Tschechische Bahnanbieter mit neuen Fernreisezügen nach Kopenhagen und Frankfurt
Ende Juni wurde das erste Pilotprojekt der Europäischen Union bei Fernreisezügen gestartet, es ist die Verbindung zwischen Prag und Kopenhagen. Aber auch weitere Bahnbetreiber aus Tschechien bieten neue Züge ins Ausland an oder planen diese.
Zweimal am Tag fahren die Tschechischen Bahnen (ČD) von Prag direkt nach Kopenhagen. In knapp zwölf Stunden kommen die Reisenden über Berlin in die Hauptstadt Dänemarks. Und das in neuen Waggons vom Typ ComfortJet. In den Sommermonaten besteht zudem noch ein Nachtzug als dritte Verbindung auf der Strecke, der allerdings mit 14 Stunden etwas länger braucht.
„Fernreisezüge erleben derzeit in ganz Europa eine Renaissance. Dieses Projekt fügt sich daher in den Trend ein. Die Verbindung betreiben wir zusammen mit der Deutschen Bahn und den Dänischen Staatsbahnen“, so Vanda Rajnochová, Sprecherin der Tschechischen Bahnen.
Feierlich eröffnet wurde die Verbindung zwischen Prag und Kopenhagen vor knapp zwei Wochen in Berlin. Neben den Vertretern der beteiligten Bahngesellschaften war auch der deutsche Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) zugegen. Es handelt sich um ein Pilotprojekt der Europäischen Union bei Fernreisezügen. Allerdings wird für die ersten Monate eher ein Holperstart erwartet. Wie die Bundesbahn auf Nachfrage der Presseagentur DPA mitteilte, müssen die Reisenden zwischen dem 18. Juli und dem 15. August wegen Bauarbeiten bei Hamburg doch wieder umsteigen. Und an einigen Tagen sei ein Schienenersatzverkehr zwischen Hamburg und Kopenhagen geplant, hieß es.
Im Bereich der Fernreisezüge sind aber auch Privatanbieter aus Tschechien aktiv. So hat Leo Express vor ein paar Tagen eine neue Bahnverbindung zwischen Bohumín im Nordosten Tschechiens, Prag, Dresden und dem Flughafen in Frankfurt am Main in Betrieb genommen. Emil Sedlářík ist Sprecher von Leo Express:
„Mit der erfolgreich gestarteten Bahnlinie verbinden wir wichtige europäische Städte miteinander und schaffen eine Reisemöglichkeit auf einer Strecke, auf der es bisher keine Direktverbindung gab. Zugleich wollen wir eine bequeme Alternative bieten zu Flugzeug, Bus und Auto. Die neue Verbindung hat das Potenzial, die gedachten Barrieren zwischen dem östlichen und dem westlichen Teil Europas einzureißen.“
Regiojet, einem weiteren Privatanbieter aus Tschechien, misslang im Frühjahr die Expansion nach Polen. Deswegen zog man sich vom dortigen Markt zurück. Stattdessen erwägt das Eisenbahnverkehrsunternehmen nun den Betrieb neuer Fernzüge. Zum Beispiel ist die Verbindung zwischen Prag, České Budějovice / Budweis, Linz, Salzburg und München angedacht und eine weitere zwischen Prag oder Katowice und Rijeka oder Split in Kroatien. Regiojet habe diese Projekte zwar bereits angekündigt, doch würden noch weitere Prüfungen notwendig sein, erläuterte Lukáš Kubát, Sprecher von Regiojet, in den Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks:
„Bis jetzt handelt es sich um eine Ankündigung nach europäischen Standards, aber nicht um eine Entscheidung über konkrete Verbindungen. Ob und wann die einzelnen Bahnlinien in Betrieb genommen werden, hängt von der Wirtschaftlichkeit der Projekte, dem Interesse der Kunden, von den Kapazitäten der Eisenbahninfrastruktur und von weiteren Analysen ab.“
Sollten die angesprochenen Verbindungen den kritischen Prüfungen standhalten, würden sie den Plänen nach frühestens zum Winterfahrplan kommenden Jahres gestartet.
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