Gedenkstätte Lidice erhält große Schenkung aus US-amerikanischem Nachlass

Die Gedenkstätte im mittelböhmischen Lidice hat eine große Schenkung aus dem Nachlass eines US-Amerikaners erhalten. Die Summe liege etwa bei vier Millionen Kronen (158.000 Euro), sagte die stellvertretende Leiterin der Gedenkstätte, Jana Chourová Plachá. Bestimmt sei sie für die Restaurierung der Kinderstatue und des Horák-Hofes, hieß es.

Im März dieses Jahres hatte die Gedenkstätte eine Sammlung über die Crowdfunding-Plattform Donio initiiert. Damit sollen 13 Millionen Kronen (510.000 Euro) für anfallende Restaurierungsarbeiten zusammenkommen. Bisher wurden darüber 1,6 Millionen Kronen (63.000 Euro) gespendet. Die aktuelle Schenkung helfe dabei, die Arbeiten nun aufzunehmen, so Chourová Plachá.

Lidice war der Ort des größten Massakers der Nationalsozialisten auf tschechischem Boden. Es war eine Vergeltungsaktion für das tödliche Attentat auf den stellvertretenden Reichsprotektor Reinhard Heydrich. Deutsche Sicherheitskräfte erschossen am 10. Juni 1942 alle Männer des Ortes, die meisten Kinder und viele Frauen wurden später in KZs und Vernichtungslagern ermordet. Insgesamt kamen rund 340 Menschen bei dem Massenmord ums Leben. Das Dorf wurde völlig zerstört.

Autor: Till Janzer