Vor 100 Jahren: Präsident Masaryk übernimmt den ersten Škoda mit dem geflügelten Pfeil
Vor 100 Jahren übernahm Staatspräsident Masaryk das erste Automobil mit dem Škoda-Emblem – die luxuriöse Limousine Hispano Suiza, ein technisches Meisterwerk seiner Zeit und Symbol der Ambitionen der neu gegründeten Tschechoslowakei.
Am 10. Mai 1926 begann eine wichtige Phase in der Geschichte der tschechoslowakischen Automobilindustrie. Staatspräsident Tomáš Garrigue Masaryk übernahm das erste Personenfahrzeug mit dem Škoda-Logo – die majestätische Limousine Škoda Hispano Suiza. Der Wagen wurde in Lizenz hergestellt und basierte auf dem Modell H6B der spanisch-schweizerischen Marke Hispano Suiza. Diese gehörte damals zur absoluten Weltspitze im Bereich der Luxusautomobile.
Das Industrieunternehmen Škoda mit Sitz in Plzeň / Pilsen, eines der größten Maschinenbauunternehmen Mitteleuropas, hatte die Lizenz bereits 1924 erworben – noch vor der Fusion mit dem Automobilhersteller Laurin & Klement. Die Produktion begann im Frühjahr 1925, und das erste fertige Exemplar war direkt für die Präsidialkanzlei bestimmt. Diese zahlte 280.000 Kronen für das Fahrzeug – einen Betrag, der den Preis gewöhnlicher Autos um ein Vielfaches überstieg. Zum Vergleich: Das kleinere Modell Škoda 422 kostete 38.000 Kronen, die große Limousine Škoda 860 etwa 120.000 Kronen.
Technisches Meisterwerk seiner Zeit
Der Škoda Hispano Suiza gehörte zu den fortschrittlichsten Automobilen der Ersten Tschechoslowakischen Republik. Der Sechszylinder-Motor mit 6,6 Litern Hubraum hatte 100 PS und vermochte das über zwei Tonnen schwere Fahrzeug auf eine Geschwindigkeit von über 120 Stundenkilometer zu beschleunigen – eine Leistung, die zu dieser Zeit außergewöhnlich war.
Die Karosserien entstanden bei den besten tschechischen Karosseriebauern wie Brožík, Jech, Petera oder Laurin & Klement. Jedes der etwa 100 gebauten Exemplare war ein Unikat, das den Wünschen des jeweiligen Kunden speziell angepasst wurde. Von daher darf es auch nicht verwundern, dass zu den Besitzern bedeutende Industrielle, Adelige und Politiker zählten. Eines der Fahrzeuge nutzte später auch der damalige Premier Antonín Švehla.
Wiedergeburt einer Legende
Heute sind nur noch wenige Exemplare des Fahrzeugs erhalten. Eines der wertvollsten befindet sich im Škoda-Museum in Mladá Boleslav – und damit in jener Stadt, in der der Automobilhersteller noch heute seinen Sitz hat. Das Fahrgestell aus dem Jahr 1928 durchlief zwischen 2019 und 2023 eine aufwendige Restaurierung. Dem Fahrzeug wurde dabei auch sein ursprüngliches Aussehen zurückgegeben – inklusive Repliken der Nummernschilder, die in der Ersten Tschechoslowakischen Republik verwendet wurden.
Der restaurierte Oldtimer wurde auf der renommierten Messe Techno Classica in Essen präsentiert. Er zählt heute zu den spannendsten historischen Wagen der Marke Škoda.











