Bewährungsstrafen für zwei ehemalige Angehörige des kommunistischen Geheimdienstes StB
Das Bezirksgericht für Prag 1 hat am Montag Bewährungsstrafen gegen zwei ehemalige Angehörige des kommunistischen Geheimdienstes StB verhängt. Laut Anklage hatten sich die beiden StB-Offiziere Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre auf die Vortragstätigkeit eines Studenten der Tschechischen Technischen Hochschule (ČVUT) für die Unterzeichner der Charta 77 konzentriert und dessen Ausschluss aus dem Studium veranlasst. Das Gericht befand sie des Amtsmissbrauchs schuldig. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
Der 85-jährige Stanislav Cajkář wurde zu zwei Jahren auf Bewährung und einer Geldstrafe in Höhe von 22.500 Kronen (900 Euro) verurteilt. Der Anklage zufolge konzentrierte sich der Mann seit 1979 auf einen Studenten der Universität, der in seiner Wohnung Philosophievorträge organisierte. Cajkář ließ die Wohnung abhören und schlug den Ausschluss des jungen Mannes aus dem Studium vor. Der 71-jährige Knot begann sich mit dem Fall des ausgeschlossenen Studenten laut Anklage später zu befassen. Gemeinsam mit Cajkář verhinderte er eine Rückkehr des Mannes an die Universität. Gegen Knot wurde eine zweijährige Bewährungsstrafe und eine Geldstrafe in Höhe von 26.700 Kronen (1070 Euro) verhängt.