Spitzenpolitiker nehmen an Eröffnung der Gedenkstätte zum Völkermord an Sinti und Roma in Lety teil

Im südböhmischen Lety ist am Dienstag unter der Teilnahme von Spitzenpolitikern die neue Gedenkstätte zum Völkermord an Sinti und Roma eröffnet worden. Die Stätte hätte bereits viel früher entstehen müssen, doch die tschechische Gesellschaft habe lange die Augen vor diesem Teil der eigenen Geschichte verschlossen, sagte Premier Petr Fiala (Bürgerdemokraten) in seiner Rede.

Die Gedenkstätte befindet sich am Ort eines früheren Konzentrationslagers, in dem 1942 und 1943 über 1300 tschechische Roma inhaftiert waren. Die meisten der Gefangenen starben vor Ort oder wurden im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ermordet.

Der Weg zur Gedenkstätte war schwierig. Ab den 1970er Jahren befand sich an dem Ort eine Schweinmast. Obwohl Roma-Verbände und Menschenrechtsorganisationen sehr bald nach der politischen Wende auf einen Abriss der Farm drängten, kaufte der tschechische Staat erst 2018 das Gelände auf und leitete die Entstehung der Gedenkstätte in die Wege. Ihre Gestaltung übernahm das Museum der Roma-Kultur in Brno / Brünn.

Autor: Till Janzer