Tschechien entschädigt Bahnbetreiber für Ausfälle während Corona-Shutdown

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Insgesamt 400 Millionen Kronen (knapp 15 Millionen Euro) sollen an vier Betreiber gehen, die im staatlichen Auftrag Zugverbindungen anbieten.

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Neben den Tschechischen Bahnen gehören dazu Arriva, RegioJet und GW Train Regio. Die restlichen Anbieter bedienen den Informationen nach ausschließlich Regionalstrecken oder sind rein kommerziell. Wie der Sprecher des Verkehrsministeriums, František Jemelka, begründete, hatten die Bahnbetreiber während des Shutdowns weniger Einnahmen aus dem Betrieb. Deswegen wolle man helfen, hieß es.

„Die Berechnungen umfassen einen Überblick darüber, wie viele Schienenkilometer wirklich zurückgelegt wurden, wie hoch die Einsparungen waren und wie viel eingenommen wurde“, so František Jemelka gegenüber der Presseagentur ČTK.

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Dass regionale Bahnbetreiber ausgeschlossen werden sollen, hat indes für Kritik gesorgt. So äußerte zum Beispiel Leo Express Unverständnis für die Entscheidung des Ministeriums. Auch Allrail, der europäische Branchenverband, rief Tschechien dazu auf, alle Betreiber ohne Unterschied zu entschädigen. Ministeriumssprecher Jemelka verwies hingegen für diese Fälle auf die Regierungsprogramme zur Unterstützung von in Not geratenen Unternehmen („Covid“ und „Antivirus“).

Im Frühjahr galt in Tschechien für insgesamt 67 Tage der Notstand. Weil in dieser Zeit kaum Privatreisen gemacht werden konnten und zudem die Grenzen geschlossen waren, gingen die Fahrgastzahlen stark zurück. Viele Bahnbetreiber reduzierten in der Folge ihr Zugangebot.

Autor: Till Janzer
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