Tschechisches Wimbledon-Finale: Die Siegerin 2026 heißt garantiert „-ová“
Die Wimbledon-Siegerin 2026 wird definitiv aus Tschechien kommen. Mit Karolína Muchová und Linda Nosková haben zwei tschechische Tennisspielerinnen das Finale in London erreicht.
In Wimbledon werden am Samstagnachmittag erstmals in der Geschichte zwei Tschechinnen um den Turniersieg kämpfen: Karolína Muchová und Linda Nosková. Zwar standen sich bereits 1986 Hana Mandlíková und Martina Navrátilová im Endspiel auf dem Rasen in London gegenüber – Navrátilová trat damals aber nach ihrer Emigration bereits für die USA an. Und die Tennis-Legende hat das aktuelle Geschehen aufmerksam verfolgt:
„Es ist einfach unglaublich. Als ich das Viertelfinale sah, hielt ich dieses Szenario zwar für denkbar, aber kaum für wahrscheinlich. Das ist ein gigantischer Erfolg für das tschechische Tennis.“
Navrátilová erinnerte zudem an das Finale der Australian Open 1989. Damals spielten Ivan Lendl und Miloslav Mečíř um den Grand-Slam-Titel – beide unter der Flagge der damaligen Tschechoslowakei, obwohl auch Lendl zu diesem Zeitpunkt bereits in den USA lebte.
Nun treffen zwei Tennisspielerinnen aus Tschechien nicht nur erstmals im Wimbledon-Endspiel, sondern überhaupt in einem Grand-Slam-Finale aufeinander. Bei Linda Nosková ist die Vorfreude groß:
„Ich bin stolz auf uns beide. Ich denke, auch Tschechien ist stolz auf uns. Wimbledon ist wohl das größte Tennisturnier der Welt. Ich bin sehr froh, dass wir beide es hier ins Finale geschafft haben. Da wir beide in dieser Saison bereits einen Titel auf dem Rasen gewinnen konnten, ist dieses Endspiel der bestmögliche Abschluss.“
Zwei Rasen-Spezialistinnen im Duell
Auch Barbora Strýcová, Kapitänin des tschechischen Billie-Jean-King-Cup-Teams, sieht den Erfolg als Bestätigung für die starke Rasen-Form der tschechischen Spielerinnen in den Vorbereitungsturnieren:
„Beide strahlen Sicherheit auf dem Rasen aus. Linda meinte vor ein paar Jahren noch, dass sie diesen Belag eigentlich nicht mag. Man sieht aber, wie sie inzwischen gelernt hat, darauf zu spielen und sich darauf zu bewegen. Der Rasen passt perfekt zu ihrem Spiel. Karolína wiederum hat einen Spielstil, der für jede Gegnerin sehr unangenehm ist. Uns erwartet ein großartiges Finale, auf das wir uns alle freuen können.“
Als Erste konnte sich am Donnerstag die 29-jährige Karolína Muchová über den Einzug ins Finale freuen. Sie besiegte in einem dramatischen Halbfinale die US-Amerikanerin Coco Gauff mit 6:2, 1:6, 7:6. Dabei wehrte Muchová sogar einen Matchball ab. Den entscheidenden Match-Tiebreak des dritten Satzes gewann sie mit 12:10. Nach dem Match sagte die Tennisspielerin aus Olomouc / Olmütz:
„Es war ein Auf und Ab: erst der Matchball gegen mich, dann mein eigener Matchball und schließlich der entscheidende Punkt zum Sieg. Es war eine extrem hart umkämpfte Partie. Ich weiß selbst kaum, wie ich es am Ende geschafft habe. Ich habe einfach alles gegeben, und das Glück war auf meiner Seite.“
Die 21-jährige Nosková besiegte anschließend die Ukrainerin Marta Kostjuk nach einer Stunde und 20 Minuten Spielzeit mit 6:4 und 6:4.
Tschechische Dominanz: 1998, 2011, 2014, 2023, 2024, 2026
Seit der Teilung der Tschechoslowakei im Jahr 1993 haben tschechische Tennisspielerinnen insgesamt sechs Grand-Slam-Titel im Einzel geholt – fünf davon auf dem Rasen von Wimbledon. Den historischen Anfang machte Jana Novotná im Jahr 1998. Ihr folgten Petra Kvitová mit zwei Triumphen (2011, 2014) sowie Markéta Vondroušová (2023) und Barbora Krejčíková (2024).
Über diese beispiellose tschechische Dominanz in Wimbledon urteilte Marek Svačina, Sportkommentator des Tschechischen Fernsehens, in einer aktuellen TV-Analyse:
„Der Schlüssel liegt in der Kombination von Können und Kreativität. Um auf dem Rasen erfolgreich zu sein, muss man diesen Belag regelrecht verstehen lernen. Gefragt sind Ballgefühl und eine geschickte Hand. Es reicht nicht, nur wie eine Ballmaschine zu spielen und Grundlinien-Duelle zu führen.“
Für das Finale am Samstag sieht die zweifache Grand-Slam-Titelträgerin im Doppel und Mitarbeiterin des Tschechischen Rundfunks, Andrea Sestini Hlaváčková, keine klare Favoritin:
„Beide haben das Finale mit Tennis auf höchstem Niveau erreicht. Es ist einfach unglaublich, wie viele tschechische Siegerinnen es dort in den letzten Jahren gab: Kvitová, Vondroušová, Krejčíková, und jetzt schon wieder eine Tschechin, eine ‚–ová‘.“
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