Umschlag mit Botschaft von Tomáš Garrigue Masaryk auf Schloss Lány geöffnet

Auf Schloss Lány wurde am Freitag mit großer Erwartung ein Umschlag geöffnet, der die letzten Worte des ersten tschechoslowakischen Staatspräsidenten Tomáš Garrigue Masaryk enthalten sollte. Wie die Historiker nach der Öffnung konstatierten, lässt sich das Schriftstück vermutlich auf 1934 datieren und nicht auf Masaryks Sterbejahr 1937.

Den Wissenschaftlern zufolge hat Masaryk den fünfseitigen Brief, der größtenteils in englischer Sprache verfasst ist, höchstwahrscheinlich seinem Sohn Jan diktiert. Die Ausführungen drehen sich um eine mögliche Beisetzung des damaligen Präsidenten. Masaryk stellt aber auch gesellschaftspolitische Überlegungen an. Wenn die Leute ungebildet und dumm seien, könne man damit nichts tun, so die Ad-hoc-Übersetzung eines Satzes durch eine der Wissenschaftlerinnen.

Der Umschlag mit dem Schriftstück wurde am 19. September 2005 von Jan Masaryks ehemaligem Mitarbeiter Antonín Sum dem Nationalarchiv übergeben – mit der Aufforderung, ihn erst in 20 Jahren zu öffnen. Bei der Veranstaltung am Freitag war auch Staatspräsident Petr Pavel anwesend. Der Umschlag kehrt nun zurück ins Nationalarchiv, wo seine Echtheit abschließend überprüft und der Inhalt analysiert wird.