Nachrichten Montag, 29. Januar, 2001

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Von Martina Schneibergova

Kostunica an guten tschechisch-jugoslawischen Beziehungen interessiert

Der jugoslawische Staatspräsident Vojislav Kostunica hat die politische Lage in seinem Land wegen der nicht definierbaren Grenzen mit Montenegro und der Provinz Kosovo als sehr schwierig bezeichnet. Dies erklärte Kostunica am Sonntag während des Treffens mit dem Vorsitzenden des tschechischen Abgeordnetenhauses Vaclav Klaus in Davos, wo die beiden Politiker am Weltwirtschaftsforum teilnehmen. Klaus erinnerte daran, dass Kostunica Interesse an guten tschechisch-jugoslawischen Beziehungen in allen Bereichen bekundete.

Klaus hält Verheugens Erklärung über die ungleichen Beziehungen in der EU für bedeutend

Den Informationen des Vorsitzenden des Abgeordnetenhauses Vaclav Klaus zufolge hat EU-Kommissar Günter Verheugen in einer Diskussion während des Weltwirtschaftsforums in Davos eingeräumt, dass die Beitrittskandidaten im Vergleich mit den EU-Mitgliedsstaaten bislang in der EU in gewisser Weise benachteiligt waren. Klaus erklärte am Sonntag in einem Telefongespräch für die Nachrichtenagentur CTK, Verheugen habe sich auch zu der nächsten Phase der Transformation in Mittel- und Osteuropa geäußert. Vaclav Klaus hält Verheugens Erklärung über die ungleichen Beziehungen für sehr bedeutend. In Davos traf Klaus unter anderem mit dem slowakischen Premier Mikulas Dzurinda, mit dem polnischen Staatspräsidenten Aleksander Kwasniewski sowie dem ungarischen Staatsoberhaupt Ferenc Madl zusammen.

Cyril Svoboda (KDU-CSL) ist Leader der Viererkoalition geworden

Der Vizevorsitzende der Christlich-Demokratischen Volksunion Cyril Svoboda ist am Sonntagabend vom politischen Rat der Viererkoalition unerwartet zum Leader der Viererkoalition gewählt worden. Darüber informierte Svoboda am späten Sonntagabend in Zdar nad Sazavou. Er verwies darauf, er werde vom Vizevorsitzendenposten der Christdemokraten zurücktreten. Svoboda hatte sich ursprünglich nicht um den Posten des Wahlleaders der Viererkoalition beworben. Beworben hatten sich hingegen der Vorsitzende der Freiheitsunion, Karel Kühnl, der Vizechef der Demokratischen Bürgerallianz, Michael Zantovsky, sowie Jaroslav Kopriva von der Christlich-Demokratischen Volksunion. Cyril Svoboda hat jetzt die Aufgabe, bis Ende März ein Schattenkabinett zusammenzustellen und die Viererkoalition zum Sieg in den Parlamentswahlen des Jahres 2002 zu führen.

Gross: Polizei hätte in die Fernsehkrise eingegriffen, wenn die Protestierenden physischen Widerstand geleistet hätten

Die Polizei hätte während der Krise im öffentlich-rechtlichen Tschechischen Fernsehen eingegriffen, wenn die protestierenden Fernsehmitarbeiter die Räumlichkeiten des Direktoriums des Senders besetzt und physischen Widerstand geleistet hätten. Dies erklärte Innenminister Stanislav Gross am Sonntag gegenüber Journalisten. Die Polizei hätte die Situation bewältigt, erklärte Gross und fügte hinzu, dass ein solcher Eingriff hingegen nicht zur Lösung der Lage im Tschechischen Fernsehen beigetragen hätte.

Schmarcz: Der Streit um CT ist ein Kampf um den einzigen unabhängigen Sender in der Tschechischen Republik

Der Streit um das öffentlich-rechtliche Fernsehen ist nach Meinung des Sprechers der streikenden Fernsehmitarbeiter, Martin Schmarcz, ein Kampf um den einzigen unabhängigen Sender in Tschechien. Nicht zuletzt durch die breite Unterstützung der Bevölkerung sei der seit 39 Tagen andauernde Protest der Angestellten legitim, sagte Schmarcz am Sonntag in einer Sendung des privaten Fernsehsenders Prima. Schmarcz erklärte, den Redakteuren gehe es bei ihrer Ablehnung der umstrittenen Führung des Senders um die Freiheit des Wortes. "Wenn 200.000 Menschen dafür eine Petition unterschreiben, kann man kaum sagen, den Streikenden gehe es nur um ihren Arbeitsplatz, betonte Schmarcz. Diskussionsgegner warfen Schmarcz vor, die Redakteure hätten den Bildschirm in den vergangenen Wochen für ihre Zwecke missbraucht. Der Übergangs-Intendant des Senders soll am 9. Februar vom Parlament gewählt werden.

Der tschechische Export in die USA stieg an

Der tschechische Export in die USA ist im vergangenen Jahr im Vergleich mit dem Vorjahr um fast 47 % angestiegen und belief sich auf eine Summe von 31,5 Milliarden Kronen. Der Import aus den USA stieg um 43 % auf 55 Milliarden Kronen an. Diese Angaben wurden am Sonntag von der Nachrichtenagentur CTK veröffentlicht.

CR wird Indien zunächst finanziell unterstützen

Die Tschechische Republik wird Indien, das am Freitag von einem starken Erdbeben betroffen wurde, in der ersten Phase finanziell unterstützen. Dies erklärte der Sprecher des Außenministeriums, Ales Pospisil, am Sonntag gegenüber der Nachrichtenagentur CTK. Die finanzielle Summe wird seinen Worten zufolge gleich hoch sein wie diejenige für das ähnlich stark betroffene El Salvador, dem vom tschechischen Außenministerium eine Million Kronen gewährt wurde. Weitere ca. 190.000 Kronen erhält Indien von der Tschechischen katholischen Charitas. Das Außenministerium wird Pospisil zufolge mit der tschechischen Vertretung in Neu Delhi weitere Hilfsaktionen für Indien erwägen.

Zwei Opernvorstellungen fanden anlässlich des 100. Todestags von G. Verdi statt

Anlässlich des 100. Todestags des italienischen Komponisten Giuseppe Verdi fanden am Samstagabend in Prag zwei Opernvorstellungen statt. In der Staatsoper wurde Verdis Aida mit ausländischen Solisten aufgeführt. Im Prager Nationaltheater stellte sich das Opernensemble aus dem nordböhmischen Liberec/Reichenberg mit Verdis Othello vor. Das Gastspiel der Oper aus Liberec fand im Rahmen des Festivals "Oper 2001" statt. In der Hauptrolle trat der in Deutschland lebende südafrikanische Tenor Michael Renier auf.