Früheres Dorf Paulusbrunn im tschechisch-bayerischen Grenzgebiet wieder zum Leben erweckt

Im tschechisch-bayerischen Grenzgebiet findet ein zweitägiges Festival statt, bei dem an die frühere Gemeinde Pavlův Studenec / Paulusbrunn erinnert wird. Das Festival mit dem Titel „Paulusbrunn erwacht zum Leben“ wird vom Tschechisch-Bayerischen Verein für Freundschaft und Zusammenarbeit veranstaltet. Der Vizevorsitzende des Vereins, Matouš Horáček, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur ČTK, Pavlův Studenec verwandle sich in einen Ort für Begegnungen von Tschechen und Deutschen, wo neue Freundschaften geknüpft werden.

Paulusbrunn entstand auf einem alten Handelsweg im 18. Jahrhundert. 1939 gab es dort 294 Häuser mit 1523 Bewohnern. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Bewohner vertrieben und nach der Entstehung des Eisernen Vorhangs die Häuser abgerissen. Erhalten geblieben sind nur Ruinen, die Böttgersäule und der Friedhof. Historiker Štěpán Čadek wies darauf hin, dass die Häuser bis 1956 abgerissen worden sind. Stehen geblieben sind laut dem Historiker nur die Schule und die Pfarrei, die als Kasernen für die Grenzsoldaten dienten. Die Dorfkirche wurde von der Armee als ein Beobachtungsposten genutzt. Alles sei um das Jahr 1977 vernichtet worden, als eine neue Kaserne etwa ein Kilometer vom Dorf entfernt erbaut worden sei, merkte Čadek an.