienstag zieht über die Tschechische Republik aus dem Nordosten ein Hochdruckausläufer. Es wird leicht bedeckt bis bewölktsein, mit vereinzelten Schnee - oder Regenschauern. Die Nachttemeraturen bewegen sich um 0 Grad C, die Tagestempertur steigt auf 3 bis 7 Grad c.

OKKUPATION

Vor 60 Jahren, am 15. März 1939, hat die Hitlerarmee die damalige Tschechoslowakeibesetzt. Aus deisem Anlass bezeihnete der tschechische Präsident Vaclav Havel in einer Stellungnahme die bitteren Erfahrungen der Okkupation als einen der Gründe für den NATO-Beitritt Tschechiens. Mit dieser Mitgliedshaft verbindet Vaclav Havel unter anderem die Hoffnung, dass sich die Geschichte nicht wiederholen werde und die Souveränität und Sicherheit des Tschechischen Staates gewährleistet sei. Mehr zu dem Jahrestag der Okkupation erfahren Sie im Beitragsblock.

CHILE

Vom Dienstag an wird der chilenische Präsident Eduardo Frei zum dreitägigen Staatsbesuch in der Tschechischen REpublik weilen. Es handelt sich hierbei um den ersten Besuch eines höchsten chilenischen Staatmannes in Tschechien, der an Präsident Havels Staatsbesuch 1996 in Chile anknüpfen soll. Dieser erfolgte damals zu einem Zeitpunkt, als beide Staaten erst seit kurzem eine demokratische Regierung hatten.

ARBEITSZEIT

Dem Gesetzesvorschlag der tschechischen kommunistischen Parlamentarier zur Verkürzung der Arbeitszeit von 42,5 auf 35 Stunden bei Aufrechterhaltung des Reallohnes , stehen alle anderen Parlamentsparteien negativ gegenüber. Die ODS- Abgeordnete Alena Páralová, Mitglied des Ausschusses für Sozial- und Gesundheitspolitik, hofft, dass der Gesetztesvorschlag der kommunistischen Partei abglehnt wird, denn von Arbeitszeitverkürzung sprechen ihrer Meinung nach nur Staaten, die ein stabiles Wirtschaftwachstum hätten.