Nachrichten Samstag, 22. April, 2000

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PREMIER ZEMAN FÜR KURZE ZEIT IM OSTRAUER KRANKENHAUS

Der tschechische Premier Milos Zeman musste heute Vormittag während seines Besuchs der nordmährischen Region höchstwahrscheinlich wegen einer Nierenkolik in einem Ostrauer Krankenhaus hospitalisiert werden. Zemans Assistent Jaromir Kuca gab der Nachrichtenagentur CTK bekannt, dass der Gesundheitszustand des Premier keineswegs ernst sei und er werde deshalb in seinem Programm fortfahren können. Zeman wurde um die Mittagzeit aus dem Krankenhaus entlassen, wo er sowohl in der internen als auch in der urologischen Abteilung behandelt worden war.

AUSSENMINISTER KAVAN ZU ZWANGSARBEITERENTSCHÄDIGUNG

Der tschechische Aussenminister Jan Kavan geht davon aus, dass ehemalige tschechische Zwangsarbeiter bereits in diesem Jahr eine Teilsumme als Entschädigung für ihre während des Naziregimes geleistet Zwangsarbeit erhalten werden. Nach schwierigen, aber erfolgreichen Verhandlungen mit der deutschen Regierung die laut Kavan zu einem guten Kompromiss geführten hätten, sei es jetzt an den betroffenen tschechischen Bürgern die Entschädigungsformalitäten auf sich zu nehmen, bei denen ihnen tschechische Behörden, so Kavans Bitte, maximal entgegenkommen sollten, wie er in einem interview in der Freitagsausgabe der Tageszeitung Mlada fronta Dnes bekannt gab. Kavan äusserte sich darin positiv über das Vorgehen in dieser Sache seitens der deutschen Regierung, er kritisierte aber, dass es bei einigen deutschen Politikern Zeit brauche, bis sie gewisse Klischees und Vorurteile abbauen würden.

KOHLENGRUBENARBEITER WEITERHIN UNTER TAGE

Die Kohlegesellschaft Most verlängert das Ultimatum für die Kohlengrubenarbeiter des Unternehmens Kohinoor, die aus Protest bereits den 22 Tag unter Tage verbringen. Die Arbeiter haben bis am Freitag um 16 Uhr Zeit die Grube zu verlassen, ohne für die Demonstration gesetzlich belangt zu werden. Mittlerweile fordern die Kumpel nicht mehr den sofortigen verkauf der Kohlegrube Kohinoor, es sei nun aber wichtig, dass für die Arbeiter welche im Rahmen einer Restrukturalisierung die Grube verlassen müssen, faire Arbeitsbedingungen geschaffen werden, sagte eine Sprecherin der Gewerkschaft.

KUBA KRITISIERT TSCHECHIEN WEGEN UNO-RESOLUTION

Die kubanische Regierung bezichtigt die tschechischen Botschaft in Havanna, dass sie sich in die inneren Angelegenheiten des Landes einmischen würde und kontrarevolutionäre Kräfte unterstützen würde. In einer kubanischen Fernsehdebatte die aufgrund der Unterzeichnung einer tschechisch-polnischen UNO-Menschrechtsresolution ausgestrahlt wurde. In dieser bezeichnete der Aussenminister Felipe Perez Roque die tschechischen Diplomaten im Zusammenhang mit der von der tschechischen Regierung vorgelegten antikubanischen Resolution als Zöldner und Kuriere, die einer intensiven Tätigkeit im Interesse der Vereinigten Staaten nachgehen würden. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie im anschliessenden Tagesecho.

TSCHECHISCHE KFOR-EINHEITEN SOLLTEN IM KOSOVO BLEIBEN

General Jaroslav Hudec, höchster tschechischer militärischer Vertreter bei der NATO gab gestern bekannt, dass es wichtig ist die tschechischen KFOR- Soldaten im Kosovo weiterhin stationiert bleiben, da die Lage im Balkan noch instabil sei. Die tschechischen Soldaten würden Hudec zu folge, im Kosovo perfekte Arbeit leisten und es sei och nicht entschieden ob man den Einsatz weiter führen werde, es sei dies eine politische und ökonomische Entscheidung. Laut Hudec steht das Kosovo zur Zeit an einer Kreuzung und es sei wichtig deshalb an den Zusammenhalt der Nato zu denken.

BENESDEKRETE GEHÖREN ABGESCHAFFT, FORDERN AKTIVISTEN

Eine Gruppe von Aktivisten aus dem Umfeld der Zeitung Sudetenpost hat bisher rund 20 000 Unterschriften für eine Petition gesammelt, die fordert, dass die Benesedekrete auf deren Grundlage nach dem 2.Weltkreig die Sudetendeutschen aus Tschechien vertreiben wurde, aufgehoben werden, Die Petition fordert die österreichische Regierung dazu auf, gegen einen beitritt Tschechiens in die EU zu stimmen, sollten die Benesdekrete nicht aufgehoben werden. Die Petition wurde unter anderem auch vom Kärtnern Landeshauptmann Jörg Haider unterschrieben.

TSCHECHEN SIND NICHT GLÄUBIG

Die Tschechen sind mir 73 Prozent ihrer Bevölkerung, der atheistischste Staat der ehemaligen kommunistischen Länder. Dies geht aus einer internationalen Umfrage unter dem Titel "Gott nach dem Kommunismus" hervor, die heute in Budapest präsentiert wurde. In der Studie welche in 10 ehemaligen kommunistischen Staaten durchgeführt wurde positionierte sich mit 72 Prozent Ungläubigen knapp nach Tschechien die ehemalige DDR. Der ungarische Soziologe Miklos Tomka, der die Untersuchung durchführt gab zudem bekannt, dass mehr als die Hälfe der Bevölkerung in den untersuchten Ländern religiös sei.